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Reichtum unter unseren Füßen - Von Humus, Schluff und Horizonten!


von Lisa18
27.08.2015
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Mehrere tausend Jahre gegen 60 Minuten! Schlägt der Regen einmal zu, trägt er alles ab, was nicht bei drei auf den Bäumen ist!

Die Rede ist von unserem überlebenswichtigen Humus! Dieser fruchtbare Oberboden besteht aus zersetzten organischen Substanzen, also tote tierische und pflanzliche Reste, sowie deren Umwandlungsprodukte, Tonmineralien, Kalk und tierischen Ausscheidungen.

Doch wie genau entsteht er? Ganz einfach in zwei Schritten: Er wird durch die Makrofauna humifiziert und dank der Mikoorganismen mineralisiert. Klar soweit oder? ;D Keine Sorge war Spaß, hier folgt die Übersetzung:

Unser Humus wird erst einmal durch die "großen" Tiere, wie Regenwurm, Schnecke, Spinne und Co., grob zersetzt. Um danach förmlich von Bakterien, Pilzen und Amöben pulverisiert zu werden. Wie viel an Humus im Boden ist, hängt vom Klima (da kommt unser Regen ins Spiel), der Vegetation und der Nutzung ab.

Der fruchtbare Oberboden speichert hervorragend Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff. Und das nicht zu knapp! 1.500 Milliarden Tonnen hat unser Humus gehamstert! Das ist fast dreimal mehr Kohlenstoff, als die gesamte lebende Biomasse (neben allen Lebewesen auch Bäume, Sträucher und Gräser) zusammen.

Bedeutet für uns ein großer Gewinn und eine riesige Hilfe, aber auch jede Menge Verantwortung! Für die Mikroorganismen bedeutet das: Futter!

Leider hat unser super Humus nur einen kleinen Horizont, im Gegensatz zum mineralischen Unterboden oder gar zum Muttergestein! Glaubt ihr mit net? Seht selbst:

O- Horizont steht für organische Auflage.

A-Horizont steht für mineralischer Oberboden, wo auch unser Humus und die meisten Lebewesen ihr zu Hause haben.

B-Horizont ist der mineralische Unterboden. Gut durchwurzelt ist er sehr wichtig für die Wasserversorgung der Pflanzen bei Trockenheit.

C-Horizont ist wenig verändertes Muttergestein.

Diese sogenannten Bodenhorizonte ergeben sich unteranderem aus den Bodenarten. Ganz vorne mit dabei sind Sand, Ton, Schluff und Lehm. Diese vier Hauptbodenarten werden anhand ihrer Korngröße klassifiziert. Ohne Witz! Es werden die Körner gemessen, die nicht größer sind, als ein einzelnes Grieskorn!

Und damit ihr nicht plötzlich denkt: "Die ist doch verrückt geworden!", hier ein paar Zahlen:

Sand hat einen Durchmesser von 0,063 - 2mm und ist damit noch der Größte im Bunde! Allerdings ist er ziemlich nährstoffarm und erosionsgefährdet. Immerhin lässt er Luft und Wasser passieren, speichert dafür jedoch Schadstoffe mehr schlecht, als recht.

Ganz anders sieht das beim Schluff aus. Seine mehlartige Konsistenz speichert Schadstoffe, sowie Nährstoffe recht manierlich und auch Wasser lässt er kommentarlos durch. Jedoch ist er mit seinen 0,002 - 0,063mm anfällig für Erosion, was ihn aber nicht davon abhält zu den Top 2 der besten landwirtschaftlichen Böden zu gehören!

Im Gegensatz zum erosionsanfälligen Schluff ist der Ton ein recht robustes Kerlchen! Große Mengen an Wasser, Nährstoffen und Schadstoffen speichert er ohne Probleme. Nur mit der Größe seiner Körner steht er auf Kriegsfuß, was man gut nachvollziehen kann, schließlich sind die noch kleiner als 0,002mm.

Zum besseren Vergleich liegt noch Kies dabei. Da kann man jedenfalls noch so was wie ein Korn erkennen ;)

Der Lehm kann sich von allen am wenigsten beklagen, besteht er doch aus eben den drei Kollegen: Sand, Schluff und Ton. Noch dazu zu etwa gleichen Anteilen! Diese Mischung beschert ihn von allem nur das Beste! Er ist nährstoffreich, gering erosionsgefährdet und speichert große Mengen an Wasser und Schadstoffen. Kein Wunder also, dass er mit unter den Top 2 der besten landwirtschaftlichen Böden gehört.

Wer glaubt die vier Freunde machen den Boden für sich alleine aus, hat sich gewaltig geirrt! Zwar sind sie mit ihren 45% recht gut im Rennen, aber auch die Luft und das Wasser mit jeweils 25% stehen gar nicht so schlecht da. Lediglich die 5% an organischer Substanz, also den Lebewesen, Pflanzenwurzeln und unser alt bekannter Humus, kommen bei der Platzierung eher schlecht davon.

Einen ganz wichtigen Kumpanen habe ich aber vergessen! Die Bodenporen sind überlebenswichtig für jeden guten Boden, der was von sich hält! Schließlich durchlüften und bewässern sie das Erdreich. Und das nicht in der Milliliter-Variante! Oh nein! Bis zu 200 Liter pro Kubikmeter sind da schon mal drin. Außerdem dienen sie den Bodenbewohnern und Pflanzenwurzeln sehr gute Straßen auf denen sie sich bewegen können.

Zum Schluss noch etwas, womit ihr bestimmt im nächsten Bio- oder Erdeunterricht ordentlich Eindruck machen könnt! Denn anhand der Bodenfarbe könnt ihr erkennen, wie es dem Boden geht.

Gelbe oder gelbliche Böden sind weniger fruchtbar, da sie kaum Eisenverbindungen enthalten. Außerdem ist das ein Indiz für ein schlecht entwässertes Land.

Rote oder rötlich-braune Böden enthalten einen großen Anteil an Eisenoxiden, die keiner übermäßigen Feuchtugkeit ausgesetzt waren. Allgemein ist diese Farbe ein Hinweis auf einen gut entwässerten, nicht übermäßig feuchten, aber fruchtbaren Boden.

Gräuliche Böden können einen Überschuss an Kalk oder einen Mangel an Eisen bzw. Sauerstoff haben.

Bodenproben

Mit diesem Streberwissen beende ich nun den Artikel, aber schon nächste Woche sind wir wieder am Start! :)

Worum es dann geht? Nun ja...ihr werdet es schon sehen. ;D

Hier kommt ihr zum Bericht von letzter Woche.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Boden_%28Bodenkunde%29

http://www.boell.de/sites/default/files/bodenatlas2015.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenhorizont

http://www.naturscouts.at/downloads/boden/b_wissenswertes.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenfarbe https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenart

 

Bildquellen:

Startbild von Ronja96

http://www.uni-muenster.de/GeoPalaeontologie/Geologie/Angewandte/HLL_Kapillaritaet_Bilder/HLLKapillaritaet-Korngroessen.jpg

 

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Kommentare (4)
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31.08.2015
Lisa18 hat geschrieben:
@Johannisbeere1502: Ansonsten kannst du ja auch jederzeit nachlesen ;D
31.08.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Super verständlich erklärt! Danke für den Bericht, ich hoffe, ich kann mir das interessante "Streberwissen" merken bis ich wieder Schule habe :-)
27.08.2015
Lisa18 hat geschrieben:
Ich danke dir Buchenblatt ;)
27.08.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Wow, da war echt viel dabei, was ich nicht wusste. Der Artikel ist auch super geschrieben!
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