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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Wir haben schon alles verbraucht


von Marcel
27.09.2011
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Heute, am 27. September, ist der "Global Overshoot Day". Dieser Tag kennzeichnet symbolisch jenen Zeitpunkt, an dem die Menschheit die Menge an nachwachsenden Rohstoffen (Holz, Fisch, Lebensmittel etc.) für ein Jahr verbraucht hat. Die Erde kann jährlich nur eine bestimmte Menge dieser Biokapazität natürlich selbst regenerieren. Ist der Verbrauch höher als die Wiederherstellung, belasten wir die Natur langfristig.

Wissenschaftler warnen vor dem Kollaps der Welt. Deutschland befindet sich schon seit dem 15. Mai im Minus. "Das, was unser Planet in zwölf Monaten an nachwachsenden Rohstoffen produziert, haben wir schon im September verbraucht. Seit heute stecken wir im Minus“, sagt Christoph Heinrich, Naturschutzleiter beim WWF. Eigentlich ein Grund, bewusster und verantwortungsvoller zu leben. Aber die Menschheit kümmert das bislang wenig. Sie lebt weiterhin auf Pump und häuft ökologische Schulden an.

Für die Berechnung des Datums werden zwei Faktoren miteinander verglichen. Die auf der Erde verfügbare Biokapazität steht auf der einen Seite - sie ist gewissermaßen das "Einkommen" aus natürlichen erneuerbaren Ressourcen. Die Biokapazität ergibt sich aus der Flächengröße eines Landes und dessen Produktivität. Wichtig ist dabei die Menge an Wäldern, Acker- und Weideland sowie Fischgründen. Hohe Ernteerträge beispielsweise erhöhen auch die Biokapazität.

Demgegenüber, auf der Ausgabeseite, steht der ökologische Fußabdruck (der sogenannte Footprint, gemessen in globalen Hektar pro Kopf). Er entspricht dem Bedarf an natürlichen Ressourcen, die wir für unseren Lebensstil verbrauchen. Darunter fallen beispielsweise die Produktion von Nahrung und Gütern sowie der Ausgleich der CO2-Emissionen.

Wir sind fast sieben Milliarden Menschen auf dem Planeten. Alle wollen versorgt sein. Doch bei steigenden Preisen für Rohstoffe und vor allem für Lebensmittel, bei geplünderten Meeren und schwindenden Wäldern wird das eine schwierige aufgabe. Alle reden derzeit von der Finanzkrise und verschuldeten Staaten. doch wir müssen auch unsere ökologische Überschuldung bremsen, fordert der WWF.

Im Jahr 1986 wurde der erste "Global Overshoot Day" ermittelt. Das Datum fiel damals auf den 19. Dezember. Seit etwa 30 Jahren verbraucht die Menschheit mehr, als nachwachsen kann. Die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger haben innerhalb dieses Zeitraums bereits mehr als 50 Prozent zum ökologischen Fußabdruck beigetragen.

Der globale Energiehunger ist gewaltig und droht weiterhin zu wachsen. „Vor allem gibt es ein Ungleichgewicht. Beispielsweise verbrauchen wir Europäer viel mehr als uns zusteht“, erklärt Christoph. Deutschlands Biokapazität liegt bei 1,7 globalen Hektar pro Kopf. Der ökologische Fußabdruck allerdings bei fünf. Unser ganz eigener „German Overshoot Day“ liegt daher schon lange zurück. Am 23. Mai haben wir bereits alle unsere zur Verfügung stehenden Ressourcen verprasst.

Die weltweit bedeutendste wissenschaftliche Analyse zum Zustand der Erde - den Living Planet Index - kannst du dir hier anschauen!

Wie ist deine Meinung? Können wir Menschen den Trend noch umkehren? Was würdest du als Politiker entscheiden, um unseren Footprint zu verringern?

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Kommentare (11)
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03.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Ach du scheiße.. Da müssen wir was ändern! Es ist zwar schwehr, aber wir müssen was ändern.. leider weiß ich nicht wie genau..
04.10.2011
regentag hat geschrieben:
Das ist echt schlimm. Ich finde, man müsste das viel mehr Menschen klar machen, bis ich gerade diesen Artikel gelesen habe, wusste ich noch gar nicht, dass es so etwas wie einen global-overshoot-day gibt.
29.09.2011
Yuna hat geschrieben:
Ich finde es immer wieder faszinieren wie stark alles was mit Geld zu tun hat immer pubilziert wird, aber wenn es um Umwelt geht, wird das immer sehr schnell abgehandelt. Dabei bringt uns Geld rein garnichts mehr, wenn es keine Dinge mehr gibt die man dafür kaufen könnte.
28.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
28.09.2011
Carina hat geschrieben:
Ziemlich erschreckend, vor allem wenn man bedenkt, dass Deutschland ja eigentlich unter den Industrienationen ein Vorreiter ist, was den Umweltschutz angeht. Meiner Meinung nach müssten Politiker auf der ganzen Welt noch viel härter durchgreifen (mithilfe von Gesetzen, Subventionen etc.), um diesem Trend entgegenzuwirken. Doch Urmeli hat schon recht: Um wirklich etwas zu ändern müssen alle an einem Strang ziehen.

