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Umweltschutz vs Motorsport?


von Sasha13
28.10.2013
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Gestern war es soweit: Zum vierten Mal wurde der Deutsche Sebastian Vettel Formel 1 - Weltmeister. Weltmeister in einem Sport, der mir und tausenden Fans auf der ganzen Welt sehr am Herzen liegt. Aber auch in einem Sport, der davon lebt, dass Autos (wie es so schön heißt) im Kreis fahren und Sprit verbrauchen - und damit Schadstoffe in die Atmosphäre ausstoßen.

Als Mensch, der sich für Umweltschutz und Motorsport interessiert, habe ich mich gefragt, ob beides überhaupt noch zu vereinbaren ist. In den letzten Jahren fand ich persönlich den Sport trotz gegenteiliger Kampagnen immer weniger mit aktuellen Problemen wie der globalen Erwärmung vereinbar. Statt weniger wurden es immer mehr Rennen pro Saison an immer weiter entfernten Orten, statt Strom und Benzin zu sparen, kamen Nachtrennen und langwierige Qualifikationssessions hinzu.

Hier deshalb mal einige Fakten, die mich teilweise (manchmal sogar positiv) überrascht haben: Tatsächlich soll sich der Anteil der F1 an den weltweiten CO2-Emissionen auf 0,0000035 % belaufen - das kann man nun für sehr wenig oder aber auch für 0,0000035 % zu viel halten. Schon seit 1997 gleicht der Automobilverband FIA zudem den Schadstoffausstoß der F1 an sich sowie den des Transports und der Reisen von Teams und Materialien mit Zahlungen aus. Denn das größere Problem sind nicht die Rennen an sich, sondern der damit verbundene Material- und Personaltransport, schließlich müssen alle Beteiligten regelmäßig auf andere Kontinente befördert werden. Seit einigen Jahren wird auch durch andere Projekte am grünen Image gefeilt - so gibt es mittlerweile Energierückgewinnungstechnologien, Biokraftstoff und viele technologische Neuheiten und Erfindungen, durch die die F1 sich gleichzeitg ihren Platz als technologischer Vorreiter für den allgemeinen PkW-Bereich sichern will. Das allergrößte Problem sind dann aber tatsächlich die Zuschauer vor Ort, denn durch An- und Abreise tausender Menschen entstehen viel mehr Emissionen als durch das eigentliche F1-Rennen. Selbst ein vollständig klimaneutrales Rennauto würde wenig nützen, wenn die Zuschauer weiterhin mit normalen Autos und Flugzeugen an- und abreisen. Leider habe ich über etwaige Initiativen und Projekte zum klimafreundlicheren Umgang mit diesem Bereich noch nichts gehört.

Außerdem habe ich mich nun gefragt: Was ist eigentlich mit anderen Sportarten? Sind Fußball-WMs nicht genauso problematisch? Ist nicht jede Mega-Sportveranstaltung potentiell problematisch?

Was haltet ihr davon? Haltet ihr Sportarten wie die F1 für überflüssig und würdet sie verbieten? Und wenn ja, was wendet ihr dann gegen das Argument ein, dass damit jede international ausgetragene Sportart ein Problem ist?

Ich freu mich über eure Meinungen und Statements :) LG

Meine Quellen:

http://www.welt.de/sport/formel1/article6884324/Formel-1-schauen-schont-auch-die-Umwelt.html

http://wunschauto24.com/auto-umwelt/eco/optimierungen/gruene-formel-1.html

http://www.motorsport-magazin.com/formel1/news-62354-die-gruene-formel-1-mehr-als-aufgemalte-weltkugeln.html

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Kommentare (12)
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02.11.2013
Lisa18 hat geschrieben:
Ich selber interessiere mich nicht für Motorsport. Ich bezweifle aber das man es verbieten kann. Jedoch wäre es mit Sicherheit umweltfreundlicher, wenn die Menschen die Rennen vor dem Fernseher sehen würden, als extra in das Land zu reisen, wo es ausgetragen wird. Klar fehlt das gewisse Feeling, aber für die, die gerne solche Rennen sehen, aber trotzdem nicht extra die Umwelt belasten wollen, ist das, glaube ich, eine gute Lösung. Schließlich kommen auch immer besser Fernseher auf den Markt z.B. 3D oder HD, wo das Gefühl dabei zu sein wieder ein ganz anderes ist.
31.10.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Ich persönlich kann mit Motorsport nix anfangen. Da fehlt mir einfach die Leistung des Menschen. Aber das ist auch nur meine persönliche Meinung und Tausende andere teilen die eben nicht.

