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is in the air


??berschwemmungen sind nur eine Konsequenz des Klimawandels © National Geographic Stock / Tyrone Turner / WWF

Das Problem

Extremes Sommermärchen.

© Juan Pratginestos / WWF Canon

2003 war Rekordsommer. Damals erlebte Deutschland eines der wärmsten Jahre seiner Geschichte. 2012 war das neuntwärmste Jahr seit Beginn weltweiter Messungen vor etwa 130 Jahren. Die zehn rekordwärmsten Jahre wurden fast alle nach der Jahrtausendwende verzeichnet. Eine Abkühlung ist nicht in Sicht: Die Fieberkurve der Erde steigt weiter.

Die globale Erwärmung wird zum größten Teil von uns selbst verursacht. Jedes Stück Kohle, das wir verheizen, jeder Liter Erdöl oder Gas, den wir verbrennen, vergrößert die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre. Wie eine immer dickere Decke legen sie sich um die Erde, schließen Wärme ein und machen Mensch und Natur zu schaffen.

Wie wir der Erde einheizen:

Wie kommt es zum Treibhauseffekt?

Großes Aus- und Einatmen, gigantischer Schutzschild.
© Milán Radisics / WWF

Dem natürlichen Treibhauseffekt verdanken wir unser Leben. Ohne ihn läge die Mitteltemperatur auf der Erde nicht bei plus 15, sondern minus 18 Grad Celsius. Also eigentlich eine gute Sache mit dem Treibhaus.

So funktioniert's: Sonnenstrahlen treffen als ultraviolette Strahlung (UV) auf die Erdoberfläche und erwärmen diese. Ein Teil dieser Energie wird in Form von langwelliger infraroter Strahlung reflektiert, also wieder Richtung Weltraum zurückgeworfen. Von dieser reflektierten infraroten Strahlung wiederum wird ein Teil in der Atmosphäre von Gasen wie Wasserdampf, Ozon, Kohlendioxid (CO2) und anderen quasi zurückgehalten. Diese langwellige infrarote Sonnenstrahlung fällt zur Erde zurück und erwärmt sie wie ein Treibhaus.

Der natürliche Kreislauf des Kohlendioxids hält die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre im Gleichgewicht: CO2 entsteht beim Ausbruch von Vulkanen, bei der Zersetzung von Pflanzen - und natürlich, wenn wir oder die Tiere ausatmen. Einmal in der Atmosphäre angekommen, schwirrt es dort etwa 100 Jahre herum. Dann erst wird es durch Photosynthese wieder in Pflanzen eingebaut oder im Meerwasser aufgelöst.

Wie verändern wir den Treibhauseffekt?

Unser Auftritt: Wir geben eine famose Zugabe - ungefragt und ungewünscht...
© Edward Parker / WWF-Canon

Wir bringen das Klima aus dem Gleichgewicht, überfrachten die Atmosphäre mit unserem Output. Mit Dampfmaschine und Kraftwerk sowie durch die Rodung von Wäldern starteten wir ein massives Experiment mit unserem Planeten. Wir produzieren dadurch zusätzliche Treibhausgase, die sich in der Atmosphäre anreichern und dort noch mehr Sonnenwärme zurückhalten.

Wie ein Gewächshaus in der Mittagshitze, dessen Gläser dicker werden und immer mehr Wärme zurückhalten, heizen wir auf diese Weise unseren Planeten zusätzlich auf. Das ist der so genannte "anthropogene" Treibhauseffekt - vom Menschen verursacht.

Welches Treibhausgas schlägt am stärksten zu?

Wir verfeuern täglich so viel fossile Energie, wie die Natur in Jahrtausenden gebunden hat!
© Edward Parker / WWF-Canon

Das wichtigste Treibhausgas ist Kohlendioxid (CO2). Es ist für mehr als 60 Prozent der weltweiten Erderwärmung verantwortlich. In den letzten 420.000 Jahren waren die CO2-Werte in der Atmosphäre niemals höher als heute.

