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Was lernen wir aus der Katastrophe?


von AnnaSophia
29.03.2011
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Wenn man die momentane Situation in Japan verfolgt, stellt man sich bei einer solchen Katastrophe die Frage: „Was lernen wir daraus“ und zwar nicht kurzfristig, damit der Wahlkampf gepusht wird, sondern für einen längeren Zeitraum, vielleicht sogar für immer. Ich habe mir meine Gedanken dazu gemacht und werde die euch auch mitteilen, in der Hoffnung, dass ihr daraus etwas lernt. Also, was lernen wir aus der Katastrophe?

Zumindest schon mal das: die Grünen, die Hippies oder die Ökos (wie immer man sie nennen mag) hatten Recht. Zumindest was die Atomkraft angeht. Vor allem die Grünen kämpfen schon seit langem dafür, Atomkraftwerke abzuschalten, doch wer hat sie für voll genommen? Nicht viele, leider. Und das wird uns zum Verhängnis werden, über kurz oder lang. Japan ist die Atomkraft schon zum Verhängnis geworden.
Und das ist nicht die erste atomare Katastrophe. Wenn man atomare Katastrophen googelt, bekommt man eine ganze Liste von Katastrophen, die durch die Kernkraft ausgelöst wurden. Ich nenne nur die erste, die sich 1952 in Kanada abgespielt hat. Genauer gesagt in der Nähe von Ottawa, im NRX- Reaktor. Dort wurde bei Tests der Reaktorkern zerstört. Wie das passieren konnte? Durch Fehlbedienungen, durch Missverständnisse zwischen dem Operator und dem Bedienpersonal und und und. Ihr könnt das alles nachgucken, es steht alles bei Wikipedia. Das Ende des Liedes war also, dass der Reaktorkern zerstört wurde, es gab eine Knallgas- Explosion und dadurch wurden ungefähr 100 Becquerel an Spaltprodukten in die Atmosphäre freigesetzt. Becquerel ist die mittlere Anzahl der Atomkerne, die pro Sekunde zerfallen. Das klingt kompliziert und wenn man sich nicht mit Kernphysik auskennt, ist es das auch. Das Wichtigste, das ihr wissen müsst, ist, dass Wasser kontaminiert wurde. Um zu verhindern, dass der Fluss Ottawa verseucht wird, wurde das Wasser in eine sandige Sickergrube geschleust und der Reaktorkern wurde vergraben.
Und was lernen wir daraus? Dass der Reaktor abgeschaltet wird? Nein, der ging 2 Jahr später wieder in Betrieb. Das sollte uns zu denken geben.
Die Katastrophe ereignete sich übrigens in 1952, Tschernobyl kam 30 Jahre danach. Und dazwischen sind auch noch etliche Katastrophen nachzuweisen.
Offenbar lernen wir also nichts daraus.
Aber wer weiß, jetzt, da so ein Wirbel um Japan gemacht wird, kann es vielleicht sein, dass wir endlich etwas lernen, wer weiß das schon?
Aber um noch mal auf die Atomkraft zurückzukommen, die wir alle momentan verabscheuen( oder auch nicht), wer wollte sie eigentlich ursprünglich? Und wer ist jetzt dafür verantwortlich, dass wir sie immer noch haben, trotz der vielen Katastrophen? Die Politiker? Vielleicht. Aber die Politiker wählen sich nicht selbst. Die wählen wir. So ist das in einer Demokratie. Also sind wir schuld daran, dass wir die Atomkraft in Deutschland nutzen? Ja, zumindest, wenn man es oberflächlich betrachtet. Denn die Mehrheit von uns hat sich nicht an die Parteien gewendet, die Atomkraft nicht haben wollen, sondern an die, die sie nicht abschaffen wollen. Ob das nun Absicht war oder nicht, kann man nicht sagen. Also sind wir Schuld. Aber wenn man noch mal darüber nachdenkt, hat auch ein wenig die Regierung schuld daran. Denn sie hat uns nicht gefragt, ob wir Atomkraft möchten oder nicht. Andererseits hat sich auch keiner beschwert und so dachten sich die Politiker, es wäre schon okay so, die paar Demonstranten kriegen sie schon klein. Schließlich haben sie keine ernsthaften Argumente gegen die Atomkraft. Ich unterstelle dieses Denken den Politikern, weil ich es nicht anders weiß. Und weil ich nicht finde, dass sie ein anderes Denken gezeigt haben. Aber überlegt selbst, was sich in den Köpfen von Politikern abspielen könnte.
Also hätten wir im Großen und Ganzen die Atomkraft abwählen können. Doch das haben wir nicht. Und warum nicht?
Weil man uns sagt, Atomkraft wäre gut. Weil sie effizient ist und uns mit Energie versorgt. Mit günstiger Energie muss man dazu sagen. Denn Ökostrom ist teurer, oder? Laut des SWR muss das nicht sein. Im Einzelfall ist Ökostrom gleich teuer oder sogar günstiger als Atomstrom. wenn man trotzdem sagt, Ökostrom wäre zu teuer, wie wäre es mit dieser Mischung: strom sparen und zu Ökostrom wechseln? Denn die einzige effiziente Methode Geld zu sparen, ist Strom zu sparen. Des Weiteren: Was sind schon ein paar Cent oder Euros im Gegensatz zu atomarer Verseuchung, Tod, Leid und unbewohnbaren Gebieten?
Man sollte sich immer überlegen, welchen Preis Atomstrom wirklich hat. Und dabei meine ich nicht den materiellen Wert.
Es ist noch nicht zu spät, die Seiten zu wechseln. Wir haben die Regierung in der Hand. „Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben.“. Wer das gesagt hat? Eine Filmfigur aus dem Film V wie Vendetta. Und ist dieser Spruch nicht wahr? Wenn jeder das machen würde, was er machen möchte und dabei seine Ideale verfolgt, ist die Regierung nicht mehr so mächtig. Denn wenn sich das ganze Volk dazu entschließt, etwas gegen den Atomstrom oder eine andere Sache zu tun, dann ist das die Mehrheit. Und wenn dies auch noch legal ist, kann die Regierung nicht viel dagegen machen, außer, das Gesetzbuch zu ändern.
Wir sollten keine Angst vor den hohen, mächtigen Leuten haben. Denn wir haben sie dazu gemacht, oder, wem das zu arrogant klingt, wir haben dazu beigetragen, dass sie jetzt regieren.
Denn wie schon gesagt, wir dürfen wählen. Viele von uns tun es und das ist gut so. denn jede Stimme zählt. JEDE! Wir können uns nicht aus der Verantwortung ziehen, wenn wir etwas ändern wollen, dann müssen wir etwas dafür tun. Und es ist so simpel in dem Fall, wir müssen nur wählen. Die, die unsere Ziele verfolgen und anderen nicht schaden. Wem schadet Ökostrom? Er macht nichts kaputt, er tötet keine Menschen. Und er ist genau so effizient wie Atomstrom, wenn er weiter ausgebaut und erforscht ist. Doch warum ist das nicht schon so? weil wir keine Lust darauf haben. Weil immer erst etwas sehr Schlimmes passieren muss, bevor wir was ändern. Weil wir zu faul sind, umzudenken. Es ist mir egal, welchen Grund es dafür gibt, sucht euch einen aus.
Aber Atomstrom kann nicht die richtige Antwort sein, wenn es so viele Katastrophen gibt, die uns das immer wieder sagen. Aber wie gesagt, wir lernen nicht daraus. Oder doch? Zumindest werden ein paar Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet, doch für wie lange? In drei/vier Jahren wird Japan vergessen sein, falls es überhaupt so lange dauert. Erinnert ihr euch noch an die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko? Das war 2010, die Folgen waren Fischsterben, Küsten wurden beschmutzt, Tiere sind gestorben, das Meer wurde verpestet. Obamas Reaktion? Ölbohrungen sollen abgeschafft werden! Klingt gut, nicht wahr? Aber was passierte wirklich? Es ist 13 Unternehmen erlaubt, weiter nach Öl zu bohren, natürlich unter Sicherheitsvorkehrungen, doch die hat es bei der Deep Water Horizon auch gegeben. Die Bohrinsel hat trotzdem eine Katastrophe verursacht, die jetzt auch schon wieder vergessen ist.
Wir sehen: niemand hat daraus gelernt, Bohrungen sind erlaubt, wir danken für Ihr Verständnis.
Und so wird es höchstwahrscheinlich auch jetzt sein. Denn kommt schon, sooooo schlimm ist Atomstrom doch gar nicht, oder? Ein paar verseuchte Gebiete, die nicht mehr bewohnbar sind, ein paar tote Menschen, ein paar Missbildungen, Krebs, Bluthochdruck, Diabetes, Augenschäden, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, Totgeburten, Fehlgeburten , das ist doch gar nichts, oder?
Also, entweder wir denken um, oder so etwas wie in Japan, Kanada, der Ukraine und vielen weiteren Ländern kann sich immer wiederholen. Es liegt an uns, wir können etwas erreichen, jeder einzelne von uns! Hier nur ein paar Beispiele:

