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Umweltzertifikate


von bjoerns0306
06.04.2010
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Hallo,

ich mache in der Schule eine GFS über Umweltzertifikate.

Hier eine kurze Erklärung was das ist:

"Umweltzertifikate sind eine marktwirtschaftliche Alternative zu anderen Umweltschutzmaßnahmen."
Hier werden durch eine übergeordnete Behörde zum Beispiel einen Staat oder die EU, eine zulässige Höchstmenge von Schadstoffen und die Gültigkeit dieser Zertifikate festgelegt. Diese wird dann verbrieft und an emittierende Unternehmen verteilt, sodass jeder Betrieb ein Zertifikat besitzt. Emittiert das Unternehmen nun weniger als in der Lizenz festgelegt ist, so kann es die Lizenz an ein anderes Unternehmen verkaufen oder versteigern, welches mehr als die festgelegte Höchstmenge emittiert. Falls sich diese keine Lizenzen von anderen Unternehmen kaufen, drohen harte Sanktionen. Nach beispielsweise einem Jahr sind die Zertifikate entwertet und dann kommen neue Lizenzen mit neuen Höchstmengen auf den Markt. Solche Umweltzertifikate sollen allerdings nicht nur für Treibhausgase wie CO2 erscheinen, sondern auch beispielsweise für die Verschmutzung von Flüssen oder den Verbrauch von Rohstoffen. 
 

Die Grundidee vom Emissionsrechthandel stammt von dem kanadischen Ökonomen J.H. Dales. Er veröffentlichte diese Idee 1968 in seinem Buch Pollution, Property and Prices.
Im Kyotoprotokoll wurde festgelegt, dass dies ein Mittel sein solle um die Klimaerwärmung zu stoppen. Bisher wurde allerdings noch nicht allzu viel davon umgesetzt.
Durch diese Umweltlizenzen soll ein privater Markt für Umweltgüter entstehen. Bei den ordnungsrechtlichen Maßnahmen entsteht kein wirtschaftlicher Anreiz die Produktion umweltfreundlicher zu gestalten. Aber da die Zertifikate so eng an die Produktion gebunden sind, müssen sich die Unternehmen über kurz oder lang anpassen. Außerdem können sie mit einer umweltfreundlichen Produktion dann auch noch Gewinn erzielen. Durch diesen wirtschaftlichen Anreiz und die direkte Bindung an die Produktion sorgen für eine hohe ökologische Treffsicherheit. Der Staatseinfluss soll geringer sein als bei anderen Umweltpolitischen Instrumenten. Er soll lediglich als „Aufpasser“ dienen. Die Lizenzen verteilen und auf Grenzüberschreitungen achten. Der Preis dieser Zertifikate soll sich über das Nachfrage-Angebot Verhältnis einpendeln.
Es gibt grundsätzlich zwei Prinzipien wie diese Lizenzen vergeben werden können. Entweder der Staat versteigert sie unter den Unternehmen zu Beginn, was aber vermutlich zu großem Widerstand führen würde. Die bessere Methode ist die des „grandfathering-Prinzip“. Der Staat vergibt die Lizenzen kostenlos an die Unternehmen. Außerdem hebt er noch einige auf, für später in den Markt eintretende Unternehmen, damit diese die gleichen Chancen haben wie jene, die von Beginn an dabei sind. Der Handel mit den Lizenzen soll unkompliziert über eine Börse geschehen.
Die Einrichtung so eines Marktes findet grundsätzlich in vier Schritten statt.
1. Festlegen der Gesamtemissionsmenge
2. Die Lizenzen müssen an die Unternehmen gerecht verteilt werden
3. Vorkehrungen für das Funktionieren des Handel müssen getroffen werden
4. Die Kontrolle des Marktes.
Auch wenn im Allgemeinen die Akzeptanz diesem System gegenüber größer ist als der Ökosteuer, gibt es viele Probleme die beim Einrichten so eines Marktes auftreten.
 

