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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Was hier abgeht, ist ein Skandal!


von Marcel
16.12.2009
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Die harten Maßnahmen der Polizei haben bereits viele Umweltschützer beunruhigt. Seit der ersten Demonstration zur Klimakonferenz am vergangenen Samstag wurden nach Presseangaben gut 1500 Teilnehmer festgenommen, die meisten von ihnen offenbar "vorbeugend", also ohne konkrete Verdachtsmomente. Sogar Mitglieder der WWF Jugend waren am Wochenende kurzzeitig hinter Gittern. Was sich aber jetzt im Konferenzzentrum abspielt, ist nicht weniger skandalös:

altDie Zahl der Mitglieder von Umweltverbänden, die ins Konferenzzentrum hinein dürfen, schrumpft von Tag zu Tag. Von heute 7000 NGO-Vertretern dürfen morgen - wenn 120 Staats- und Regierungschefs anreisen - nur noch 1000 zugelassen werden. Und am Freitag gar nur noch hundert!

“Open up the Bella Center” oder “Let us in, let us in!” riefen hunderte Umweltschützer. Sie haben zwar eine Zugangsbescheinigung erhalten, standen am Montag und Dienstag aber trotzdem vor verschlossenen Türen in der Kälte. Gleichzeitig zeigen sich viele Verbandsrepräsentanten empört über die schleppenden Verhandlungen. Sie verließen lautstark das Konferenzzentrum. "Diese Konferenz hat nichts mehr mit Klimaschutz zu tun", kritisierte eine NGO-Vertreterin. "Es geht anscheinend vielmehr darum, Handelsverträge abzuschließen - da machen wir nicht mit!"

Wenn die Zivilgesellschaft zunehmend ausgeschlossen wird, kommt natürlich ein häßlicher Verdacht auf: Man will uns wohl nicht dabei haben, weil wir den Klimaschutz ernst nehmen wollen. Da kann ja dann nur ein Murks-Vertrag rauskommen.

altDie Stimmung könnte kippen - und das wünscht sich niemand. Heute gab es bereits eine Gruppe von "Gipfelstürmern", die in den Tagungsort der Klimakonferenz eindringen wollte. Die dänischen Polizisten setzten Hunde, Pfefferspray und Tränengas gegen die Protestanten ein, als diese über den Zaun um das "Bella Center" klettern wollten.

Die WWF Jugend ist gegen jegliche Gewalt und unterstützt nur friedliche und kreative Protestformen. Eines jedoch ist auch klar: Die Ungerechtigkeit, die der Klimawandel mit sich bringt, zum Beispiel gegenüber ärmeren Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern, ist auch eine Form der Gewalt. Eine Gewalt, die bereits stattfindet. Und diese Gewalt provoziert Gegengewalt. Wenn Kopenhagen versagt, dann besteht die Gefahr, dass unabschätzbar viele Menschen ihre Wut irgendwie ausdrücken wollen. Soweit wird es hoffentlich nicht kommen.

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