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Opfer des Klimawandels 7: der Grönlandwal


von FabianN
02.09.2011
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Der Grönlandwal (Balaena mysticetus)  gehört zu den größten und schwersten Walen des Planeten! Innerhalb der Familie der Glattwale (Balaenidae) zu der Gattung Balaena. Je nach Geschlecht wird ein Grönlandwal 14 bis 18 Meter lang und erreicht ein Durchschnittsgewicht von sage und schreibe 50 bis 80 Tonnen! Ein ausgewachsenes Weibchen kann auch leicht 100 Tonnen auf die Waage bringen.  Der Körper eines solchen Tieres ist sehr massiv, kompakt und  kräftig gebaut. Schon alleine der Kopf eines Grönlandwales kann bis zu 40% seiner Körperlänge ausmachen! Das Maul dieser Tiere ist riesig, es erreicht eine Länge von 450 bis 500 cm, und sowohl Unterkiefer als auch Oberkiefer sind stark nach oben gewölbt. Diese Eigenschaft brachte ihm auch den englischen Namen „Bowhead Whale“ (Bogenkopfwal) ein. Dank ihrem ausladendem Kopf und dem kräftigen Körper können Grönlandwale auch 30 cm dicke Eisschichten durchbrechen, um Luft zu holen! Die Haut eines Grönlandwales besitzt eine blauschwarze bis schwarze Färbung. Der vordere Teil ihres Kopfes und der untere Teil des hinteren Körpers sind teils weiß gefärbt. Am Oberkopfbereich kann man zwei Blaslöcher entdecken. Beim Ausatmen kann man die charakteristischen Wasserfontänen beobachten. Die wie Paddel aussehenden Brustflossen sind verhältnismäßig eher klein. Ganz im Gegensatz zur Fluke, der Schwanzflosse: diese ist mit einer Breite von 750 bis 800 cm deutlich größer!

Eine Finne (Rückenflosse) besitzt der Grönlandwal jedoch nicht. Aufgrund seines Verbreitungsgebietes, der Arktis, hat der Grönlandwal einen hohen Blubberanteil (Speckanteil). Die Speckschicht unterhalb der Haut eines Grönlandwales kann 50 bis 60 cm dick werden! Diese ist jedoch auch wirklich notwendig für sie, da sie sonst gegen das kalte Wasser der Antarktis nicht gewappnet wären! Grönlandwale leben nur in kleinen Schulen (Gruppen) von 2 – 4 Individuen, selten auch mehr.  Diese können getrennt oder auch geschlechtlich gemischt sein. Obwohl sie träge aussehen, sind Grönlandwale sehr gute und aktive Schwimmer!

 

 

 

                                                                                                                                                                  Die Kommunikation dieser Tiere erfolgt über niederfrequente Töne, also hörbare Schallwellen. Diese können sich einige Sekunden lang verbreiten. Grönlandwale kommen ausschließlich in den arktischen Gewässern vor. Hier verbringen sie den größten Teil ihres Lebens an der Packeiskante. Im Sommer kann man sie auch in Buchten, Wasserstraßen und Meeresarmen beobachten. Der Gesamtbestand des Grönlandwales teilt sich in fünf Populationen auf! Diese sind auch in fünf getrennten Gebieten zu Hause: Davis Strait/Baffin Bay, Bering/Tschuktschen/Beaufort See, Hudson Bay/Foxe Basin, Ochotskisches Meer und in der Barentsee bei Spitzbergen. Die Nahrung dieses Wales, der wie alle anderen auch ein Fleischfresser ist, setzt sich vor allem aus kleinen Krebsen wie beispielsweise dem Krill zusammen! Die Geschlechtsreife erreicht ein Grönlandwal zwischen 15 und 18 Jahren. Nach einer Tragezeit von 390 bis 420 Tagen bringt das Weibchen zwischen April und Mai ein Junges zur Welt. Dieses Kalb weist ein Länge von 400 – 450 cm und ein Gewicht von satten 900 Kilogramm auf! Während der Geburt wird das Weibchen von den anderen Schulenmitgliedern umgeben und weitgehend geschützt und abgeschirmt. Nach einer Säugezeit von  bis zu über einem Jahr wachsen die Tiere nur noch langsam. Dies erklärt auch die späte Geschlechtsreife. Auch wenn die Lebenserwartung ungefähr 100 Jahre beträgt, gab es auch schon 200 (!) Jahre alte Tiere! Neben dem Beluga (Weißwal) und dem Narwal sind diese drei die einzigen Wale, die ihr gesamtes Leben in der Arktis verbringen! Doch genau die Arktis und ihre so wichtige Speckschicht sind inzwischen die schlimmsten Probleme des Grönlandwales…

