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den Wellen


Blickpunk Ölpest Teil 4


von Peet
14.06.2010
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Das Öl sprudelt und sprudelt. Politiker reden und reden und Manager versprechen und versprechen. Doch was passierte bis jetzt alles und was wird noch passieren? Welche Chancen gibt es, das Öl aufzuhalten? Wird sich die Natur jemals von einer solchen Katastrophe erholen und was wird aus BP?

Fragen über Fragen die zu einem Punkt führen. Öl ist nicht die Zukunft, doch wir werden weiterhin ohne jegliche Notiz vom Schaden, den wir tagtäglich anrichten, unser Auto benutzen. Fragt einmal eure Freunde, eure Verwandten oder Eltern, eure Nachbarn ob sie sich Gedanken über die Öl-Katastrophe vor der US Küste machen und ob sie vielleicht Änderungen im Bezug auf den Verbrauch von Öl machen werden?

Tatsache ist doch, das unsere Wirtschaft und unser ganzes Leben an einem Treibstoff hängt, ohne den wir nicht so leben können, wie wir es tuen. Der Traum vom eigenen Auto für jedermann, ist ein Traum der nicht tragbar ist. Er ist nicht tragbar für die Natur und Katastrophen wie diese, werden die Natur in den betroffenen Regionen für längere Zeit oder wenn nicht sogar dauerhaft schädigen.

Doch werfen wir einen Blick auf die Fakten seit dem letzten Bericht (11.05.2010).

Neben den kläglichen Versuchen, Stahlkuppeln über die Lecks zu stülpen und das Öl ab zu pumpen, gibt es auch noch den Versuch die Lecks mit Beton oder Schlamm zu füllen. Allerdings scheiterte auch dieser Versuch. Aber es neben der Ölpest wird es auch immer heikler über diese zu berichten. Journalisten wird mittlerweile der Weg zu den betroffenen Stränden verwehrt. Die „New York Times“, „Washington Post“ und andere Nachrichtenagenturen wird der Weg zu Wasser oder zu Land verwehrt. Aus Sicherheitsgründen, so die offizielle Begründung. Doch diese Begründung gehe nur von BP aus, nicht von der US Regierung. Ein Unternehmen zensiert eine Katastrophe, um die schlimmsten Bilder der Weltöffentlichkeit vor zu enthalten. Neben der Katastrophe wird also auch zensiert.
Diese Zensur steht im völligen Kontrast zu der Imagekampagne, die in den USA zur Zeit läuft. Täglich wird ein TV-Spot ausgestrahlt, der einen um Vergebung bettelnden BP-Chef zitiert und nebenbei Bilder von Säuberungsarbeiten zeigt. Außerdem spricht er von der Verantwortung die das Unternehmen hat im Bezug auf die Aktualität der Katastrophe.

Es geht aber noch einen Schritt weiter. Ein Reporter des investigativen Magazin „Mother Jones“ versuchte auf die Elmar’s Island zu gelangen. Eine Insel für bedrohte Tierarten. Die Insel war allerdings abgeriegelt und er wurde auf Informationszentrum von BP weiter gleitet, in dem er von einer Vertreterin folgendes zu hören bekommen hat: „Wir haben schon genug blaue Augen.“ . Daraufhin fragte der Reporter warum BP diese Insel absperren darf? Die Antwortet war folgende:  „Dieses Öl gehört BP.“
BP kontrolliert systematisch die Berichterstattung. Darf ein Unternehmen dies machen? Ist das Wort Pressefreiheit nur ein Wort für ein Unternehmen, welches für die größte Öl-Katastrophe in der Geschichte der Menschheit steht und warum spielt die Regierung mit?

Von der Luft, vom Wasser oder zu Land, überall hat BP seine Finger im Spiel und erteilt Verbote oder sonstiges für Drehgenehmigungen oder andere Berichterstattungen. Es scheint wie in einem Kriegsgebiet abzulaufen. Reporter die unter strikter Kontrolle sind, dürfen ins Krisengebiet mit. Aber dies ist kein Kriegsgebiet. Es ist ein Geschehen, welches öffentlich diskutiert werden muss und für jedermann sichtbar sein. Wer sich jetzt noch für ein solches Unternehmen ausspricht, spricht sich für ein Unternehmen aus, welches die wichtigsten Rechte im Medienbereich einfach über den Haufen werfen und eine Abschottung betreiben, die staatliche Ausmaße an nimmt. Das alles für das Wohl des Unternehmens, welches an Sicherheitsvorkehrungen spart aber einen Werbespot für 50 Millionen US-Dollar dreht, in dem es um Vergebung bettelt?


