Bleib aktuell!


Was gibt's


Neues?


Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Sexy sein und die Welt retten


von Carina
24.05.2012
12
0
79 P

„Ich führe ein ganz normales Leben.“

Das ist der erste Satz des Theaterstücks „Ein Jahr für die Ewigkeit“ des Aachener Mörgens-Theaters. Dass „ein ganz normales Leben“ aber nicht unbedingt auch ein erstrebenswertes Leben ist, wird Moritz erst klar, als er sie trifft. Ihr Name ist Change. Climate Change. Und sie stellt sein Leben gehörig auf den Kopf.

Auf einmal ist sie immer da. Redet ihm ins Gewissen. Lässt ihn nicht in Ruhe. Und ist dabei auch noch verdammt sexy! Schließlich bringt sie Moritz dazu, über sein Handeln nachzudenken. Er achtet darauf, weniger Plastik zu konsumieren, wischt sich den Allerwertesten mit Wasser sauber, um Klopapier zu sparen – und verkauft sogar sein heißgeliebtes Auto.

Es ist ein Zweimanntheaterstück mit viel Witz, klugen Sprüchen und interessanten Tipps über Klimaschutz im Alltag. Das Bühnenbild ist einfach gehalten und besteht vor allem aus 7.000 leeren Plastikflaschen. Diese machen mitunter einen Höllenlärm, wenn Moritz und Climate Change dadurch waten oder sich hinein werfen, und erzeugen damit einen genialen Effekt. Der Dramaturg Harald Wolff erklärt: „Die 7.000 Plastikflaschen verdeutlichen, wie viel CO2 ein durchschnittlicher Haushalt pro Einkauf produziert.“ Und die Regisseurin Daniela Neubauer erklärt: „Wir haben die Beleuchtung auf Neonröhren umgestellt. Für die Zeit der Aufführung verbrauchen wir nur 1,2 Kilowattstunden Strom. Andere Inszenierungen benötigen meist um die 25 Kilowattstunden.“ Mitten im Stück fängt Climate Change dann auch noch an, Blumensamen in kleine Töpfchen aus Recycling-Pappe zu pflanzen und während ihrem Monolog an das Publikum zu verteilen.

Doch „Ein Jahr für die Ewigkeit“ ist mehr als nur ein Theaterstück. Es ist ein Selbstversuch. Alle Beteiligten – Schauspieler, Regisseurin und Dramaturg – begaben sich in ein Experiment: Innerhalb eines Jahres wollen sie ihren CO2-Ausstoß von gut zehn Tonnen pro Jahr auf ein Minimum reduzieren. Sie haben ihr Konsumverhalten radikal verändert, essen weniger Fleisch und fahren nur noch Auto, wenn es gar nicht anders geht. Ein halbes Jahr haben sie bereits geschafft und sie sind sich alle einig, dass sie weitermachen werden: „Es macht uns einfach Spaß, noch mehr auszuprobieren, und wir bekommen unglaublich positive Resonanz.“

Etwas haben sie auf jeden Fall geschafft: Das Theaterstück kam bei dem Publikum sehr gut an und wird jetzt sogar an Schulen aufgeführt. Von den Lokalzeitungen wurde es ebenfalls gelobt. Eine schrieb beispielsweise, dass das Stück völlig „ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger“ auskomme. Dem muss ich allerdings widersprechen. Ich habe selten bei Kunst über den Klimawandel den erhobenen Zeigefinger so deutlich gespürt. Doch trotzdem hat mir das Theaterstück sehr gut gefallen, es ist witzig, unterhaltsam und informativ.

Also Leute: Sexy bleiben und die Welt retten! Und wer mehr über das Stück, den Selbstversuch oder nützliche Klimaschutz-Tipps erfahren möchte, besucht am besten mal den Blog. Dort gibt es auch einen Trailer zu dem Theaterstück.
 

Weiterempfehlen

Kommentare (11)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
19.10.2012
NDelphine hat geschrieben:
Cooles Theaterstück. Ist bestimmt interessant!
13.10.2012
Oekofreak hat geschrieben:
Klingt echt super interessant!!!
03.06.2012
LSternus hat geschrieben:
Klingt nach einem super Theaterstück.
26.05.2012
Primavera hat geschrieben:
das stück klingt ecuht gut. Finde ich super, dass solche Themen auch in Theaterstückform verbreitet werden. Das bringt es den menschen näher.
26.05.2012
Puma hat geschrieben:
Hey,dass ist ja mal cool!!Ich will das Stück auch sehen!!!
25.05.2012
Taki hat geschrieben:
Danke für den Tipp
25.05.2012
Carina hat geschrieben:
@die-olli & Josephine:
Tatsächlich wird das Stück gar nicht mehr im Theater, sondern nur noch an Schulen vorgeführt. Deswegen hatte ich auch nichts darüber erwähnt, wo man es sehen kann. Tut mir leid...
25.05.2012
Josephine hat geschrieben:
Danke für diesen Bericht!
Als absolut "Theater-süchtig" habe ich deine Worte geradezu aufgesogen ;) Dieses Stück würde ich mir super gerne mal ansehen! Allerdings wird das mit der Anreise wohl ein bisschen kompliziert...
24.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
24.05.2012
Nugua hat geschrieben:
Klasse, dass die Leute es nicht nur auf der Bühne vormachen, sondern auch selber im Alltag umsetzen. Danke für den Bericht :-)
24.05.2012
Wolfsmaedchen hat geschrieben:
Hört sich echt gut an :)
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Nach der Feier beginnt die Arbeit
Nach der Feier beginnt die ...
Paris - viele von uns denken bei diesem Wort nicht mehr nur an den Eiffelturm und Notre Dame, s... weiter lesen
Du bist Planet Erde
Du bist Planet Erde
Menschen – was ein unglaubliches Wort Man nennt uns die intelligenteste Spezies des Pla... weiter lesen
Sensation: Weltgrößtes Meeresschutzgebiet vor der Antarktis ausgerufen
Sensation: Weltgrößtes Me...
Es ist eine wirklich bahnbrechende Entscheidung, die im australischen Hobart getroffen wurde! ... weiter lesen
Klimaschutz spannend vermitteln! Multiplikator*innenausbildung: Werde Klimagent*in
Klimaschutz spannend vermit...
Klima, Klimawandel und dessen Folgen. Dinge von denen viele Bescheid wissen. Doch nur die weni... weiter lesen
Googelst du noch oder pflanzt du schon?
Googelst du noch oder pflan...
Stell dir mal vor, du surfst im Internet und tust der Natur dabei gleichzeitig auch noch etwas g... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil