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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Wird die Weltöffentlichkeit von den Verhandlungen ausgeschlossen?


von Timm
16.12.2009
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Bis Montag schrieb unsere Pressereferentin Ilka regelmäßig aus Kopenhagen direkt aus dem Konferenzzentrum für unseren Blog. Doch in der zweiten Woche der Verhandlungen wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Bella Center enorm verschärft. Der WWF durfte daher heute nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Delegation ins Konferenzgebäude schicken. Ilka ist eine der ganz wenigen Pressesprecher des WWF, die noch ins Gebäude kommen. Auf ihr lastet jetzt die Pressearbeit, die sich vorher mehrere Kollegen aus aller Welt teilten. Zu dem Blog kommt sie nicht mehr. Daher berichten wir ab sofort anhand der e-Mails und Berichte unserer Kollegen von WWF International, was in Kopenhagen passiert.

Die zunehmenden Restriktionen sind ein großes Thema in der dänischen Hauptstadt. 7000 NGO-Vertreter sind heute insgesamt nur noch zugelassen. Hunderte extra zur zweiten Woche Angereiste standen trotz Akkreditierung am Montag und Dienstag vor verschlossenen Türen in der Kälte. Sie sangen “Open up the Bella Center” oder “Let us in, let us in!”. Morgen – wenn 120 Staats- und Regierungschefs anreisen - sollen nur 1000 zugelassen werden und am Freitag gar nur noch hundert.

Heftige Worte: Der Autor und Kolumnist der englischen Zeitung „The Guardian“ Fred Pearce war einer von denen, die nicht mehr rein kamen. Er schrieb in seinem Blog „Ich habe so was noch nie gesehen. Wir waren heute ruhig und friedlich, aber das könnte sich ändern!“

Das könnte sich tatsächlich ändern, denn die Frustration unter den Beobachtern wächst. Es sieht derzeit so aus, als würde die Konferenz die Weltöffentlichkeit praktisch von den Verhandlungen ausschließen und den Regierungschefs eine Bühne bieten, auf der sie eine lasche Vereinbarung als großen Erfolg verkaufen können.

altDenn inzwischen haben zwar die Minister die Verhandlungsführung übernommen, aber die Texte, die ihnen von den vorherigen Verhandlungsführern übergeben wurden, enthalten weiterhin viel zu viele „Klammern“. Geklammert werden alle Zahlen und Formulierungen, über die noch keine Einigkeit erzielt werden konnte. “In vielerlei Hinsicht haben die finalen Verhandlungen vor der Übergabe an die Minister eher weniger als mehr Einigkeit in den zentralen Fragen zustande gebracht“, kritisierte daher heute der Leiter des WWF-Klimaprogramms Kim Carstensen. Laut Carstensen ist an dem Durcheinander, zu dem die Verhandlungen geworden sind, vor allem die Kompromisslosigkeit und der Wettbewerb der großen Staaten schuld.

Dabei kam das Wort “Kompromiss” sehr häufig in den Reden zur Eröffnung des so genannten Ministersegments der COP-Präsidentin Connie Hedegaard, des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger und des UN-Generalsekretärs Ban-ki Moon vor. Hoffen wir, dass die Staatschefs noch zu einem Kompromiss in der Lage sind und den Klimaschutz dennoch richtig anpacken!

altEine entsprechende Aufforderung sandte der WWF heute mit einer Aktion an die deutsche Bundeskanzlerin. Auf der Wiese vor Kanzleramt und Reichstag „pflanzten“ WWF-Aktivisten hunderte große Hände auf. Darauf standen die Klimaschutzstatements, die wir das Jahr über in der Bevölkerung gesammelt hatten.

Im weißen Schneegestöber übergaben wir alle Stimmen und Statements an Stefan Besser, einen Vertreter der Bundeskanzlerin, und gaben ihr so die wichtigste Reiselektüre mit auf den Weg. Denn wenn die Zivilgesellschaft schon von den Verhandlungen ausgeschlossen wird, dann soll Angela Merkel wenigstens wissen, was die Menschen denken.

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