Natürlich rege ich mich auch darüber auf, dass bei Motorsport unnötig Benzin verheizt wird- wobei mich die 0,0000035 % doch positiv überrascht haben.
Jedes Event und jede Veranstaltung ist ab einer gewissen Größe nicht gut für die Umwelt. Egal ob Sport, Konzerte oder Festivals. Alles verbieten geht nicht - muss auch nicht sein.
Aber verändern könnte man einiges. Bei der Fußball-WM in Dland wurden einige grüne Strategien eingeführt und gestestet - u. a. Recyclingprogramme in den Stadien. Das sind gute Ansätze und diese sollten vertieft werden. Nicht nur für internationele Tuniere, sondern auch auf nationaler Ebene
31.10.2013
Zweitagsfliege hat geschrieben:
@Sandsturm: Mit dem Zug nach Indien? Ich habe irgendwie nur das Gefühl, dass das vielen Fans nicht gefallen würde...
30.10.2013
Taki hat geschrieben:
Oh je, ich glaube mal da ist der Schaden nicht so hoch, als wie mit einem Buran durch die Wäler und Wiesen zu Trailen.
30.10.2013
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Spaß an Formel 1 kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich reg mich jetzt schon immer darüber auf wenn jemand über hohe Benzinpreise jammert und trotzdem so einen "Sport" fördert. Von den 0,0000035 % ist meiner Meinung nach jedes hunderttausendstel unnötig. Allerdings verbieten würde ich es jetzt auch nicht, denn wenn man sieht wie viele Menschen zu so einer Veranstaltung kommen oder teilnehmen - möchte man so etwas komplett abschaffen? Ich denke ein Kompromiss (wie im Bericht einige Beispiele genannt) wäre in diesem Fall gut. Was die anderen Sportveranstaltungen betrifft: Wenn das so ist könnten wir auch gar nicht mehr verreisen! Im Prinzip findet man an allem ein - wenn auch kleines- Problem für die Umwelt. Nur die Formel 1 ist ein Schritt zu weit: Bei keiner anderen Sportart (gut, Motorradsport gibt´s ja auch noch) ist der Sport an sich umweltschädlich. Ich halte andere Sportveranstaltungen für sehr wichtig, allein schon für die gleichen internationalen Interessen und internationale Kommunikation.
29.10.2013
Morgentau hat geschrieben:
Ich finde auch, dass das ein wirklich sehr interessanter Denkanstoß ist. Vor allem in Verbindung mit all den anderen Sportveranstaltungen...
Andererseits sind solche Veranstaltungen ja auch Kultur. Ich würde sie nicht verbieten, sondern umweltverträglicher gestalten. Wie genau, weiß ich nicht - gibt es eine Organisation, die sich darum kümmert?

Danke für den Bericht!
29.10.2013
Sandsturm hat geschrieben:
Ich habe mich die gleichen Fragen gefragt wie du und finde deinen Bericht sehr interessant und überzeugend.
Meine Meinung: Wie fast immer liegt das größte Problem bei den ,,normalen" Einzelpersonen (also den Zuschauern), die sich zusammen zu einem Problem summieren (genau wie du schreibst). Wenn die also z.B. statt mit dem Auto mit dem Zug anreisen würden, wäre der Umwelt bestimmt schon etwas geholfen.
29.10.2013
Zweitagsfliege hat geschrieben:
Ich schließe mich all dem an, was die anderen schon geschrieben haben.
Danke für den Bericht. :)
29.10.2013
Ronja96 hat geschrieben:
Ich sehe Formel 1 auch kritisch, weil es meiner Meinung nach auch kein Sport ist und ich es deshalb als unnötig ansehe. So gesehen wäre das dann eine Verschwendung, obwohl viele Menschen von diesem "Sport" begeistert sind.
Bei anderen Sportarten ist es natürlich mit der Anreise und allem auch nicht besser. Da fände ich es zum Beispiel sinnvoll, wenn die Menschen z.B. vom Bahnhof mit Bussen abgeholt werden würde oder so.
28.10.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Formel 1 ist meiner Meinung nach eh kein "richtiger" Sport. Gut darüber lässt sich bestimmt streiten, was nun Sport ist und was nicht.
Aber mit Umweltschutz kann man es auf keinen Fall vereinen!
Das ist meiner Meinung nach komplett das Gegenteil.
Am besten man schaut sich das gar nicht an, so unterstützt man das auch nicht.
Allerdings finde ich auch dass die letzte Winterolympiade in Kanada "gegen" den Klimaschutz war. Dort wurden neue Stadien, etc gebaut, obwohl es noch "alte" gab die bloß ein bisschen renoviert hätten werden müssen. (China Sommerolympiade genauso)
Die großen Sportveranstaltungen sind wohl nie gut für die Umwelt und das Klima.
Aber wenn man diese Veranstaltungen "effizient" plant, z.B. Nutzung alter Stadien durch Renovierung ist es schon deutlich besser, als wenn Land platt gemacht wird um ein neues noch größeres und schickeres Stadion zu bauen.
Das ist nämlich das Problem bei sowas wie WM oder Olympiade, dass jedes Land eine "noch bessere Show" bieten will, in noch größeren Hallen und Stadien und mit noch mehr "TamTam". Wenn es nur um den Sport ginge wäre es egal, ob das Stadion schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber bei diesen Veranstaltungen geht es meinst auch um die Präsentation der Nation...
28.10.2013
micah hat geschrieben:
Ich finde es super, dass du darüber mal einen Bericht geschrieben hast. Eigentlich habe ich das immer als absolute Verschwendung angesehen: Ich habe jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn ich ausnahmsweise mal mit dem Auto fahre, und bei der Formel 1 fahren Autos, die ein vielfaches an CO2 ausstoßen, sinnlos im Kreis rum. Andererseits hast du sicherlich recht, dass das ganze Drumherum das eigentliche Problem ist, und sogesehen ist dann eine Fußball-WM auch nicht viel besser. Das sollte aber den Motorsport nicht schön reden, sondern stattdessen mal zum Nachdenken über die Auswirkungen jeglicher Großevents anregen, und ob man wirklich für die nächste WM nach Brasilien fliegen muss.

Übrigens: ein klimaneutrales Rennauto fände ich echt super und wäre für mich ein Grund, die Formel 1 tatsächlich gut zu finden. Das wäre schließlich die beste Werbung für klimaneutrale Autos und eine Hoffnung, dass die sich dann auch auf den Straßen schneller verbreiten werden.
28.10.2013
vince hat geschrieben:
Meiner Meinung nach eine Sportart, die die Welt nicht braucht.
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