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Wettergeschehen in den Tropen - El-Nino-Phänomen (3/4)


von SarahU
06.11.2015
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Momentan herrschen große Waldbrände auf den Inseln Südostasiens, wie z.B. Indonesien . Vorallem Brandrodungen der Regenwälder durch große Palmöl-Firmen und die Trockenlegung von Mooren sind hierfür verantwortlich, aber auch das Wetterphänomen El-Nino, welches das Wettergeschehen global beeinflusst und verändert. Forscher vermuten, das dieses Jahr das El-Nino-Phänomen so stark wie nie zuvor auftritt.
Die Entstehung dieses extreme Wetterphänomens, das El-Nino-Phänomen, werde ich euch in diesem Bericht erklären und die Folgen für Südamerika und Südostasien aufzeigen.
Zur besseren Verständlichkeit könnt ihr Teil 1 meiner Berichtreihe lesen Wettergeschehen in den Tropen-Passatkreislauf (1/4), in welchem der Passatkreislauf erklärt wird, welcher Grundlage der Wettergeschehen in den Tropen ist.

 


Allgemeines


Das El-Nino-Phänomen tritt nur alle 2-7 Jahre meist im Dezember auf und wird deshalb El Nino (spanisch= das Christkind) genannt. An der Westküste Südamerikas treten extrem hohe Niederschläge auf und die stark ansteigenden Wassertemperaturen an der Küste führen zu einem Fischsterben. In Australien und Südasien hingegen führt das Phänomen zu einer extremen Dürreperiode und Trockenheit.

 


Normalzustand


Durch die Südostpassate wird kaltes Wasser aus gemäßigten Breiten an der Westküste Südamerikas nach Nord-Westen getrieben. Aufgrund der kalten sich zusammen ziehenden Meeresluft, die schwerer wird und absinkt, bildet sich ein Hoch. Da im Bereich der Ostküste Australiens und der Philippinen keine kalte Meeresströmung vorhanden ist, sammelt sich dort das warme Wasser, worüber sich ein Tief bildet und warme Luft aufsteigt. Dadurch entstehen zwei bodennahe Winde, die den Südäquatorialstrom nach Westen treiben. An der Küste Australiens ist der Meeresspiegel ca. 1 Meter höher als an der Westküste Südamerikas, da sich dort das Wasser ansammelt. Während der höhere Luftdruck an der südamerikanischen Westküste nur zu wenigen Niederschlägen führt, herrscht eine ganzjährig hohe Konvektion an der Nordost-Küste Australiens aufgrund des tiefen Luftdrucks.

 


Situation bei El-Nino

Durch die geringer wehenden Passatwinde wird der kalte Humboldtstrom nicht mehr in Richtung Südasien und Australien nach Norden getrieben. Das Hoch der Walker-Zirkulation löst sich auf, da sich kein kaltes Wasser mehr ansammelt. Folglich wehen keine Winde mehr nach Westen und der Südäquatorialstrom kann nicht nach Westen strömen. An der Küste Australiens sammelt sich warmes Wasser, welches nach Osten zurück strömt und sich an der Westküste Südamerikas ansammelt. Dadurch bildet sich durch die zunehmende wärmere Meeresluft ein Tiefdruckgebiet. Schließlich führt die aufsteigende Warmluft zu Wolkenbildung und Niederschlägen, es regnet also in Süd- und Mittelamerika obwohl hier normalerweise hoher Luftdruck zu Wolkenauflösung führt. Das sich bei Australien ausbildende Hochdruckgebiet führt zu starker Trockenheit und Dürre; auch Bereiche Südostasiens sind davon betroffen.

 

La Nina-Phänomen


Das la-Nina-Phänomen, spanisch=das Mädchen, ist ein Wetterereignis, dass sich nach dem El-Nino-Phänomen anschließend ereignet. Die überdurchschnittlich hohen Luftdruckunterschiede zwischen Südamerika und Indonesien führen zu stärkeren Passatwinden und einer stärkeren Walker-Zirkulation. Die Passatwinde treiben das warme Meereswasser des Pazifiks nach Südostasien. Dadurch strömt bis zu 3° kaltes Wasser vor der Küste Perus aus der Tiefe nach. Die Auswirkungen des La-Nina-Phänomens sind der Gegensatz zu den Auswirkungen des El-Nino-Phänomens, jedoch nicht so stark. Durch das wärmere Wasser im Westpazifik fällt mehr Regen an der Nordost-Küste Australiens. Außerdem führt dieses Wetterereignis zu starken Niederschlägen in Südostasien und zu geringeren Niederschlägen in Südamerika, wodurch die Wüsten ausdörren. In Nordamerika wird die Entstehung von Hurrikans begünstigt. Insgesamt sinken die globalen Temperaturen. La Nina ist das Ausgleichsphänomen zu El Nino

 


Auswirkungen El Nino


Das El-Nino-Phänomen hat immer katastrophale Auswirkungen. Durch die höheren Temperaturen des Meereswassers kommt es zu einem Fischsterben vor der südamerikanischen Westküste. Während dieses Wetterereignis an der Westküste Südamerikas zu stärkeren Niederschlägen und folglich weitreichenden Überschwemmungen führt, hat das Phänomen an der Nordostküste Australiens extreme Dürren und somit starke Ernteausfälle und Waldbrände zur Folge. In Südostasien führt El Nino ebenfalls zu Dürreperioden. Außerdem wird die Entstehung im Bereich Nordamerikas durch dieses Klimaphänomen begünstigt. Tritt El Niño auf, steigen die Temperaturen im Pazifik. Meist im Anschluss tritt La Niña auf und bewirkt genau die entgegengesetzten Ereignisse. Die südamerikanische Westküste und Bereiche Nordamerikas leiden unter Trockenheit, während La Nina zu starken Überschwemmungen an der australischen Nordostküste und der süd-östlichen Küste Asiens führt.

