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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont


von Peet
12.02.2010
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 Das Wort Klimaflüchtlinge wurde bis vor einigen Jahren noch als Schreckensszenario angesehen und zum Teil auch für Szenarien in Filmen wie „Water World“ oder ähnliche benutzt. Mittlerweile ist dieses Wort in die Realität der Menschen und vor allem der Betroffenen eingekehrt.
Millionen von Menschen sind schon heute die natürlichen Lebensgrundlagen durch den stetig voran schreitenden Klimawandel entzogen worden. Die Polarkappen schmelzen, wichtiges Ackerland kann nicht mehr bewirtschaftet werden, weil der Regen fehlt. Wüsten breiten sich rasant weiter aus und bis dato paradiesische Inseln werden einfach vom Meer überschwemmt.

Noch ist es nicht soweit, noch! Doch es hat bereits begonnen. Kiribati und Tuvalu, zwei Inselstaaten im Pazifik, sind wohl die ersten Staaten, die für ihre Bürger Asyl beantragt haben. Die Inselgruppen werden wohl aller Voraussicht zwischen 2050 und 2080 aufgrund des ansteigenden Meeresspiegels unbewohnbar sein.

Es ist allerdings nur ein Beispiel von vielen. Es sind nicht nur die Inselstaaten, die Probleme bekommen werden. Auch die so sicher geglaubten Kontinente werden beträchtlich unter den Folgen des Klimawandels leiden. Der Bauer, der bis vor einigen Jahren noch sein Feld unbesorgt bestellen konnte, muss aufgrund des immer öfter ausfallenden Regens seine Heimat aufgeben. Die an der Küste lebenden Menschen fliehen vor dem steigendem Wasserspiegel ins Inland. Rund 10% der Bevölkerung leben an Küstenregionen und ca. 30% der Menschen leben in Regionen, in denen das Wasser schon heute knapp ist. Betrachtet man das Szenario, was sich anbahnt rund 50 Jahre weiter, so werden die Ausmaße kaum zu bewältigen sein.

Die Probleme der Armut und des Hungers fachen eine neue Welle der Gewalt an und destabilisieren die betroffenen Länder umso mehr. Denn es sind oft nur die armen Länder dieser Erde, die von den Klimafolgen am härtesten getroffen werden. Die Flüchtlingsboote, die schon heute Richtung Spanien oder Italien anlaufen werden nicht weniger. Es kommen mehr und mehr. Im heutigen Asylrecht ist bis heute nirgends eine Anerkennung für Klimaflüchtlinge auszumachen.

Nicht jeder wird fliehen können, die Millionen von Menschen werden nicht alle aufgenommen werden können. Kriege werden nicht vermieden werden können. Ein Beispiel dafür gab es schon in der Vergangenheit. In Kenia war die Trockenheit 2005/2006 so groß, dass ein Kampf ums Wasser und somit ums pure Überleben die Folge war. Denn in Kenia lebt ein Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Dieses Beispiel zeigt doch, in welche Richtung die Entwicklung laufen wird.

Doch wer nimmt diese Flüchtlinge alle auf? Wer kann diesen Menschen helfen, dessen Grundlagen durch uns Industriestaaten zerstört wurden?

Einem Bericht des Spiegels zufolge, müsste Deutschland rund sechs Millionen Klimaflüchtlinge aufnehmen. Die Rechnung an sich ist doch relativ einfach. Wer am Klimawandel beteiligt ist, der muss für das haften, was er verbrochen hat. Deutschland ist eines der führenden Industrienationen dieser Welt und ebenso einer mit unter den Top 10 des weltweiten CO2 – Ausstoßes (laut einer Studie des iwr). Die USA liegt derzeit bei 44 Millionen Flüchtlingen und China bei 38 Millionen.