@Spieldosenprinzessin: Klasse Idee, ich wäre dabei :)
28.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Das ist echt hart. Deutschland wollte doch immer Vorreiter im Klima- und Umweltschutz sein und dann leben wir seit ca als 4 Monaten über unserem Limit.....

Die Politik kann zwar informieren, Subventionen verteilen und Gesetze verabschieden. Aber tatsächlich etwas ändern kann nur jeder Einzelne. Nur wenn Politik, Wirtschaft und Bevölkerung gemeinsam etwas tun, kann das Problem gelöst werden.
28.09.2011
TaniaTukan hat geschrieben:
Ich finde, der Global-Overshoot-Day ist ein ziemlich guter Ansatz für eine Ideenstürmeraktion oder ähnliches. Man könnte doch zb. nächstes Jahr an genau dem Tag, da Deutschland seine Reccourcen verbraucht hat (oder an eben am Global-Overshoot-Day) eine Aktion planen um den leuten auf der Straße die knallharten Fakten zu offenbaren. Das geht natürlich nur, wenn man schon vorher weiß, wann dieser Tag ist...
28.09.2011
KatevomDorf hat geschrieben:
das heutige gesellschaftsmodell ist doch aber leider so, dass wir kaufen und wegschmeißen. kaufen-wegschmeißen. mehr nicht. wenn es nicht alles im vermeindlichen überfluss geben würde würden die mensch automatisch sparen. das kennt man ja von sich selbst, gesetzt den fall man war schon einmal in solch einer lage, man hat kien geld auf'm konto. dann heißt es entweder sparen und die resourchen bewusst verwenden oder, so wie es deutschland macht es anderen-ökonomisch ärmeren- klauen.
ist natürlich die bequemere variante, asl sich nen kopf zu machen, wie man mit dem aus kommt, was man selbst hat. dabei steht doch jedem die sonne, der wind und die erde zur verfügung....


meine frage: wenn nur berechnet wird, wann das ausgegeben ist, was die natur selber wieder regenerieren kann. wann wäre denn das datum für deutschland erreicht (gewesen) an dem sie selbst mit erneuerbaren energien, aufforstung sprich hilfen FÜR die umwelt ihren "overshoot-day" gehabt hätte?
28.09.2011
midori hat geschrieben:
Auch im zweiten Versuch ein sehr schöner, wenn auch inhaltlich trauriger Text! ;o)
Solche Daten sollten viel mehr an die Öffentlichkeit herangetragen werden. Ich finde es erschreckend, dass WIR schon seit Mai auf Pump leben. Das ist Wahnsinn. Aber keiner weiß es!
27.09.2011
Cookie hat geschrieben:
Autsch. Das ist hart. Da sollten doch echt alle Alarmglocken klingeln. Na ja, jetzt stelle man sich mal vor, hier ginge es um Geldschulden... Da würde das alles garantiert wesentlich ernster genommen werden. Dabei sollte man sich mal fragen, was denn wichtiger ist! Ich finde allerdings, wir können nicht einfach nur von den Politikern erwarten, dass sie die Welt quasi "retten", wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen und versuchen, unseren eigenen Footprint zu verringern, damit auch der aller Menschen zusammen abnimmt. Die Politiker können dazu natürlich beitragen, indem Menschen vor allem besser über Umweltthemen informiert werden und außerdem könnte vielleicht mehr Geld in Dinge wie die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien investiert werden.
27.09.2011
Franzi hat geschrieben:
Wow, das ist wirklich erschütternd! Besonders schlimm finde ich dass Deutschland hier im Vergleich sehr schlecht da steht und wir bereits seit Mai "im Minus sind". Ich hoffe wirklich dass solche Nachrichten die Menschen aufwecken und ihnen klar machen, dass sich etwas ändern muss! Politiker spielen dabei natürlich eine besondere Rolle, da sie Vorbilder sein können und bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen. Deshalb sollten besonders sie auf der Seite des Klimaschutzes stehen!
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