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Aquakulturen - Segen oder Fluch?


von Lele97
16.02.2011
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Sicher hat jeder schon einmal etwas von der Massentierhaltung gehört. Hühner, Kühe und Schweine werden dabei auf möglichst geringem Raum gehalten und schnellstmöglich gemästet. Seit einigen Jahren gibt es eine ähnliche Methode für Fische.
Die Fische werden dabei in großen Farmen im Wasser gehalten, haben eine kurze Lebensdauer und werden genauso wie die Hühner, etc. gemästet. Solche „Bauernhöfe für Fische“ nennt man Aquakulturen.
Dieses Geschäft boomte in den letzten Jahren, da man mit Hilfe dieser Aquakulturen die Fische draußen im Meer schonen möchte.
Die Fische werden in Netzgehegen gehalten. Je nach Fischart werden diese Käfige in Fließgewässern oder in stehenden Gewässern angelegt. Fische die kühles salziges Wasser bevorzugen (wie zum Beispiel Lachse), werden vorwiegend in Norwegens Fjorden gezüchtet. Fische die warmes, stehendes und süßes Wasser bevorzugen, können auch auf dem Festland in Seen und Teichen gezüchtet werden.
Aber nicht nur Fische, sondern z.B. auch Shrimps und Muscheln werden in solchen Aquakulturen gezüchtet.
Nun stellt sich die Frage ob diese Aquakulturen wirklich so gut sind:

Auf 1 Tonne Fisch fallen bei der Aquakultur etwas 15 kg Phosphor, 85 kg Stickstoff und 900 kg organischen Abfall. Zum Vergleich: Eine 8.000 Quadratmeter große Lachsfarm produziert genauso viel organischen Abfall, wie eine Stadt mit 10.000 Einwohnern.
Das Futter besteht aus Abfällen (Fischmehl) der industriellen Fischverarbeitung und anderen kleinen Fischen die extra gefangen werden – also auch Fisch; der aber nicht aus Aquakulturen stammt, sondern von Fischern im Meer gefangen wurde. Auf 1 Tonne Fisch kommen so noch einmal 5 Tonnen Futter. Damit werden die Fischbestände im Meer indirekt geschädigt. Außerdem verschmutzt man das Wasser mit diesen Aquakulturen und man gefährdet das biologische Gleichgewicht. Vermehrt treten in der Nähe der Aquakulturen Krankheiten bei den frei lebenden Fischen auf, die sonst eher untypisch sind.
Bis jetzt ging es nur um die Aquakulturen in Europa, doch in Asien wurden die Aquakulturen längst zu einem lukrativen Wirtschaftszweig gemacht, der stetig wächst. So wurde in den letzten 20 Jahren schon mehr als ein Drittel der Mangrovenwälder auf Grund von Shrimpzuchtanlagen abgeholzt. Auf einem Quadratmeter Fläche haben etwa 100 Shrimps Platz. Doch schon nach wenigen Jahren müssen diese Teiche wegen Fäkalien, Dünger und Algen aufgegeben werden und neue Teiche müssen gebaut werden.
Nicht einmal Arbeitplätze schaffen diese Aquakulturen, denn für einen Garnelenteich braucht man lediglich 5 Arbeitskräfte; für ein 40 Hektar großes Reisfeld dagegen schon 50 Arbeiter.

Am besten macht sich jeder sein eigenes Bild von diesen Aquakulturen. Wenn man billigen Fisch mag und nicht auf ihn verzichten will, sind Aquakulturen eine Lösung. Jedoch der Schaden für die Umwelt ist beträchtlich.
Wenn man auf solchen Fisch verzichten will, sollte man vor dem Kauf auf die Verpackung schauen. Dort muss angegeben sein, von wo der Fisch stammt. Natürlich sollte man grundsätzlich keinen Fisch kaufen der vom aussterben bedroht ist.
 

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Kommentare (5)
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17.02.2011
Lele97 hat geschrieben:
@ Daisy: Danke erst mal. :) Ja, Bio-Aquakulturen sind etwas besser, jedoch werden die Menschen, die mit diesen Aquakulturen Geld machen, weiterhin die bisherige Methode praktizieren, da diese für sie billiger ist. Ich finde es d**f, dass manche Menschen der Umwelt schaden und nur an ihren eigenen Profit denken.
17.02.2011
Lele97 hat geschrieben:
An Paul2410:
Ja das wäre wirklich mal eine gute Idee. NOch besser wäre es, wenn man die Fische mit anderen Dingen, als Fisch, füttern könnte.

An MarcelB:
Teils, teils. Lachs zum beispiel wird garantiert von uns importiert. Wir Deutschen können einfach keinen Lachs bei uns züchten und die meisten wollen ihn ja trotzdem essen.
17.02.2011
MarcelB hat geschrieben:
Werden die in Aquakulturen gezüchteten Fische exportiert? Oder als Nahrung an die eigene inländische Bevölkerung verkauft?
Ich habe mal einen ähnlichen Artikel geschrieben, das Problem ist nicht nur das farmen an sich, sondern das was die politisch unabhängigen Companys draus machen, viele produzieren auf kosten der Natur..
Ich könnte mir vorstellen, dass es ein erheblicher Vorteil, für die Bürger der Heimat ist, sofern der Fisch billig ist. Fishfarming mit Shrimps wird ja meist in Entwicklungsländern betrieben. Dort können dann auch arme menschen ihre Familie mit Fisch versorgen. Vermuten tue ich aber eher, dass die Fische auf qualität gezüchtet werden, und diese dann als hochwertiges Produkt zu uns Europäern kommt. Ja schon ein großes internationales Problem...
nette Infos, auch zu den einzelnen organischen Abfällen!
Werden die in Aquakulturen gezüchteten Fische exportiert? Oder als Nahrung an die eigene inländische Bevölkerung verkauft?
Ich habe mal einen ähnlichen Artikel geschrieben, das Problem ist nicht nur das farmen an sich, sondern das was die politisch unabhängigen Companys draus machen, viele produzieren auf kosten der Natur..
Ich könnte mir vorstellen, dass es ein erheblicher Vorteil, für die Bürger der Heimat ist, sofern der Fisch billig ist. Fishfarming mit Shrimps wird ja meist in Entwicklungsländern betrieben. Dort können dann auch arme menschen ihre Familie mit Fisch versorgen. Vermuten tue ich aber eher, dass die Fische auf qualität gezüchtet werden, und diese dann als hochwertiges Produkt zu uns Europäern kommt. Ja schon ein großes internationales Problem...
nette Infos, auch zu den einzelnen organischen Abfällen!

>>http://www.wwf-jugend.de/community/blog.php?user=MarcelB&blogentry_id=1913
16.02.2011
Paul2410 hat geschrieben:
Also eine Aquakultur an sich ist nicht schlecht, bloß sollte man sie einen anderen Zweck haben. Man sollte dort vom Aussterben bedrohte Fische züchten und regelmäßig welche frei lassen.
16.02.2011
YoungPanda97 hat geschrieben:
Schöner Bericht, gutes und wichtiges Thema! Jetzt fehlt nur noch ein Bild dazu... Ist aber nicht so schlimm. Du kannst noch ergänzen, dass man immer auf das MSC-Siegel achten sollte. Das zeigt einem, dass man den Fisch wirklich ohne Bedenken essen kann. Aber sonst echt gut.
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