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Wettergeschehen in den Tropen - Monsun (2/4)


von SarahU
17.08.2015
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Themen des zweiten Berichts meiner Berichtreihe "Wettergeschehen in den Tropen" ist die Entstehung des Monsuns, Folgen und die Beeinflussung des Monsuns durch den Klimawandel. Um den Zusammenhang besser zu verstehen, könnt ihr den ersten Bericht lese, in dem der Passatkreislauf erklärt wird, welcher Grundlage für die Wettergeschehen in den Tropen ist.

Wettergeschehen in den Tropen - Passatkreislauf (1/4)

Am Ende dieses Berichts findet ihr wieder Begriffserklärungen.

 

Allgemeines

Die Monsunzirkulation ist ein Sonderfall des Passatkreislaufes. Diese Zirkulation „bildet sich überall dort aus, wo ausgedehnte Landmassen am Rande und große Wasserflächen im Zentrum der Tropen liegen“. Großräumige Windpaare, welche aus unterschiedlichen entgegengesetzten Richtungen kommen, werden als Monsun bezeichnet. Die Schrägstellung der Erdachse um 23,5° hat eine Verlagerung der ITCZ im Jahresverlauf zwischen dem 23° südlichen und dem 23° nördlichen Wendekreis zur Folge. Dadurch entstehen jahreszeitliche große Windrichtungsänderungen. Durch die im Gegensatz zur Wasseroberfläche deutlich stärkere Erwärmung der Luftmassen über dem Kontinent entsteht ein kontinentales Bodentief, das Monsuntief, welches die ITC beeinflusst. Die Passatströmung wird in dieses Tief über den Äquator hinweg hineingesaugt. Daher wird dies auch als weit nach Norden verlagerte ITC beschrieben. Durch die Beeinflussung der ITC werden gleichzeitig die Passate verschoben. Auf der Nordhalbkugel werden die Passatwinde durch die Corioliskraft nach Westen abgelenkt, es entstehen die Südwest-Winde. Auf der Südhalbkugel werden die Passatwinde nach Osten abgelenkt, es entsteht der Nordost-Monsun. In Südasien ist die Monsunzirkulation am kräftigsten und hochreichendesten. Im Bereich des indischen Subkontinents, Südostasien und der Guineaküste Westafrikas werden die Landmassen im Sommer aufgeheizt. Dadurch bildet sich im Bereich des Indus- und Gangesebene ein kräftiges Hitzetief. Dies wird durch die großen Heizflächen der Hochländer von Innerasien verstärkt. Der Luftdruck innerhalb dieses „Monsuntrogs“ liegt noch tiefer als in der äquatorialen Tiefdruckrinne.

 

Der Sommermonsun (Südwest-Monsun)

Der Sommermonsun ereignet sich in den Monaten von Juni bis September. Aus dem Südostpassat wird nach Überquerung des Äquators durch die auf der Nordhalbkugel nach rechts gerichtete Coriolisablenkung eine südwestliche Strömung, der Südwest- oder Sommermonsun. Durch die starke Sonneneinstrahlung entsteht ein kräftige Hitzetief über dem dem Himalaja im Bereich der Indus- und Gangesebene. Der hier herrschende Luftdruck ist geringer, als der in der äquatorialen Tiefdruckrinne. Über dem tropisch warmen Indischen Ozean entwickelt sich ein Hochdruckgebiet; dort nehmen die Luftmassen aufgrund der Verdunstung große Mengen an Wasserdampf auf. Die Luftmassenströmung wird mit zunehmender Entfernung zum Äquator von der Corioliskraft abgelenkt. Folglich weht die Luftmassenströmung aus südwestlicher Richtung auf das indische Festland. Dort treffen die Luftmassen mit feuchtheißer, labil geschichteter Äquatorialluft auf den indischen Subkontinent. Schließlich führt die über Land schnell einsetzende Konvektion zu starken Niederschlägen. Diese können an der Luv-Seite von großen Gebirge wie dem Himalaya durch Steigungsregen verstärkt werden. Die Zeitspanne und die Niederschlagsmenge des Sommermonsuns variiert stark. Der Monsun verlagert sich von Woche zu Woche weiter nach Norden und erreicht den Höhepunkt Mitte Juli im nördlichen Indien.

Der Wintermonsun (Nordost-Monsun)

Der Wintermonsun tritt ab November ein, wenn die Sonne auf der Südhalbkugel im Zenit steht und ereignet sich bis März. Diese Luftmassenströmung weht aus entgegengesetzter Richtung zum Sommermonsun, aus Nordosten. Durch die Auskühlung Zentralsibiriens bilden sich kalte Hochdruckgebiete über China am Rande des tibetischen Hochlandes. Die kalte Luft kann wenig Wasserdampf speichern, deshalb transportiert die kühle Strömung wenig Feuchtigkeit. Die Luftmassenströmung weht kalte Luft nach Indien, wo ein äquatoriales Wärmetief herrscht, und sinkt in die Gangesniederung. Dabei erwärmt sich die Luft, gleichzeitig sinkt die relative Feuchte. Über dem indischen Subkontinent vermischt sich die Luft mit der absinkenden trockenen Luft der Passatoberschicht, was Konvektion über dem Land verhindert. Dies führt zu einem extrem trockenen Klima und fehlenden Niederschlägen während der Zeit des Wintermonsuns.