© Jürgen Freund / WWF-Canon


Zukunftsaussichten- Beeinflussung durch Klimawandel?

Bisher war unklar, ob der Klimawandel das Wetterereignis El Nino verstärkt oder schwächt. Nun konnte „ein internationales Forscherteam den Verlauf dieses Klimaphänomens in den letzten 700 Jahren anhand von Baumringen“1 rekonstruieren. Das Ergebnis führt zu der Annahme, dass das auftreten und die Heftigkeit des El-Nino-Phänomens in den letzen 600 Jahren durch den Zufall bestimmt war; im 20. Jahrhundert sind die Klimaphänomene El Nino und La Nina jedoch so aktiv wie nie zuvor. Daraus lässt sich schließen, dass die Erderwärmung diese Phänomene verstärken. Die Ursache beruht auf der stärkeren Erwärmung der Landflächen verglichen mit der Erwärmung der Ozeane. Die Phänomene El Nino und La Nina haben sich infolge der Erderwärmung im letzten Jahrhundert verstärkt. So wird sich einer Studie zufolge das Wetterphänomen „La Nina“ in den nächsten Jahren fast verdoppeln. Klimaforscher, dass das El-Nino-Phänomen zu einem dauerhaften Zustand werden könnte. Jedoch müssen zusätzlich andere Vermutungen in Anbetracht gezogen werden.

 

El-Nino und Monsun

Es gibt einige Vermutungen, dass der Monsun durch das Wetterereignis El Nino beeinflusst wird. Der Indische Klimatologe Selvaraju geht davon aus, „dass ENSO für knapp 25 Prozent der jährlichen Schwankungen bei den Monsunniederschlägen verantwortlich ist“. Während dem Klimaphänomen El Nino ist der Sommermonsun niederschlagsärmer, da dem Monsun die Feuchtigekit durch die absinkenden Luftmassen über Südostasien entzogen wird. Tritt das Wetterereignis La Nina ein, so wird der Sommermonsun noch verstärkt, da Feuchtigkeit zugeführt wird

© Samsul Komar / WWF-Indonesia

 © Frenky Irawan / WWF Indonesia

 

Durch die starke Dürre in Südostasien, welche zu Waldbränden führt und durch die großräumigen Rodungen der Regenwälder durch die Palmöl-Konzerne sind die Regenwälder stark bedroht, was verheerende Auswirkungen für den gesamten Planeten mit sich führen kann. Wie jeder selbst zum Schutz der Regenwälder beitragen kann, könnt ihr hier lesen: Tropischer Regenwald - Aktiv werden

 


Quellen:
Haberlag, Bernd; Wagener, Dietmanr; Terra, Themenband Oberstufe, Australien und Ozeanien, Verlag Klett, 2012
Korby, Wilfried; Kreus, Arno, Terra, Themenband Oberstufe, Lateinamerika, Verlag Klett, 2012

www.m-forkel.de/klima/walkz-eln.html
http://elnino.info/k1_1.php
http://www.enso.info/globaus.html
http://www.klimawandel-global.de/klimawandel/wie-beeinflusst-der-klimawandel-das-el-nino-phanomen-und-was-hat-das-fur-auswirkungen/
http://www.focus.de/wissen/natur/katastrophen/wirbelstuerme-ueberschwemmungen-duerren-extreme-wetterereignisse-nehmen-deutlich-zu_id_4433299.html
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-10548-2009-09-24.html
http://www.scinexx.de/dossier-detail-310-6.html

Titelbild: © Miranda Clovis / WWF Brasilien

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Kommentare (5)
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08.11.2015
SarahU hat geschrieben:
@Celine2Grad: Auch anhand des extremen El-Nino-Phänomens kann man mal wieder deutlich den negativen Einfluss des Klimawandels erkennen.
Die Info (dass El-Nino dieses mal so stark wie nie zuvor auftreten könnte) habe ich hier gelesen:
http://www.spektrum.de/news/welche-folgen-hat-el-nino-fuer-die-welt-und-die-forschung/1374256
Ich wünsche dir das Beste für deine Zeit in Ecuador!! :)
07.11.2015
RichardParker hat geschrieben:
Ich habe schon einiges von dem El-Nino-Phänomen gehört sehr spannender Bericht ;) Deswegen schließe ich mich Celine2Grad an, wenn es besonders stark auftreten soll, dann haben wir einiges zu erwarten... :/
07.11.2015
Celine2Grad hat geschrieben:
Spannend! Nur der Satz "Forscher vermuten, das dieses Jahr das El-Nino-Phänomen so stark wie nie zuvor auftritt" macht mir etwas Angst -- ich bin gerade für ein Jahr an der Küste Ecuadors und der Niño könnte bedeuten, dass ich für Monate auf einer Farm völlig von der Welt abgeschnitten leben werde. Keiner will es hier so richtig wahrhaben, dass es tatsächlich passieren könnte, aber es bereiten sich doch alle darauf vor. Normalerweise regnet es hier nicht vor Januar, aber vor zwei Wochen hatten wir zwei ausgesprochen starke Regenfälle, so stark, wie es sie sonst manchmal nicht mal in der Regenzeit gibt. Klimawandel hautnah, würde ich sagen. Ich bin gespannt ...
07.11.2015
JohannaKaucher hat geschrieben:
Sehr spannender Bericht.
06.11.2015
OekoTiger hat geschrieben:
Interessanter Beitrag! :)
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