altIndes orderte US-President Barack Obama beide BP-Chefs ins weiße Haus. Der Geduldsfaden scheint wohl gerissen zu sein. Bis spätesten Sonntag dem 20.06. soll eine überzeugende Lösung auf den Tisch. Doch eine Frage steht mal wieder im Raum. Welche Konsequenzen wird dies alles für das Unternehmen haben? Geldstrafen für ein Unternehmen welches jährlich ein Gewinn von über fünfzehn Milliarden Dollar macht scheint hier wohl schlecht zu wirken. Früher oder später wird es vermutlich aber darauf hinaus laufen. Es ist wie so oft das gleiche. Zu Beginn ist jeder entsetzt, dann gewöhnen sich die Menschen dran, die Medien nehmen Abstand vom Geschehen. Vereinzelnd wird berichtet. Zum Ende hin wird es wieder interessanter und nachdem alles geklärt ist, erlischt das Interesse. Wird es dieses Mal wieder so ablaufen? Darf es dieses Mal wieder so ablaufen?

Wir blicken also gespannt auf den 20.5.! Es muss eine Lösung her und zwar eine handfeste die zu 100 Prozent wirkt und keine Lücken aufweist. Warten wir ab, was bleibt auch sonst übrig.

„Als ich abtauche, ist Öl das einzige, was ich sehe“  - Rich Matthews, AP-Reporter

„...geteerten Meereslebewesen übersät“ – „einige tot und andere unter einer dicken Schicht Rohöl...“  - Matthew Lysiak, New Yorker „Daily News“

„Als wir diesen Defin fanden, war er mit Öl gefüllt“ und weiter „Öl floss nur so aus ihm heraus.“  - Matthew Lysiak, New Yorker „Daily News“

BP weiß um dieses Geschehen, aber Bilder dürfen nicht gemacht werden. Das Meer wird diese Beweise früher oder später wegspülen, das weiß auch BP!

Quellen: 

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,700128,00.html

http://www.n-tv.de/politik/Obama-stellt-BP-Ultimatum-article919011.html

http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Wie-man-das-Loch-stopfen-kann-article919488.html

http://www.n-tv.de/panorama/dossier/Sieben-Wochen-Oelpest-in-den-USA-article912917.html

Bilder:

http://static.rp-online.de/layout/fotos/624851-01-094bfa430c027c.jpg

http://de.reuters.com/resources/r/?m=02&d=20100611&t=2&i=126110697&w=&fh=&fw=&ll=192&pl=155&r=2010-06-11T051905Z_01_ABEE65A0ERV00_RTROPTP_0_OIL-SPILL-OBAMA

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Kommentare (10)
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06.03.2016
Finkenstar14 hat geschrieben:
Heftig was da so abgeht
16.06.2010
Isi1234 hat geschrieben:
Und leider sind die Umwelt und die Tiere am schwersten betroffen... Wieso dauert es nur so lange bis man eine Lösung gefunden hat?? Ich kann es nicht glauben,dass es Leute gibt,denen scheinbar egal ist wenn sie Zitate lesen wie ?Als wir diesen Defin fanden, war er mit Öl gefüllt?.. Ansonsten echt guter Artikel.
16.06.2010
Bienenkoenigin hat geschrieben:
zu BP fällt einem einfach nichts mehr ein... echt nen klasse Bericht!