Energiehungrig und alles andere als klimafreundlich: Rund 37 Prozent des vom Menschen produzierten weltweiten CO2 fallen bei der Stromerzeugung an. Knapp 40 Prozent der weltweit erzeugten Energie basiert noch immer auf dem fossilen Brennstoff Kohle - eine massive Treibhausgasschleuder.

Nix wie raus aus den Schloten: Außerdem sind die meisten weltweit betriebenen Kraftwerke ziemlich verschwenderisch - die Energie könnte viel gewinnbringender aus der Kohle geholt werden. Die Folge: Tonnenweise Treibhausgase werden ausgestoßen, zum Schaden für Natur und Mensch. Oft wird nur ein Viertel bis ein Drittel der eingesetzten Energie wirklich genutzt!

Rund 34 Milliarden Tonnen CO2 werden jährlich in die Erdatmosphäre geblasen - jede Sekunde mehr als 1.078 Tonnen. Mit dramatischen Folgen: Der Anstieg der globalen Temperaturen gefährdet die zerbrechlichen Wechselwirkungen des Weltklimas.

Wer hat die Hauptschuld daran?

Wenn alle so leben würden wie wir...
© Anton Vorauer / WWF-Canon

Hauptverursacher des zusätzlichen Treibhauseffektes sind die Industrieländer. Rund 58 Prozent des im gesamten 20. Jahrhundert in die Luft geblasenen Kohlendioxids wurden in Europa und den USA erzeugt. Heute steigt jedoch vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern der Ausstoß an Treibhausgasen stark an. Seit 2010 ist China der weltgrößte CO2-Emittent und für fast ein Viertel des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.

So einfach klappt das aber mit der Schuldfrage nicht. Betrachtet man den Pro-Kopf-Verbrauch, dann liegt China mit 6,6 Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner im Jahr (2011) noch immer in der unteren Hälfte der Tabelle. Zum Vergleich: Jeder Deutsche produziert im Durchschnitt elf Tonnen CO2 im Jahr, jeder US-Amerikaner 17,2 Tonnen und jeder Bewohner des arabischen Golfstaates Quatar sogar durchschnittlich 56 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Deutschlands Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen beträgt 2,4 Prozent (2011).

Es gibt aber auch andere Ursachen neben der Stromerzeugung und dem Verkehrsaufkommen: Die Umwandlung großer Wälder in landwirtschaftliche Nutzflächen heizt die Erde gleich doppelt auf. Zum einen werden bei Abholzung und Brandrodung Kohlendioxid und andere Treibhausgase frei. Zum anderen fehlen diese gerodeten Wälder als CO2-Speicher. So entstehen ungefähr ein Fünftel aller Treibhausgase durch die Vernichtung von Wäldern und eine veränderte Flächennutzung.

Wird auf diesen Flächen dann noch Rinderzucht betrieben, was häufig Anlass für die Rodung ist, werden etwa 80 Millionen Tonnen Methan - die Verdauungsgase der Tiere - pro Jahr freigesetzt. Aber auch der Reisanbau auf nassen Feldern trägt in ähnlicher Größenordnung zu den globalen Methanemissionen bei, ebenso die Abbaureaktionen in Deponien und bei der Erdöl- und Erdgasförderung. Insgesamt gelangen schätzungsweise rund 340 Millionen Tonnen Methan im Jahr in die Atmosphäre. Methan ist - gemessen an der Treibhauswirkung eines einzelnen Teilchens - etwa 23-mal gefährlicher als das weitaus häufigere CO2.

Das macht die Diskussion ziemlich kompliziert. Treibhausgase werden aus völlig unterschiedlichen Gründen verursacht - zur Ernährung (Reisanbau) genauso wie für Geschäfte und Freizeitvergnügen (Flugreisen).

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