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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Wir sind 7 Milliarden


von Marcel
31.10.2011
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Wird es in China zur Welt kommen? Wahrscheinlicher ist Afrika. Oder vielleicht ausgerechnet hier in Deutschland, obwohl unsere Gesellschaft gerade schrumpft? Fest steht: Nach den Berechnungen der Vereinten Nationen wird wahrscheinlich heute, am 31. Oktober, irgendwo und irgendwann der siebenmilliardste Mensch auf die Welt kommen.

Macht dir das Angst? Das Tempo kann einen schon schwindelig machen... 1804 zählte die Menschheit eine Milliarde. Bis zur zweiten Milliarde dauerte es rund 120 Jahre, bis zur dritten dann nur noch etwa 30. Seit 1960 kommt alle 12 bis 14 Jahre eine weitere Milliarde hinzu. Jedes Jahr über 80 Millionen Menschen zusätzlich - das ist die Bevölkerung von Deutschland, das sind 150 Menschen jede Minute.

Die Erde würde, könnte sie schreiben, wahrscheinlich keine Geburtstagskarte schicken, sondern eine Mahnung. Denn um unsere Nachfrage nach natürlichen Rohstoffen zu decken, bräuchten wir nach WWF-Berechnungen bereits heute einen zweiten Planeten. Mit den Bevölkerungszahlen wird auch der Bedarf an Wasser, Nahrung und Energie weiter steigen.

"Wir leben derzeit auf Pump. In Zukunft müssen Nahrungsmittel und knappe Produktionsmittel wie Wasser und Böden gerechter und effizienter genutzt werden", fordert daher Matthias Meissner, Agrarreferent beim WWF Deutschland. "Damit eine Stabilisierung der Welternährung möglich wird, müssten die Industrieländer zusätzlich ihren Fleischkonsum reduzieren und die allgemeine Wegwerfmentalität des Handels und der Verbraucher müsste gestoppt werden."

Die FAO fordert deshalb schon heute eine Steigerung der Lebensmittelproduktion um 70 Prozent bis 2050. Eine Intensivierung der Landwirtschaft ist jedoch nur ein kleiner Teil der Lösung. Zu diesem Ergebnis kam eine gemeinsame Studie des WWF Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung. Viel dringlicher ist es, eine gerechtere und effizientere Verteilung der Nahrungsmittel und Produktionsgüter zu erreichen, sagt der WWF. So würde eine Halbierung der Nachernteverluste bei Weizen lediglich eine Produktionssteigerung von 48 statt 70 Prozent notwendig machen. Nachernteverluste sind Lebensmittel und Rohstoffe, die zwischen Ernte und Verbraucher weggeworfen werden.

Puh - riesige Zahlen, komplexe Zusammenhänge... Aber vielleicht fällt dir das gar nicht so schwer, zu überblicken! Wenn du zu denjenigen gehörst, die Lust haben, sich Konzepte für die Zukunft zu überlegen, dann mach doch mit beim 2°Campus! Wir suchen für unsere Schülerakademie junge kreative Leute, die einen Zukunftsplan für Deutschland entwickeln!

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Kommentare (12)
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05.11.2011
HannaS hat geschrieben:
Ich denke, mit gerechterer Verteilung ist auch gemeint, dass in vielen Ländern größtenteils Futter für Vieh in anderen Ländern angebaut wird. Oder Rohstoffe für Energie oder Treibstoff. Oder Blumen oder Kaffee oder Tabak... So viele quasi unnötige Luxusgüter für den Überfluss hier. Würde man das reduzieren und mehr wirkliche Lebensmittel anbauen, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung "gerechte Verteilung" getan.
04.11.2011
TobiS hat geschrieben:
@Carina: Der Energieaufwand würde durch eine gerechte Verteilung eher reduziert werden. Im Moment sieht es ja so aus, dass vieles nach Europa importiert wird. Durch eine lokale Produktion, werden Emissionen gespart, da das Essen da ist, wo es konsumiert wird.

Man muss sich einfach mal die Frage stellen, ob man das ganze Jahr über Erdbeeren und Tomaten essen will, sowie exotische Früchte aus Südamerika und Afrika. Saisonalle und regionale Produkte haben auch ihren Reiz.
04.11.2011
TobiS hat geschrieben:
Das die schneller wachsende Weltbevölkerung an dem Hunger dieser Welt schuld sei, halte ich für ein gerücht. Sicherlicht ist das auch ein Faktor, genau so wie der steigende Fleischkonsum. Aber die Ursache sind sie sicherlich nicht.

DieVerbraucherschutzministerin Ilse Aigner sagte dem Focus, dass "Wir [...] ein verschärftes Verteilungsproblem [haben]. Denn die Menge der produzierten Lebensmittel könnte rechnerisch reichen, um alle Menschen auf unserem Planeten zu ernähren." Es gibt also genug Essen für alle, doch dieses ist nicht gerecht verteilt. Dazu tragen wir auch mit unserer Wegwerfmentalität bei.