Muss es erst immer soweit kommen...? Immer wieder werden die Kosten gescheut, Kosten, die für das Klima und die Kulturen dieser Erde von entscheidender Bedeutung sind. Was müssen die Politiker dieser Länder denn noch alles machen, damit die großen Staaten dieser Welt erkennen, das ihr Handeln falsch ist?!
Scheut man jetzt Kosten, so werden die Kosten für die Klimakatastrophen oder auch für die Hilfen der Klimaflüchtlinge dramatisch in die Höhe schnellen, auch wenn sie vermutlich jetzt schon nicht mehr bezahlbar sind...!

Politiker dieser Nationen können sich momentan noch gegen Fakten wehren oder sie einfach abnicken, wie sie es so gerne machen. Fakt angenommen aber erstmal in die Schublade für weniger wichtige Dinge. Klar, eine Finanzkrise geht vor, denn die Wirtschaft ganzer Nationen hängt daran, wenn nicht sogar die Welt. Aber es sind auch nicht nur die an Land lebenden Kulturen, die durch das rasant wechselnde Klima gefährdet sind. Eine Kultur, wo ich jetzt mal so frei bin und sie als Kultur bezeichne, sind die der Korallenkulturen oder auch die Korallenparadiese dieser Erde und ein Augenmerk liegt jetzt im Korallendreieck.

Das so genannte Korallendreieck, welches bei Indonesien liegt, ist eines der Gebiete mit der höchsten biologischen Vielfalt im Meer. 30 Prozent der weltweiten Korallenriffe, 76 Prozent aller riffbildenden Korallenarten, 35 Prozent aller Korallenfischarten sowie die dort lebensnotwendigen Laichplätze befinden sich dort. Aufgrund des Klimawandels und der steigenen Temperatur des Meeres ist dieses Paradies gefährdet und laut des Berichtes des WWF's vom 13.05.2009 bis zum Ende des Jahrhunderts verschwunden. Damit wäre zum einen ein weiteres Wunder der Natur unwiderruflich zerstört und des weiteren die Grundlage für 100 Millionen Menschen zu Grund gemacht. Da bringt es auch nicht, diese Gebiete vor Überfischung zu schützen oder generell ein Naturschutzgebiet zu machen. Man muss das Ganze in Betracht ziehen, um somit das Ganze zu schützen.

Um es einmal klar auszudrücken:

„Darüber, wer die Welt erschaffen hat, läßt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird“ George Adamson (1906-89) – Tierschützer

Quellen:

http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/klimafluechtlinge_endv.PDF
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,665312,00.html
http://www.iwr.de/klima/ausstoss_welt.html
http://www.wwf.de/presse/details/news/korallenparadies_in_der_klimafalle/

Bild: http://p3.focus.de/img/gen/2/c/HB2cDqjy_49f1d7c742a5_Pxgen_r_467xA.jpg

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Kommentare (14)
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14.02.2010
StrongBad hat geschrieben:
wir haben in deutschland auch einwanderungsgesetze, die verhindern dass jedes jahr zig millionen typen hier einfach einwandern.
es wäre nur zum schutz für uns, wenn wir die nicht reinlassen würden, egal wie rassistisch/unmenschlich/unlogisch das für dich klingen mag.
aber wieder mal müsstest du das realistisch sehn ;) wie würdest du die ganzen einwanderer versorgen? vielleicht würden die krankheiten mitbringen?! dann wären wir auch dran - gut, es wäre deiner meinung nach "gerecht", weil wir für den klimawandel verantwortlich sind - aber wen bitte interessiert das noch, wenn sein eigenes leben auf dem spiel steht? ich glaube da gibts nur sehr wenige menschen...
13.02.2010
StrongBad hat geschrieben:
@urmel