 

Trotz ihrer imposanten Größe sind Grönlandwale schon seit geraumer Zeit auf der roten Liste zu finden! In den fünf verschiedenen Verbreitungsorten sind sie auf der roten Liste von „Gefährdung anzunehmen“ bis zu „vom Aussterben bedroht“ vertreten!  Und das obwohl sie sich nur vor einem einzigen natürlichen Feind (Prädator) in Acht nehmen müssen: dem großen Schwertwal (Orcinus orca)! Und auch diese haben es normalerweise nur auf Jungen oder geschwächte ältere Tiere abgesehen. Außerdem sind Grönlandwale unter dem Packeis gut vor dem Großen Schwertwal geschützt, da dieser sich nur in schweren Zeiten unter das Packeis traut! Die wahren Gründe, warum man um den Grönlandwal fürchten muss, liegen beim Menschen und dem Klimawandel!!! Wegen seiner enormen Speckschicht werden Grönlandwale unablässig und ohne Erbarmen gejagt! Besonders beliebt sind dann das Öl und das Fleisch der Wale.

Auch von den Inuit werden sie zum Eigenverbrauch seit jeher gejagt. Auch der Lebensort verändert sich in Folge des Klimawandels und den Grönlandwalen fällt es sehr schwer, sich daran anzupassen. Wenn ein Grönlandwal unter Wasser ist und  die Temperatur von „relativ warm“ auf „kalt“ umschlägt, wächst die Eisdecke wieder plötzlich und der Grönlandwal , welcher nach ungefähr 60 Minuten wieder Luft holen muss, hat nicht genügend Zeit um Schwung zu holen und damit die Eisdecke zu durchbrechen!  Das Tier ist unter der Eisdecke ohne Chance und wird ersticken!!!! Trotzdem geht das Eis insgesamt zurück. Doch auch darunter hat der Grönlandwal zu leiden! Die Eisabnahme und höhere Temperaturen führen zum einem zur Abnahme der Krebse, insbesondere des Krills. Diese ernähren sich nämlich von Algen im Schmelzwasser und treiben somit weg vom Eis und der Arktis! Zum anderen ist der Schutz gegen den Großen Schwertwal nun nicht mehr gewährleistet und immer mehr Grönlandwale fallen nun durch die Klimaerwärmung auch ihren Prädatoren, den Großen Schwertwalen zu Opfer!  Entweder wir müssen uns ändern und dem Klimawandel entgegenwirken, oder die Bestände des Grönlandwales werden unaufhaltsam und immer schneller zurückgehen, bis diese Tierart nur noch eine von vielen ausgestorbenen ist…

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „Opfer des Klimawandels“ (http://www.wwf-jugend.de/community/artikel/neue-berichtreihe--opfer-des-klimawandels-;2838)

Text: eagle4nature                                                                  

Bilder: Wikipedia Commons 

Infos: tierdoku.com, wwf-arten.de, wdcs-de.org                  

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Kommentare (10)
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Sortieren nach Aktualität:
05.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Bitte ;)
05.09.2011
FabianN hat geschrieben:
@MalteG: Schade... trotzdem, vielen Dank! ;)
04.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Sorry, war keine Online Petition :(
03.09.2011
FabianN hat geschrieben:
@Alii: Du meinst das "Lecker" doch wohl nicht ernst oder?
03.09.2011
bookworm79 hat geschrieben:
Ich wäre auch sehr dankbar für den Link, wenns denn einen gibt, da ich beschlossen habe, mich mehr gegen den Walfang einzusetzen. Diese sanften Riesen muss man unbedingt schützen!
03.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Lecker....der arme Wal...
03.09.2011
FabianN hat geschrieben:
@MalteG: War das dann eine online-Petition oder etwas schriftliches? Sonst wäre ich sehr dankbar, wenn du uns den Link für die Petition hier posten könntest ;)
03.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Hab gestern was unterschrieben gegen Walfang und so. :)
03.09.2011
KleineWaldnymphe hat geschrieben:
Ich glaube, ich werde nie verstehen, wieso die meisten Menschen nicht endlich etwas Wirksames gegen den Klimawandel unternehmen..
Sehr ergreifend und informativ geschrieben!
03.09.2011
Christina1107 hat geschrieben:
Wow, ich kannte diesen Wal noch nicht, und ich bin auch ein sehr großer Fan von Walen. Danke für den tollen Bericht. Super. :)
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