@Ro: ich seh das genauso... ich meine, wenn man eine Bohrinsel baut, muss man doch wohl auf alle Gefahren vorbereitet sein!
@Glühwürmchen: ich glaube irgendwie muss dieses Risiko bleiben, sonst gibt es keinen Fortschritt, man kann ja nicht von Anfang an alle Gefahren kennen, aber gewisse Gefahren sind bekannt, man weiß z.B. genau was bei einer Explosion eines Atomkraftwerks passiert (Tchernobyl) und auch, dass das Rohr ein Loch bekommt ist nicht grade die unerwarteste Gefahr... ich finde auf solche Dinge MUSS das Unternehmen vorbereitet sein...
14.06.2010
yangki hat geschrieben:
I was visualizing the BP Oil disaster in Gulf Mexico to my hometown in Indonesia. It takes more than 2 provinces area, West Java and Banten including Jakarta city. I uploaded the picture to Forest Friends Blog here http://www.wwf-jugend.de/community/channel.php?channel_id=3
14.06.2010
yangki hat geschrieben:
Nice article.
Visit this webpage to visualise the BP Oil disaster in your hometown.. http://www.ifitwasmyhome.com/
14.06.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
@Ro:Ich würde sagen dass mit den Bohrinseln ist genau wie mit der Atomkraft. Die Leute gehen ein Risiko ein, ohne anscheinend auf Zwischenfälle eingestellt zu sein. Wenn man länger darüber nachdenkt ist es eigentlich mit fast allen "fortschrittlichen" Sachen so. Zeit, dass sich da was ändert.
14.06.2010
Ro hat geschrieben:
Was mich am Meisten ärgert ist die Tatsache, dass man Borinseln baut nur um an Öl zu gelangen, aber nicht im Geringsten auf Zwischenfälle und Katasrophen wie diese Eingestellt ist! Man baut Borinseln, ohne genügend Absicherheit! Das ist einfach bescheuert! Sonst toller Artikel. Und die Zitate am Ende finde ich echt gut!
14.06.2010
Marcel hat geschrieben:
@flex: Der WWF hat überall auf der Welt bereits in seiner Pressearbeit und auf Internetseiten die Dramatik der Situation dargestellt. Was jetzt zuallererst wichtig ist, ist konkrete und fachkompetente hilfe vor Ort. Der WWF ist im Golf von Mexiko zwar nicht aktiv, aber beobachtet die Lage genau und bietet den Organisationen vor Ort Unterstützung an. Dazu gehören Organisationen wie Mobile Baykeeper oder Audubon, mit denen wir die Meeresverschmutzung so stark wie möglich einzudämmen versuchen. Es gibt auch Möglichkeiten für freiwilliger Helfer, dort mitzumachen. Mehr Infos gibt es beim WWF US unter http://www.worldwildlife.org/what/howwedoit/policy/gulf-of-mexico-oil-spill.html?intcmp=297

Darüber hinaus kann man leider nicht viel machen. Ohne BP selbst wird die Katastrophe wohl nicht zu stoppen sein. Proteste hat es bereits vielfache gegeben, und selbst Obama und die Regierung der USA haben gegenüber BP einen ungewöhnlich harten Ton angeschlagen. Der Imageverlust für BP ist immens. Und BP scheint auch langsam einzusehen, dass die Lage weitaus gefährlicher ist, als BP-Chef Tony Hayward zuerst versichert hatte (u.a. hier nachzulesen: http://www.tagesschau.de/ausland/oel150.html). Die Schuldfrage ist sicher nicht die einzige, die es mit Nachdruck zu verfolgen gilt. Uns ist wichtig, dass zukünftig soetwas nicht nochmal passieren darf (denn es gibt weitere Bohrinseln, die mit der gleichen Technik ausgestattet sind), und dass die Ölförderung allgemein abgelöst werden muss. Wir legen allen Menschen einen sparsamen Öl- und Benzinverbrauch nahe. Und wir setzen uns politisch sowie öffentlichkeitswirksam für die Schaffung neuer Techniken ein, die uns von der Nutzung fossiler Ressourcen befreien.
14.06.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ein klasse Bericht und sehr erschreckend alles.
Das mit der Zensur finde ich total empörend, aber das wurde ja schon deutlich, als herauskam, dass BP nur einen kleinen Teil von den Mengen Öl genannt hat, die bereits ausgetreten sind. Da haben sie ja auch schon versucht zu vertuschen.
Es ist echt bitter, dass das Öl immer weiterfließt und man nichts dagegen tun kann. Die Ökosysteme im gesamten Umkreis sind für immer zerstört.
Ich finde es interessant, dass du auch jeden indirekt beteiligten Ölkonsumenten ansprichst. Ich glaube, da machen sich die allerwenigsten Gedanken drüber -das eigene Auto, die Heizung...
Ich bin ja sowieso der Meinung, dass sich auf Erden grundlegend was ändern muss, aber ich weiß, dass ich damit alleine dastehe.
Und wer will schon auf ein Auto verzichten? Wenn man nicht sein ganzes Leben auf radikal revolutionäre Ideale ausrichtet, hat man in Vater Staat keine Chance damit.
Man könnte es ja mal ausprobieren.
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