• Wechselt den Stromanbieter und geht sicher, dass es wirklich kein Atomstrom ist
• Wählt eine Partei, die gegen Atomstrom ist und hofft darauf, dass sie euch nicht enttäuschen wird
• Geht auf die Straße, demonstriert, sagt eure Meinung
• Lasst euch nicht alles gefallen, was die Regierung euch vorschreibt
• Informiert auch Verwandte, Freunde, Eltern über die Folgen von Atomkraft und über Alternativen

Es gibt soviel, was wir für diese Erde tun können. Seid nicht gleichgültig. Tut etwas für die Welt, damit wir das Leben weiterhin genießen können und uns keine Sorgen über atomare Katastrophen machen müssen.
Ihr habt es in der Hand!

Quelle:  Wie gefährlich ist radioaktive Strahlung? URL: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/wie-gefaehrlich-ist-radioaktive-strahlung-6566.php

Wikipedia: Liste der Unfälle in kerntechnischen Anlagen

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
30.03.2011
xXLillianXx hat geschrieben:
Das ist ein wirklich guter Bericht und ich muss sagen, dass du leider wahrscheinlich Recht damit hast, dass wir mal wieder nichts aus der derzeitigen Situation lernen werden... Es gibt einfach im Moment viel zu wenige Menschen, die sich für die Zukunft der Welt interessieren... Man kann nur versuchen, selber etwas zu verändern.
29.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Ich frag mich auch warum immer noch viele Atomkraftwerke laufen, obwohl es schon so viele Vorfälle gab. Anscheinend lernen wir doch nicht alle etwas.

P.S.: Toller Bericht. :)

& Liebe Grüße
29.03.2011
SirLovealot hat geschrieben:
Warum geht es bei Japan-Berichten immer nur um dieses kack AKW? Die Menschen dort sterben an ganz anderen Sachen. =/
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