Doch entscheident für den Hunger sind die steigende Lebensmittelpreise, die durch Großinvestoren verursacht werden. So hat laut Spiegel (Ausgabe 35/2011) der "Einstieg der Finanzindustrie [...] den Lebensmittelmarkt aus dem Gleichgewicht gebracht." Die Spekulanten handeln mit Waren, sie nie sehen, da sie ihre Futures kurz vor dem Ablaufen verkaufen, um mit dem Geld in neue Kontrakte einzusteigen. Die Futures-Preise wirken sich jedoch nachweislich auf die realen Lebensmittelpreise aus . Außerdem werden besitzter von realen Waren durch steigende Future-Preise dazu animiert, ihre Reserven zu horten.

Zur Lösung des Ernährungsproblems ist es daher nötig, dass die Spekulation mit Agro-Fonds reguliert wird. Außerdem muss Landwirtschaft sich von der Massenproduktion abwenden, und Kleinbauren, die auf lokaler Ebene nachhaltig anbauen, staatlich gefördert werden.
03.11.2011
Janine hat geschrieben:
@elephant und regentag: Oh nein, oh nein, ich meinte neunmilliarden, nicht neunhundert! Entschuldigt bitte, wollte hier keine Verwirrung stiften!
02.11.2011
Lorena hat geschrieben:
ich denke auch, dass es iwann keinen sinn mehr macht eine effizientere Nutzung oder gerechtere Verteilung anzustreben, sondern wir uns damit abfinden müssen, dass wir einfach nicht weiterwachsen können. wäre es möglich zu schrumpfen wäre das bestimmt noch besser, da wir dann viel mehr spielraum mit den ressourcen hätten und diese länger zeit sich zu regenerieren. aber DL schrumpft ja schon, man müsste das problem da angehen, wo viele menschen geboren werden, daher finde ich die einkindpolitik, auch wenn sie best viele nachteile hat, gar nicht so dumm....selbst eine zweikindpolitik wäre ja denkbar.....
02.11.2011
Carina hat geschrieben:
"eine gerechtere und effizientere Verteilung der Nahrungsmittel" - das hört sich so schön an, aber würde das im Endeffekt nicht wieder zu erhöhtem Energieaufwand und Treibhausgasausstoß usw. führen? Weil Lebensmittel von hier nach dort um den Erdball geflogen werden müssen?
02.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Das größte Problem bei den ganzen Problemen an der Überbevölkerung ist die ungleiche Verteilung der Menschen. Europa wird immer weiter schrumpfen und Afrika und Asien werden "explodieren". Es wird also mal wieder die Menschen treffen, die eh schon am ärmsten sind.
Kriege wg Wasser, Öl oder Nahrung werden dann an der Tagesordnung liegen.

Zum "Abbremsen" ist es vielleicht schon zu spät. Aber zB in Afrika sind ca. 30 % der Geburten ungewollt. Würden diese Frauen über Verhütung aufgeklärt und würde die Kirche endlich ihre Meinung zu diesem Thema aus der Steinzeit in die Gegenwart holen, wäre dies schon mal ein Anfang.
01.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
ja stimmt man sollte die entwicklung abbremsen aber wie?!? wie weit können die ressoursender erde ausgeschöpft werden das würde man es erst sehen wenn es wirtklich zu viele menschen gibt?..
01.11.2011
regentag hat geschrieben:
Das ist wirklich erschreckend! Und wie um alles in der Welt soll man denn 900 Milliarden Menschen ernähren?! Irgendwie muss man diese Entwicklung doch abbremsen, oder?
01.11.2011
Janine hat geschrieben:
Uiuiui.. wo das noch hinführen soll. Langfristig ist ein effizienterer Anbau und die bessere Nutzung von Böden aber keine Lösung. Klar wird eine größere Menge an Nahrung zunächst eine größere Menge an Mündern füllen können. Aber irgendwann sind die Kapazitäten einfach erschöpft. In der Uni haben sie gesagt, dass 2050 mit dem Neunhundertmilliardensten Menschen Schluss sei und die Ressourcen absolute Erschöpfung finden. Ich finde es beeindruckend wie schnell das geht und ich frage mich wirklich was passiert, wenn es irgendwann einfach nicht mehr reicht.
31.10.2011
Oekojule hat geschrieben:
Und eigentlich war dieses "Ereignis" für Ende des Jahres geplant... Schlimm, dass das noch gefeiert wird!
31.10.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Laut SPON sind wir seit der Nacht zum Montag bereits Sieben Milliarden Menschen. Das Baby wurde auf den Philippinen geboren.
http://spon.de/ve1ws
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