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Alarmzeichen Algenblüte


von Marcel
22.07.2010
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Es geht etwas Unheimliches vor in der Ostsee. Das Wasser färbt sich grün, die Küsten werden überzogen mit grünlichem Schlamm. Naturkundige wissen sogort, was abgeht: die Algenblüte. In der Ostsee hat sich ein riesiger Algenfilm gebildet, der sich über 1600 km in der Länge und 190 km in der Breite erstreckt. Rund 377.000 Quadratkilometer der Wasseroberfläche in der Ostsee sind derzeit von einer Schicht aus Blaualgen bedeckt.

Der aktuelle Algenfilm ist der größte, der seit 2005 in der Ostsee beobachtet wurde. Nach Ansicht des WWF ist wie damals der gleiche Effekt zu befürchten: Die Algenblüten tragen zur Verschärfung der immensen Sauerstoffprobleme der Ostsee bei. Die Schicht aus Blaualgen zieht sich derzeit von Finnland bis in die Pommersche Bucht und nordwestlich von Rügen hin. In den deutschen Küstengewässern sind besonders das Achterwasser / Oderhaff und der Strelasund betroffen.

"Hohe Temperaturen, wenig Wind und ein überdüngtes Meer - das sind perfekte Bedingungen für Algenwuchs“, erläutert Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros. Algenblüte ist eigentlich ein natürliches Phänomen. Aufgrund des hohen Nährstoffgehalts in der Ostsee vermehren sich die Algen jedoch explosionsartig. "Riesige Algenteppiche schaden in erster Linie der Meeresumwelt. Pflanzen sterben ab und regelrechte Todeszonen ohne Sauerstoff bilden sich am Meeresgrund weiter aus." Sterben die Algen ab, wird besonders viel Sauerstoff verbraucht und giftiger Schwefelwasserstoff gebildet, der allen Organismen am Ostseegrund schadet.

Wieso kommt es zu diesem Massenwachstum der Blaualgen? Die Lösung liegt ausgerechnet nicht im Meer, sondern ganz woanders - auf dem festen Land, oder konkreter: auf dem Acker. Der WWF macht die vielen Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft für die Veränderungen in der Ostsee verantwortlich. Über Flüsse gelangen große Mengen Stickstoff und Phosphor aus Düngemitteln ins Meer, die bei günstigen Witterungsbedingungen die Algenblüte vorantreiben.

"Überdüngung ist das größte Umweltproblem der Ostsee und der Motor für die Ausbreitung der sauerstoffarmen Zonen", sagt Jochen weiter. "Es ist unverantwortlich, wenn die Länder an der Ostsee einerseits ehrgeizige Ziele zum Stopp des Nährstoffeintrags beschließen, und dann dieselben Staaten die Überdüngung anheizen“. In Schweden ist beispielsweise kürzlich die Düngemittelsteuer abgeschafft worden. In Mecklenburg-Vorpommern wurde das Landeswassergesetz so geändert, dass statt bisher bis auf sieben Meter jetzt bis auf einen Meter an Gräben und Bäche heran gedüngt und gespritzt werden darf.

Wir müssen der Ostsee helfen! Zum Schutz der belasteten Ostsee fordert der WWF daher strengere Maßstäbe für die Landwirtschaftseinträge, einen ostseeweiten Bann von Phosphaten in Waschmitteln und die konsequente Abwassereinigung von Kreuzfahrt- und Fährschiffen in der Ostsee. Die Abwässer müssten zudem während der Liegezeit in den Häfen entsorgt werden. Schätzungsweise 340 Tonnen Stickstoff und 112 Tonnen Phosphor gelangen jedes Jahr aus Abwässern der Passagierschifffahrt direkt ins Wasser der Ostsee.

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Kommentare (1)
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24.07.2010
Morgan hat geschrieben:
Anne,ich geb dir völlig recht.Aber man kann nichts rückgängig machen,ausnahme,wenn man eine zeitmaschine hat.aber da ich bezweifle,das es dieses gerät schon gibt...aber wenns nur phosphor wäre,dann wärs in 20 jahren vorbei
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