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Blickpunk Ölpest Teil 5


von Peet
15.07.2010
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Drei Fußballfelder lang, so hoch wie ein zehnstöckiges Haus und dieses Schiff soll den Ölfilm im Golf von Mexiko absaugen und beseitigen. Die zweitägige Testphase des Schiffes namens “A Whale” begann vor rund elf Tagen.

Die Firma TMT, die für den riesen Koloss zuständig ist, hoffte auf einen Vetrag für die Absaugarbeiten zu ergattern. Das umgebaute Schiff, welches rund 80 Millionen Liter verdrecktes Wasser aufnehmen und es vom Öl trennen kann, sollte also seine Jungfernfahrt hinter sich bringen. Denn “A Whale” wurde noch nie unter realen Bedingungen getestet, wie so viele Versuche das Öl aufzuhalten. Würde es klappen, wäre ein Großtteil des verdreckten Wassers früher oder später im Bauch des Giganten. Unklar ist allerdings, wie sauber das Wasser nach dem verlassen des Schiffes wäre. Um dies im nachhinein zu testen, will die US-Umweltbehörde Epa eigene Messungen anstellen. Kostenpunkt für diese Aktion, unbekannt.

So konnte das Schiff innerhalb von drei Tagen rund 24 Millionen Liter ölverseuchtes Wasser sammeln und filtern. Je näher das Schiff dem Kernpunkt der Katastrophe kommt, desto effektiver könne es arbeiten. Immerhin lässt sich hier ein rettender Punkt sehen. Allerdings befindet sich diese Aktion immer noch in der Testphase. Ob sie später fortgesetzt wird, ist bis jetzt unbekannt.

Der Konzern BP scheint unterdessen die Bemühungen weiter hoch zu fahren. Neben Verzögerungen durch ein Unwetter kommt es derzeit zu Verzögerungen an einigen Tests. Der neue Versuch, am Meeresgrund einen Abdichtungszylinder zu installieren und somit das Ölleck endlich zu schließen, musste einige Tage verschoben werden. Die hier für benötigten Ergebnisse bzw. Tests wurden aufgrund weiterer benötigten Berechnungen aufgeschoben, so der Krisenmanager der US-Küstenwache Thad Allan.

Die neue Vorrichtung soll das Öl komplett auffangen und abpumpen. Um dies zu ermöglichen hatte der Konzern BP einen 40 Tonnen scheren Aufsatz über das Leck aufgebracht. Die alte Kuppel wurde dazu entfernt. Sollte alles klappen, könnten durch mehrer Kanäle das Öl auf mehrer Schiffe gleichzeitig abgepumpt werden. Das würde das erste Mal seit dem Unglück auf der Plattform sein, dass der Ölfluss gestoppt würde.

Per Druckmessung kann dem Verfahrungen Erfolg oder Misserfolg zugesprochen werden. Nach und nach müssten alle drei Ventile der Kuppel geschlossen werden. Tritt kein Öl mehr aus und steigt der Druck in dem Ventilsystem sei das ein gutes Zeichen. Niedrige Druckwerte würden ein Austreten des Öls an anderer Stelle bedeuten. Wäre das der Fall könnte ein Problem am Steigrohr vorhanden sein.

Um die Absaugvorrichtung zu installieren, haben Techniker am vergangenden Samstag mit Hilfe von Robotern die bisherige Kappe entfernt.

Neben dem bisherigen Versuch der neuen Vorrichtung, bohrt BP mittlerweile an zwei weiteren Bohrlöchern. Bis Ende des Monats soll dieses Verfahren dauern. Am Ende sollen durch beide Bohrlöcher Öl abgepumpt werden, um so den Druck auf das Hauptleck zu nehmen.

Die Lösung wäre das allerdings nicht. Momentan wird vom wichtigsten Moment seit der Ölkatastrophe gesprochen. Denn sollte der neue Versuch nicht klappen, so würde weiter ohne Hinderung Öl in den Golf von Mexiko sprudeln.

Seit beginn der Katastrophe liegen die momentanen Kosten bei zwei Milliarden Dollar und die Folgeschäden sind noch nicht beziffert. BP gerät unterdessen in Zugzwang. Der Konzern braucht Geld. Der Marktwert sank um 100 Milliarden Dollar seit dem Beginn der Katastrophe. Investoren aus Fernost, Europa und dem eigenen Land greifen nach BP. Ein Führungswechsel scheint unsausweichlich doch im Endeffekt ändert es nichts an der Tatsache, das BP an der größten Ölkatastrophe seit Menschengedenken schuld ist.

Die “Deepwater Horizon” explodierte am 20. April 2010 und sank zwei Tage später. Die von BP betriebene Plattform und der folgenden Katasrophe führte zur größte Katastrophe und das ausströmende Öl bedroht vor allem Ökosystem im Golf von Mexiko sowie an den Küsten im Süden der USA.

Quellen:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,706383,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,704533,00.html
http://www.n-tv.de/panorama/BP-scheitert-schon-wieder-article1061546.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,705832,00.html

Foto © US Coast Guard / WWF

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Kommentare (1)
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16.07.2010
Marcel hat geschrieben:
Seit gestern (15. Juli, 14:20 Uhr Ortszeit) läuft kein Öl mehr aus dem Leck im Golf von Mexiko. Abgeschlossen ist die Versiegelung der Ölquelle damit aber noch nicht. Zwar ist es BP mit Hilfe von Unterwasserrobotern und ferngesteuerter Technik gelungen, alle drei Ventile des fast 70 Tonnen schweren Auffangbehälters vorerst zu schließen. Doch jetzt beginnen die Belastungstests, ob damit auch wirklich das Ölleck geschlossen ist oder ob nicht an anderer Stelle noch Öl austritt. Diese Testreihe wird bis Samstag dauern. Derzeit scheint es also so, dass die Katastrophe gestoppt werden könnte, aber Grund zum jubeln gibt es noch nicht. Wir hier in der WWF Jugend Community sind jedenfalls noch skeptisch: Bei unserer kleinen Umfrage sind sich 40 Prozent nicht sicher, ob BP jetzt die Ölpest in den Griff kriegt. Noch mehr, nämlich 56 Prozent, gehen sogar davon aus, dass BP wieder versagen wird. Nur vier Prozent glauben: Ja, die neue Absaugvorrichtung wird funktionieren. (50 Leute haben bei der Umfrage mitgemacht.) Wir werden also bald erfahren, ob BP wirklich das Öl stoppen konnte und werden euch natürlich informieren.
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