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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Paris hat geliefert! Das Ergebnis des Klimagipfels gibt Hoffnung!


von Sylvia_WWF
14.12.2015
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Uns ist ein Stein vom  Herzen gefallen: Das Abkommen von Paris ist in trockenen Tüchern. Die COP 21 hat den Stresstest bestanden, zu unserer großen Freude und Erleichterung. Nach harten Verhandlungen steht das erste für alle Staaten verbindliche Weltklimaabkommen, das auf das 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll folgen soll. Alle Staaten unterwerfen sich erstmals gemeinsamen, transparenten Zielen und Regeln, um den Klimawandel zu bekämpfen. Der internationale Klimaschutz hat einen großen Sprung nach vorn gemacht.

Der Meilenstein der COP

Die Ergebnisse der COP 21 sind ein Meilenstein, aber nicht Ende der globalen Klimaschutzanstrengungen. Natürlich steckt auch hier der Teufel im Detail und das Abkommen von Paris ist längst nicht vollkommen. So gibt es keinen Sanktionsmechanismus für Klimasünder, die ihren Zielen nicht nachkommen. Die Waffe, die wir dafür haben, heißt öffentliche Bloßstellung. Denn jede fünf Jahre werden die Fortschritte aller Länder geprüft und über eine Verschärfung der Klimaziele verhandelt. In den Jahren dazwischen kommt es auf die Zivilgesellschaft an, ihren Regierungen auf die Finger zu klopfen.

Noch auf dem Wege zu 3 Grad Erwärmung

Ein wichtiges Anliegen vieler besonders verletzlicher und vom Klimawandel betroffener Staaten wurde aufgegriffen: Das Abkommen soll die globale Erwärmung auf weit unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten begrenzen, mit dem Anspruch 1,5 Grad in Sichtweite zu bringen. Der Text folgt damit den Vorgaben der Wissenschaft. Zugleich ist aber auch klar, dass die nationalen Klimaschutzbeiträge, die von 185 Staaten zur Pariser Klimakonferenz eingereicht wurden, noch nicht ausreichen, um dieses Ziel zu erreichen. Bislang sind wir auf dem Weg zu rund drei Grad Erderwärmung. Daher der jede fünf Jahre stattfindende Überprüfungsmechanismus.

Diese neue rechtliche Grundlage gibt uns Rückenwind für unsere Arbeit in Deutschland. Zwei Beispiele: Die Bundesregierung muss aktiv werden, um die Emissionslücke zu schließen, die sie von der Erreichung ihrer eigenen Klimazielen trennt. Dafür ist der schnelle Kohleausstieg vor dem Hintergrund eines Limits von 1,5 Grad beziehungsweise 2 Grad globaler Erwärmung (wir sind heute schon bei 1 Grad angekommen!) unausweichlich. Andererseits gibt uns der Klimavertrag ein starkes Argument, um Investoren zu überzeugen, damit sie ihre Gelder aus klimaschädlichen Investments zurückziehen.

Raus aus Kohle, Öl und Gas!

Der Vertrag bestätigt damit, was spätestens seit dem G7 Gipfel von Elmau deutlich wurde: Wir müssen raus aus den fossilen Energien, raus aus Kohle, Öl und Gas! Anders werden wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels nicht verhindern. Beim G7 hatte Bundeskanzlerin Merkel die wichtigsten Industrienationen auf diesen Kurs eingeschworen. In Paris wurde klar: Alle Staaten müssen mitmachen, Und die armen und durch den Klimawandel besonders bedrohten Staaten werden Unterstützung erhalten.

Mitmachen, weil es lohnt!

Letztlich werden aber auch die Schwellen- und Entwicklungsländer mitziehen. Der Grund: Weil es sich wirtschaftlich lohnt! Die Preise für Photovoltaik und Windenergie sind innerhalb weniger Jahre drastisch gefallen. Rund um den Globus wurde 2013 erstmals mehr erneuerbare als fossil-nukleare Kraftwerksleistung installiert. 2014 floss mehr als doppelt so viel Geld in erneuerbare wie in fossile Anlagen. Seit der Jahrtausendwende hat sich die weltweit installierte Leistung der Photovoltaik verfünfzigfacht. Die Windenergie nahm im gleichen Zeitraum um den Faktor acht zu. Die Folge: 2014 stieg der Ausstoß von Treibhausgase im Energiesektor erstmals seit 40 Jahren nicht an – und das trotz steigender Wirtschaftskraft und weiterhin wachsendem Energieverbrauch!

Dank der erneuerbaren Energien haben die Staaten die Möglichkeit, Energiearmut zu überwinden, Strom zu erschwinglichen Preisen für alle verfügbar zu machen und klimafreundliche Jobs zu schaffen.

Damit das Pariser Abkommen im Jahr 2020 in Kraft tritt, muss es noch von den Vertragsstaaten ratifiziert werden. Dafür müssen mindestens 55 Prozent der Staaten, die zusammen mindestens 55 Prozent der Treibhausgasemissionen ausstoßen, es rechtlich anerkennen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erinnerte in Paris daran, dass dem Abkommen konkretes Handeln folgen muss. "Die Arbeit beginnt morgen!", sagte er.

Fotos: Titelbild © CC BY-SA 2.0, Caradec , http://bit.ly/1NP9Pe4; Ban Ki Moon in Diskussion mit Klimadiplomaten © CC0 1.0 , COP PARIS, http://bit.ly/1RjQiET

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