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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Smog Journeys


von MaRyLoU
26.01.2015
8
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78 P

 "You can't truly grasp the level of pollution in China until you have lived there. I live in Shanghai and the things I took for granted like exercising outside, seeing a blue sky, and drinking the tap water I no longer have. My face and skin have dried out. All the expats that live here agree that their health declined after arriving here. I check the pollution every morning to see if I need to put my mask on. This isn't some hippie shit. The pollution here is real." meguoren

Zum Zeitpunkt des Lesens ist es auch bei mir draußen grau und trist. Und doch ist es ganz anders als in China, schießt es mir durch den Kopf. Hier handelt es sich bloß um einen bewölkten und regnerischen Tag. Kein dauerhafter Zustand. Ich versuche mir vorzustellen wie es wäre, wenn ich jeden Tag diesen Anblick aus meinem Fenster hätte. Ich schüttle leicht meinen Kopf. Kein schöner Gedanke, wo ich doch den blauen Himmel und den Anblick der Sonne so liebe. Ich lehne mich in meinem Computerstuhl zurück und muss an die Chinesen denken. Irgendwo in China sind jetzt unzählige Mädchen und Jungen in meinem Alter, die diesen Anblick jeden Tag vor Augen haben. Doch wo ich nur überlege ob ich nachher einen Regenschirm mitnehmen sollte, überlegen meine Gleichaltrigen in China, welchen Mundschutz sie heute tragen und wie hoch die Luftverschmuitzung wohl heute ist. Über die dauerhaften gesundheitlichen Schäden möchte ich lieber gar nicht nachdenken. Ist das ein angemessener und tragbarer Preis dafür, einer der weltführenden Wirtschftskräfte zu sein?

Ich muss zu geben, obwohl ich versucht habe mir auszumalen wie es wirklich in China aussieht, habe ich nicht mit so extremen Bildern gerechnet, wie ich sie vorhin gefunden habe. Zum einen bin ich über einen sieben-minütigen Kurzfilm vom chinesichen Regisseur Jia Zhangke, der für seine gesellschaftskritischen Filme bekannt ist, gestolpert und gleich darauf über eine erschreckende Bilderreihe über Chinas Umweltverschmutzung.

Der Film "Smog Journey" mag etwas zu dramatisch und theatralisch wirken und doch hat er mich berührt. Ich war hin und her gerissen zwischen Unglauben, Mitleid und Wut über die dortigen Zustande, die wir Menschen selber geschaffen haben. Für Außenstehende müssen wir echt wie Masochisten wirken, schoß es mir durch den Kopf mit einem bitteren Lächeln auf den Lippen. 

Ob einem die Art des films gefällt oder nicht, es lohnt sich auf jeden fall einmal reinzuschauen und zwei Familien in ihrem Alltag in der Stadt und auf dem land zu beobachten.

 Titelbild: wikimedia commons

 

 

 

 

 

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Kommentare (8)
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17.02.2015
FenyaM hat geschrieben:
Ich war vor ungefähr 3 Jahren für ein Jahr in China, in Zhengzhou, einer Stadt mit ich glaube so um die 8 Millionen Einwohnern... Der Smog dort war von Tag zu Tag echt unterschiedlich stark, aber die Sterne konnte man nachts zum Beispiel nie sehen, und das lag nicht an wolken... Und so schön eine rot-orange leuchtende Sonne auch sein mag, wenn man genau weiß dass diese farbe nur durch die Abgase in der Luft entsteht ist sie gleich um einiges weniger hübsch anzusehen... Irgendwann gewohnt man sich allerdings mehr oder weniger daran, und merkt auch nicht die Staub und dreckschicht die auf allem liegt... Das zum Beispiel ist mir erst aufgefallen als ich in paris(ich bin über Frankreich nach Hause geflogen) aus dem Flugzeug gestiegen bin und alle Farben doppelt so stark leuchteten, während in China alles mehr oder weniger einen gewissen graustich hatte.
Ich war allerdings zwischendurch auch ein bisschen unterwegs und habe auch einige eher ländliche regionen besucht, und ich muss sagen, dort war die Luft um einiges besser.
27.01.2015
MaRyLoU hat geschrieben:
Ich finde wie gesagt auch, dass solche Videos mit Vorsicht zu bewerten sind. Vielleicht sieht es dort nicht jeden Tag so schlimm aus, aber Tatsache ist, dass es dort auf jeden Fall so schlimm aussehen kann. Aber interessant, dass du es vor zwei Jahren nicht so wahrgenommen hast
27.01.2015
Zweitagsfliege hat geschrieben:
Also als ich vor zwei Jahren in China war, ist mir ehrlich gesagt kein Smog aufgefallen. Wir waren auch in Peking, Nanjing und Shanghai und ich meine keinen bemerkt zu haben...
26.01.2015
Franzi... hat geschrieben:
Die viele Luftverschmutzung ist echt schrecklich, man sollte wirklich was dagegen tun. Das Video bringt einen total zum Nachdenken...
26.01.2015
MaRyLoU hat geschrieben:
Nein, nicht ganz China sieht so aus. Vor allem ländliche Gebiete sind teils noch nicht in so einem Zustand. Es sind vor allem die Großstädte, die betroffen sind.
26.01.2015
Franzichen hat geschrieben:
Das man in Großstädten in China Mundschutz trägt ist ja an sich nichts neues das sieht man ja immer wieder im Fernsehen.. doch weshalb und vor was man sich dort schützen muss,dass weiß wohl nicht jeder... auch ich habe darüber noch gar nicht nachgedacht wenn ich ehrlich bin.. Danke für deinen Bericht und den Denkanstoß!
26.01.2015
somebodywholovesourearth hat geschrieben:
Ich wusste so wie Lara das es schlimm ist, aber es ist doch nicht in ganz China so wie im Film und in den Bildern, oder? Auch nicht in jeder Großstadt in China, oder irre ich mich? Und auch nicht jeden Tag.
26.01.2015
RichardParker hat geschrieben:
Oh Gott.
Ich wusste, dass die Zustände in China extrem geworden sind, aber so extrem? Die Bilder, der Film haben mich zeitweise an ein Apokalypse erinnert. Wie als wäre eine Epidemie ausgebrochen, ein Seuche. Ich kann deine Gefühlswallungen gut verstehen, man ist hin und her gerissen. Unglaublich mit und unter welchen Bedingungen die chinesische Bevölkerung leben muss.
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