Bleib aktuell!


Was gibt's


Neues?


Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Weniger NGOs, mehr Unklarheit


von Timm
17.12.2009
1
0
9 P

Die Situation in Kopenhagen spitzt sich in jeder Hinsicht immer weiter zu. Während sich an der offiziellen Verhandlungsfront die Lage offenbar weiter verdüstert, verschlechtert sich auch täglich die Lage der NGOs. Gestern waren die Mitstreiter von Avaaz und Friends of the Earth (in Deutschland BUND) schon komplett ausgeschlossen. Stundenlang harrten sie mit einem Sitzstreik im Eingangsbereich aus und demonstrierten für ihr Recht, die Verhandlungen weiter zu verfolgen, während WWF-Kollegen und andere versuchten, die UN zur Aufhebung der Maßnahmen zu bewegen.

Dass es ihr gutes Recht ist, steht eindeutig fest. Am 8. Oktober diesen Jahres trat die so genannte Aarhus Konvention in Kraft, welche der Zivilgesellschaft - also damit gerade auch den NGOs wie WWF und BUND - die Teilnahme an Verhandlungen der Vereinten Nationen zu Klimawandelfragen zusichert. Die dänische Regierung hat diese Konvention der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) unterzeichnet und ratifiziert, ist also an ihre Einhaltung gebunden. Der WWF vertritt 5 Millionen Menschen weltweit, alle NGOs, die im Climate Action Network zusammengeschlossen sind, sogar 450 Millionen Menschen. Bei dieser für die Welt so entscheidenden Konferenz darf die Stimme dieser Menschen nicht ausgeschlossen werden.

altDoch angesichts der Tatsache, dass von ursprünglich 25.000 registrierten Vertretern der Zivilgesellschaft heute und morgen angeblich nur noch 300 zugelassen sein sollen, stellt sich die Frage, ob Dänemark und die Vereinten Nationen sich gerade an diese Konvention halten. Grundsätzlich haben der WWF und die anderen NGOs durchaus Verständnis dafür, dass angesichts der Teilnahme von über 100 Regierungschefs die Sicherheitsvorkehrungen verschärft werden müssen. Doch warum mussten deshalb manche Organisationen komplett ausgeschlossen werden und NGO-Vertreter stundenlang vor dem Konferenzgebäude in der Kälte warten?

Denn die NGOs werden als Beobachter und Antreiber nun mehr gebraucht denn je zuvor. Sie sollten bis zum Ende als Beobachter dabei sein, um sicherzustellen, dass die Verhandlungen wieder in die richtige Spur geraten, und Lösungsvorschläge unterbreiten. Denn trotz der Ankunft der Minister fehlt es weiterhin an Führungswillen. Positive Vorstöße, die den Verhandlungen einen neuen Schub geben könnten, sind selten. Meistens werden Statements wiederholt, die schon zigfach gemacht worden sind. Die Staaten verharren auf ihren Positionen.

Die Nachtsitzungen von Dienstag auf Mittwoch brachten so zum Beispiel keine Lösung zustande, wie den Entwicklungsländern finanziell bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels und eigenen Klimaschutzbemühungen geholfen werden kann. Die Angebote für Emissionsreduktionen sind weiterhin viel zu niedrig. So ist die Welt derzeit weiterhin auf einem Kurs, der uns eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur von mehr als 4 Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten bringen könnte. Außer Barack Obama und die anderen Regierungschefs schaffen es, in den verbleibenden 48 Stunden das Ruder herumzureißen.

Weiterempfehlen

Kommentare (1)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
18.12.2009
Sarah25 hat geschrieben:
Sauerei, dass sie nicht mehr alle Organisationen reinlassen.
Klar, Sicherheitsvorkehrungen und so...
aber dann können sie doch keine ganzen Organisationen wie den BUND rausschmeißen.
Hoffentlich kommt noch irgendetwas zu Stande !!!
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Was bedeutet Trump für den Klimaschutz?
Was bedeutet Trump für den...
Kurz nachdem die UN-Klimakonferenz in Marrakesh zuende gegangen ist, hat sich nun Donald Trump... weiter lesen
Wie die Energiewende gelingen kann - solarthermische Kraftwerke
Wie die Energiewende geling...
Etwa 40% der Treibhausgasemissionen in Deutschland entstehen im Sektor Energie. Um den Klimawa... weiter lesen
Googelst du noch oder pflanzt du schon?
Googelst du noch oder pflan...
Stell dir mal vor, du surfst im Internet und tust der Natur dabei gleichzeitig auch noch etwas g... weiter lesen
Ausgerottet - die menschlichen Bienen in China
Ausgerottet - die menschlic...
Jeder kennt sie - die Wild- und Honigbienen. Unermüdlich schuften die Arbeiterinnen eines V... weiter lesen
Living Planet Report 2016 - Planet am Limit
Living Planet Report 2016 -...
Der neue Living Planet Report ist da! Der regelmäßig vom WWF erarbeitete Report ist... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil