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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Opfer des Klimawandels 6: die Lederschildkröte


von Rhino
01.09.2011
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Was ist wohl die größte Schildkrötenart der Welt? Die Riesenschildkröte? Falsch! Es ist die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) ,ein riesiges Meeresreptil mit einer Länge von bis zu 2,5 Meter und einem Gewicht von bis zu 700 kg. Traditionell wurde sie oft als „größte Meeresschildkröte“ bezeichnet, aber das ist veraltet, denn heute geht man davon aus, dass die Lederschildkröte nicht zu den echten Meeresschildkröten zählt, sondern nur nahe mit ihnen verwandt ist! Wenn man genau hinsieht, kann man aber schon am Körper der Schildkröte so manche Besonderheit erkennen! Da wäre z. B. der Panzer, der in der ganzen Schildkrötenwelt wirklich einzigartig ist, denn statt einem Hornpanzer hat die Lederschildkröte einen lose zusammenhängenden Knochenpanzer auf dem Rücken, welcher von einer lederartigen Haut umgeben ist, das führte auch zu dem etwas merkwürdigen Namen! Die Färbung des Körpers ist ein charakteristischer Mix aus blau und schwarz! Die Flossen unterscheiden sich von denen der echten Meeresschildkröten dadurch, dass sie komplett krallenlos sind! Ein etwas mysteriöses Merkmal der Lederschildkröte ist aber ein rosa Fleck, den alle Tiere auf dem Kopf, den sie übrigens nicht in den Körper einziehen können, haben! Der Sinn dieses Flecks ist bis heute ungeklärt!
Man sagt, dass Lederschildkröten unter allen Reptilien das größte Verbreitungsgebiet haben! Und das ist auch eigentlich war, denn man trifft sie in allen tropischen und subtropischen Ozeanen:

Ihr genaues Wanderverhalten ist leider noch nicht ausreichend untersucht, durch gekennzeichnete Exemplare konnte man aber herausfinden, dass diese Schildkröten ganze Ozeane durchqueren und nur zur Eiablage an Land kommen! Lederschildkröten sind übrigens Einzelgänger und pflegen deshalb auch meist ihre Wanderungen allein zu machen!
Sie sind ausgezeichnete Taucher und können Tiefen von bis zu 1.200 Meter erreichen. Dabei suchen sie auch nach ihrer Hauptnahrung: Quallen! Besonders große Exemplare werden nicht verschmäht, im Gegenteil: eine Lederschildkröte kann an einem Tag ganze 100 kg an Quallen fressen, bei ihrer Größe und Aktivität ist so viel Futter aber auch dringend nötig!
Ihre Nistplätze haben Lederschildkröten an tropischen Küsten in aller Welt, z. B. in Florida, Nicaragua, Gabun, Malaysia oder Australien!
Nach einer Paarung im Wasser legen die Weibchen ihre Eier (es sind 50 bis 100) in eine selbst gegrabene Sandkuhle an der Küste. Dann schütten sie die Kuhle zu und verschwinden im Ozean! Das alles machen sie stets im Schutze der Nacht! Bebrütet werden die Eier dann von der Sonne, bis nach zwei Monaten dann endlich die Jungen schlüpfen. Diese können von Geburt an schwimmen und machen sich sofort auf den Weg ins Meer. Männchen kommen danach nie wieder an Land, Weibchen aber werden im erwachsenen Alter selbst Eier in den Sand legen, wenn sie ein erwachsenes Alter noch erreichen…

Die Lederschildkröte gilt heute als „kritisch gefährdet“. Es gibt wohl nur noch etwa 3.000 Exemplare. Dies hat mehrere Gründe, so wird sie immer noch, wegen ihrer Eier oder ihres Körperöls, massiv bejagt, oder verfängt sich in Fischernetzen, aber auch der Klimawandel macht der Art zu schaffen, denn der Sand wird immer heißer und wenn er eine Temperatur von über 32 °C erreicht, schlüpfen so gut wie nur Weibchen, für einen Fortbestand der Art ist das mehr als fatal. Man braucht schon eine Temperatur von 29-30 °C um eine ausgewogene Verteilung der Geschlechter zu gewährleisten, leider wird dieser Temperaturbereich an den tropischen Küsten immer seltener. Aber auch das Meer wird durch die Klimaerwärmung immer stürmischer und zerstört immer häufiger die Gelege, es ist ein wahres Trauerspektakel. Wissenschaftler greifen mittlerweile zu extremen Mitteln um die Art zu retten: Es werden riesige Schattenspender eingerichtet und teilweise werden die Eier auch direkt aus dem Gelege genommen und in Brutstationen ausgebrütet, in denen künstlich die passende Temperatur erzeugt wird. So wird die Population halbwegs sicher gehalten. aber ob die Schildkröten je wieder richtig in der Natur brüten können? Das ist ungewiss…

Text: Rhino (Maxim Podobed)
Bilder: Wikimedia Commons
Infos: Wikipedia.de , Tierdoku.com und Greenpeace.de

 

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Kommentare (7)
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14.09.2011
Puma hat geschrieben:
Das ist extrem,da hat midori Recht.Nur leider können wir den Klimawandel nicht mehr verhindern,sondern nur noch hoffen und verhindern,dass es nicht noch schlimmer wird!!!!
04.09.2011
midori hat geschrieben:
Das ist natürlich eine besonders heftige und fatale Auswirkung. Sollte es tatsächlich zu einer Erwärmung kommen, wird sich diese Art kaum von selbst halten können, denn sich daran anzupassen, würde wahrscheinlich viel länger dauern, als Zeit ist.

Aber ich bin fasziniert. 2,5Meter? Das ist ja wirklich ein riesiges Vieh :D Und 100Kg Quallen pro Tag? Wahnsinn! Ich hoffe inständig, dass uns diese wundervolle Art erhalten bleibt. Ein Lob an alle Menschen dieser Welt, die sich darum kümmern!
04.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.09.2011
Rhino hat geschrieben:
Alii: was hast du eigentlich für Probleme???
03.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
ich bin auch ein Oper und um mich kümmert sich keiner außer adrian
01.09.2011
french96 hat geschrieben:
Jaaa wirklich sehr interessant .ich finde es traurig das es nurnoch soo wenige Lederschildköten gibt und das die eier vielleicht nicht mehr in der natur ausgebrühtet werden können!
01.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Ein sehr interessanter Bericht und sehr informativ. Wenn es stimmt, dass es nur noch um die 3000 Exemplare gibt (mensch bedenke die Größe der Ozeane...), dann wird es diese Art vermutlich nicht mehr lange geben..
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