 Probleme
Es beginnt schon beim ersten Punkt. Wie setzt man eine Obergrenze, mit der alle zufrieden sind? Da die Unternehmen unterschiedlich groß sind und Produkte unterschiedlicher Wichtigkeit produzieren, ist es schwierig einen Grenzwert festzulegen. Außerdem unterliegt die Politik leider vielen Interessengruppen. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass einige Unternehmen begünstigt werden. Wie so häufig könnten Ausnahmeregelungen getroffen werden.
Weiterhin ist es schwierig die Zertifikate gerecht auf die Unternehmen zu verteilen. So sind im „European Union Emission Trading System“, dem europäischen Markt für CO2 12.000 Anlagen aus 30 europäischen Ländern vertreten. Hauptsächlich aus dem Energiesektor, aber es sind auch einige Anlagen aus der Industrie vertreten. Es hier allen recht zu machen ist denkbar schwer.
Außerdem dürfen Unternehmen, die sich darum bemüht haben sauberer zu werden nicht mit großen Emittenten gleichgestellt werden. Daher dürfen sich die neuen Lizenzen nicht an den letztjährigen „Ist-Emissionen“ orientieren. Auch wenn sie viele Emissionen hatten, sich aber dennoch stark verbessert haben dürfen sie nicht mit denen gleichgestellt werden, die sich nicht verbessern. Die Unternehmen die sich bemühen sauberer zu werden müssen weiter gefördert werden.
In den meisten Fällen muss so ein Handelssystem erst eingeführt werden. Das heißt, eine Börse muss erst eingerichtet werden, dass einfach und unkompliziert mit den Lizenzen gehandelt werden kann und zuständige Behörden für die Überwachung müssen geschaffen werden.
Die bisher genannten Probleme sind allerdings allgemeine Probleme die immer bei solchen Innovationen auftreten. Die Vergangenheit hat auch bisher gezeigt, dass wenn die Politik weiter daran arbeitet, diese Probleme dem System nicht im Weg stehen werden. Gerade da die Akzeptanz für dieses Projekt relativ hoch ist (auch auf marktwirtschaftlicher Seite). Ca. 80% befragter Ökonomen begrüßen das System, da sie auch etwas für die Umwelt tun wollen, ohne dass sie in ihrem Wirtschaften eingeschränkt werden.
Dennoch sind die Umweltlizenzen keine Lösung für unser Umweltproblem. So ein Markt lässt sich gut für global wirkende Giftstoffe, wie CO2 oder ähnliches einführen. Bei nur lokal wirkenden, aber leider oft giftigeren Stoffen, ist es zwar nicht unmöglich, aber das Lizenzsystem wird dadurch nur verkompliziert. Für solche Regionen kann ebenfalls eine Höchstmenge festgesetzt werden, zudem kann der Erwerb von Lizenzen verboten oder eingeschränkt werden, dass man stärker auf die Einhaltung der Grenze achtet. Meiner Meinung nach ist das dann aber nicht viel Anders wie das Ordnungsrecht, bei dem ein Übertreten der Grenze Sanktionen zur Folge hat.
Außerdem kann ein Lizenzmarkt nur eingeführt werden, wenn genügend Teilnehmer vorhanden sind, was ja auch irgendwie logisch ist. Wenn, dann müssen alle verpflichtet werden teilzunehmen, da sonst die Einen benachteiligt werden.
Für die Unternehmen muss auch ein weiterer Anreiz bestehen ihre Emissionen zu Senken. Falls der Kostenunterschied zwischen Investition in neuere Technik und Sanktionszahlungen zu gering ist, sehen sie nicht die Notwendigkeit sich umzurüsten.
Irgendwann wird ein gewisser Reinigungsgrad erreicht sein, sodass sich weitere Investitionen nicht Lohnen würden. So ist es beispielsweise in Deutschland mit SO2. „Das ökonomische Potenzial“ ist dann erschöpft. Dann würde sich der Markt vermutlich auflösen.
 

 In den nächsten Tagen kommt noch mehr

Ich möchte mir dazu noch ein kleines Meinungsbild schaffen, da ich auf die Frage eingehen, ob hier nicht der Kapitalismus mit der Natur handelt. Was haltet ihr davon? Gut oder Schlecht? Oder Besser als gar nichts?

Ich würde mich über eure Antworten freuen. Wer noch mehr informationen möchte, einfach sagen, dann kann ich noch mehr schreiben. Ich will später auch noch etwas über die Probleme dieses Systems sagen,  wenn ich Zeit dazu habe.

Grüße Björn

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Kommentare (2)
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06.04.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
ein nachteil fällt mir da prommt ein:
noch mehr bürokratie--> noch mehr appierkram--> noch mehr bäume müssen unnötiger weise "sterben"...

aber es fehlen da echt die ausführungen.hast die sache sehr verknappt dargestellt. also grob ist mir das schon klar geworden, aber für jemanden, der mit dem thema nichts am hut hat fehlen vereinzelte zusammen hänge. oder beispiele!
06.04.2010
midori hat geschrieben:
Ich glaube, davon habe ich schonmal was gehört! :D
Tolle Sache. Gibt aber sicherlich auch Nachteile. Die werden mir nur im Moment nicht so klar. Also ich würde mich freuen, wenn Du das Ganze noch etwas ausführst! :)
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