erschießen und ddr? :D man muss ja nicht gleich übertreiben^^
am anfang werden die einfach nicht reingelassen denk ich...wieder zurückgeschickt, KA was...
aber so wirds warscheinlich doch enden, da könntest du recht haben...
13.02.2010
StrongBad hat geschrieben:
@urmel
doch, ich denke die grenzen können wir dicht halten ;)
und in einem solchen horrorszenario wie das was man sich ja denken kann in so ca 50 jahren...ist das - so hart es klingen mag - der beste schutz für uns (uns=deutsche)
13.02.2010
Peet hat geschrieben:
@Albatross, danke für den Hinweis :-). Man findet mittlerweile einiges an Berichten über dieses Thema und es wird immer wichtiger...!
13.02.2010
Albatross hat geschrieben:
Ah, wegen der Konferenz nochmal: hab ich gerade gefunden hier im Klimablog. Da ging's auch um das Thema: http://www.wwf-jugend.de/index.php?id=114&article=730
13.02.2010
Albatross hat geschrieben:
Ich gebe Lukas vollkommen Recht. Klimaflüchtlinge gibt es tatsächlich. Natürlich hat der Klimawandel für sie vor allem wirtschaftlich negative Folgen, und deshalb verlieren sie ihre Existenzgrundlage. Klimaflüchtlinge waren auch ein Thema auf der Klimakonferenz in Kopenhage - das Problem wird also auch von den Politikern schon gesehen. Nur dass es keine Entscheidungen dazu gibt...
13.02.2010
Taki hat geschrieben:
Oh je Klimaflüchtlinge neee, das sind nur Wirtschaftsflüchtlinge die wollen Leben ohne zu Arbeiten, Von Unseren Sozialsystem schmarotzen. Man sieht Ja das Ergebnis was dabei raus gekommen ist. Das Ergebnis ist Hartz VI. Also wird der Eiheimische mal wieder bestraft.
12.02.2010
Peet hat geschrieben:
@Nemo

Momentan sind sie noch der kleinste Teil, ich spreche aber auch nicht von heute, sondern eher von der Zukunft in 40-50 Jahren. Und ob wir uns so gut gegen diese Menschen schützen können ist nicht nur eine Frage der technischen Möglichkeiten, sondern auch der Moral. Mal abwarten, vielleicht gibt es ja auch einige Sinneswandel in der Politik, die sollen dort ja auch ab und zu vorkommen.
12.02.2010
Albatross hat geschrieben:
Das ist ein sehr wichtiges Thema! Mir tun diese Menschen so leid. Sie müssen sich wirklich extrem ausgenützt fühlen. Wir haben den größten Anteil an der Klimaerwärmung und trotzdem müssen die, die am wenigsten dafür können am stärksten darunter leiden. Es gibt vom WWF so ein Klimazeugenprojekt - kennt ihr das? Da berichten menschen von der ganzen Welt wie sie den Klimawandel jetzt schon konkret spüren Kann man hier nachlesen: http://www.wwf.de/themen/klima-energie/klimawandel/auswirkungen/klimazeugen/ Wir müssen was tun!
12.02.2010
Peet hat geschrieben:
Hm, Abschiebung ist ein gutes Stichwort, werde ich vielleicht demnächst mal drüber berichten ;-):
12.02.2010
StrongBad hat geschrieben:
Das ist wirklich eine Herausforderung, die da auf uns zukommt.

Allerdings werden die meisten Flüchtlinge uns warscheinlich nie erreichen, da andere Länder die bestimmt abschieben/nicht reinlassen...
12.02.2010
Peet hat geschrieben:
Wo wir bei Zitaten sind: Der Titel des Berichts ist ebenfalls ein Zitat...Einer Politikerin der CDU ;-)
12.02.2010
Linda hat geschrieben:
Dieses Zitat von George Adamson trifft es wirklich auf den Punkt. Es ist ziemlich traurig, dass unser Staat wahrscheinlich erst zu handeln beginnen wird, wenn es schon zu spät ist. Wirklich guter Bericht!
12.02.2010
Bienenkoenigin hat geschrieben:
Ich hab darüber auch schonmal eine Doku gesehn, das ist wirlich grausam, das die Folgen, die WIR verursachen, die Entwicklungsländer abbekommen! Die Welt ist einfach ungerecht!
Guter Bericht ;)
Viele Grüße
Die Bienenkönigin
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