 

Folgen des Sommer - und Wintermonsuns

Nach monatelanger Trockenheit bringt der Sommermonsun starke Niederschläge, welche für einen hohen Ernteertrag der Bauern wichtig sind. Würde der Monsun nicht auftreten, würde dies zu Dürre und somit weitreichenden Ernteausfällen führen. Der starke Regen säubert die Luft, in dem er die Schmutzpartikel an die Wassertropfen bindet. Außerdem spendet der Monsun neues Leben für Pflanzen und Tiere. Jedoch gibt es jährlich große Opferzahlen aufgrund der heftigen Niederschläge, welche der Monsun mit sich bringt. Die großen Überschwemmungen zerstören Häuser und Dörfer. Doch auch die Menschen tragen zu schwerwiegenden Folgen des Sommermonsuns bei. Immer mehr Wälder werden gerodet. Durch die zunehmende Entwaldung treten immer häufiger Erdrutsche auf. Die geringe Kohäsion des Bodens hat eine starke Erosion zur Folge und somit steigt die Wahrscheinlichkeit für Mas senselbstbewegungen enorm an. Im Gegensatz zu dem Sommermonsun mit den monatelangen Niederschlägen führt der Wintermonsun zu Trockenheit und Dürre. Dies bedingt schlechte Ernteerträge und somit in Entwicklungsländern Nahrungsknappheit. Außerdem wird das verfügbare Trink – und Bewässerungswasser immer knapper. Dies hat in einigen niederschlagsarmen Ländern Todesopfer zur Folge. Aufgrund des fehlenden Niederschlags in den Monaten des Wintermonsuns trocknet der Boden extrem aus, wodurch starke Überschwemmungen begünstigt werden, da der Boden die großen Wassermengen nicht aufnehmen kann. Außerdem erhöht sich die Gefahr von Waldbränden durch das trockene Klima.

© Jürgen Freund / WWF-Canon

 

Beeinflussung durch den Klimawandel

Möglicherweise hat der Klimawandel entscheidende Einflüsse auf die zukünftige Dauer und die Intensität des Monsuns. Die Dauer und die Intensität werden stärkeren Schwankungen unterliegen und sich somit auf die Landwirtschaft und die Lebensumstände der Menschen auswirken. „Im Lauf des 20. Jahrhunderts haben die Meteorologen deutliche Abweichungen von der gewohnten Häufigkeit und Intensität des Monsunregens registriert“ Die Niederschlagsmengen in Subsahara-Afrika sind seit 1950 um 20 Prozent gesunken. In Indien wurden zwar keine großen Änderungen der durchschnittlichen Niederschlagsmenge festgestellt, jedoch gibt es jährliche Abweichungen von etwa 20 Prozent. Die Erderwärmung führt dazu, dass es in einem Jahr zu besonders intensiven Niederschlägen und Überflutungen kommt, während in einem anderen Jahr die Dürreperiode überwiegt und der Sommermonsun möglicherweise kaum Regen bringt oder ausbleibt. Diese starken Schwankungen zwischen extrem vielen Niederschlägen und besonders langen Trockenzeiten führen zu Ernteausfällen.

 

Begriffserklärung
Advektion: horizontale Bewegung der Luft von warmer Luft auf kalte
Hochdruck: hoher Luftdruck (kalte Luft)
Inversion: besonders stabile Schichtung, Warmluft liegt über Kaltluft → Sperrschicht
ITC: Innertropische Konvergenzzone
Konvergenz: Luftmassen treffen aufeinander/konvergieren
Konvektion: vertikale Bewegung der Luft von warmer Luft (Aufstieg)
Labilität: Luftpaket steigt weiter auf
Luftdruck: pro Flächeneinheit wirkendes Gewicht der Luftsäule
Luftfeuchtigkeit: gibt den Gehalt an gasförmigen Wasser in der Luft an (Wasserdampf)
Stabilität: Luftpakets kann nicht weiter aufsteigen
Tiefdruck: niedriger Luftdruck (warme Luft)
Wind: Ausgleichsströmung zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten
Zenitalstand: Sonnenstrahlen treffen in einem Winkel von 90° auf die Erdoberfläche

 

 

 Im nächsten Bericht erkläre ich euch das El-Nino-Phänomen, die Folgen und den Einfluss des Klimawandels.

Hier gibt es Infos über die Biodiversität, die Bedrohung und Abholzung und Tipps zum Schutz des Ökosystems Tropischer Regenwald:Ökosystem Tropischer Regenwald

 

Quellen:

http://www.naturefund.de/erde/atlas_des_klimas/ursachen/der_einfluss_des_klimawandels_auf_den_monsun.html

Bauer, Jürgen; Englert, Wolfgang; Physische Geographie, Schroedel-Verlag, 2011

www.spiegel.de

Titelbild: © Miranda Clovis / WWF Brasilien

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