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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Opfer des Klimawandels 5: der Kaiserpinguin


von FabianN
15.08.2011
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 Jeder hat schon etwas von ihm gehört: der Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) wird innerhalb der Pinguine (Spheniscidae) zu den Großpinguinen (Aptenodytes) gezählt und ist im gewaltigen Eis der Antarktis, des Südpols, zu Hause. Ein Kaiserpinguin erreicht durchschnittlich eine stolze Standhöhe von 115 bis 125 Zentimetern. Zu dieser Größe trägt er auch noch satte 25 bis 45 Kilogramm mit sich.   Sofort nach einer „Fresswanderschaft“, (so nennt man bei ihnen eine erfolgreich abgeschlossene Nahrungssuche) weisen die Tiere das höchste Gewicht und die dickste Fettschicht auf. Zwischen den beiden Geschlechtern kann man auf den ersten Blick keine Unterschiede erkennen. Der Körper dieser stolzen Tiere ist länglich und leicht rundlich gebaut. Dies verleiht den Tieren unter Wasser eine torpedoartige Form und somit auch gute Schwimmeigenschaften. Ein Pinguin schafft unter Wasser bis zu 30 Km/h durch diesen Körperbau.

Während der Kopf, die Flügel, der Schwanz und der Rücken eine tiefschwarze Färbung besitzen, sind Teile des Nackens, der Kopfseiten und die gesamte Bauchfläche weiß gefärbt. In der Paarungszeit und den drei Monaten vor den Paarungswanderungen erreichen die schwarzen Gefieder eine schwarzbraune Färbung. Der Schnabel der Tiere ist hauptsächlich schwarz gefärbt, im Unterkiefer tritt jedoch manchmal nahe der Schnabelwurzel eine rosafarbene bis orangene Färbung auf. Den auffälligen gelben Fleck in der Ohrgegend  besitzen erst die geschlechtsreifen Tiere. Die Küken weisen ein graues bis silbernes Gefieder auf, welches seine Aufgabe, den empfindlichen Körper der Jungvögel warmzuhalten, perfekt erfüllt. Kaiserpinguine sind sowohl tag- als auch nachtaktiv und leben auch außerhalb der Paarungszeit in großen Gruppen. Doch vor allem die Brutkolonien weisen eine beträchtliche Größe auf. Man brütet sehr dicht beieinander, doch da es vorkommen kann, dass traurige Mütter, deren Junges gestorben ist und dadurch neidisch sind, andere Jungen töten oder stehlen, wird immer ein kleines Revier rund um den Brutplatz gegen andere Kaiserpinguine verteidigt. Bei schlechtem Wetter vergessen die Pinguine diesen fortlaufenden Streit jedoch und rücken dichter beisammen, um sich gegenseitig zu wärmen.   Dies ist sehr wichtig, da sie sonst doppelt so viel Energie bräuchten um sich warmzuhalten. Die Tauchzeit beträgt 15 bis 20 Minuten und die Tiere können bis zu 400 Meter tief tauchen, jedoch sind schon Tiefen von 500 Metern verzeichnet worden. Um solche Leistungen leichter bewältigen zu können, schlucken sie manchmal Steine in ihren Kropf. Die Kommunikation der Tiere erfolgt verbal, das heißt durch Lautäußerungen. Dies scheint auch sehr gut zu funktionieren, da sich die Eltern und auch deren Nachwuchs problemlos innerhalb von 1000 oder mehr gleich aussehenden Pinguinen wiederfinden. Zudem kennen sich die Partner gut, da sie monogam sind, sich also immer mit dem Partner des Vorjahres paaren. Sie sind ihrem Partner also immer treu. Außerhalb der Brutzeit leben Pinguine im Wasser. Die Brutkolonien liegen dagegen normalerweise in windgeschützten Tälern. Die Nahrung der Kaiserpinguine besteht aus Kleinfischen, Kopffüßern und Krebstieren. Letztere decken ungefähr ¾ der Nahrung ab. Nach der Nahrung getaucht wird durchschnittlich in  einer Tiefe von 100 bis 300 Metern. Am meisten beliebt unter den für sie so wichtigen Krebstieren ist Krill. Doch genau ihr Lebensort und die Abhängigkeit der Nahrung ( des Krills ) werden zu einem gravierenden Überlebensproblem für die Kaiserpinguine …

 

Die Kaiserpinguine haben normalerweise nur wenige natürliche Feinde (Prädatoren).Im Wasser müssen sie sich vor allem vor dem Seeleoparden (Hydrurga leptonyx) und dem großen Schwertwal  (Orcinus orca) in Acht nehmen. An Land müssen sie sich vor dem Riesensturmvogel  (Macronectes giganteus) und dem Südpolarskua (Stercorarius maccormicki) fürchten, da diese ihren Jungvögeln nachstellen. Wegen solch einer geringen Anzahl von Prädatoren wunderten sich schon vor einiger so einige, warum die Vielfalt der Kaiserpinguine beständig zurückgeht. Die Antwort liegt jedoch näher als man zugeben will: beim Menschen(!) und dem von ihm beschleunigten Klimawandel. Der Mensch schadet den Kaiserpinguinen mehr, als sich manch einer vorstellen möchte. Nicht nur durch den Diebstahl ihrer Eier schadet er den Tieren und zerstört gleichzeitig das Leben deren Nachkommen. Die größte Bedrohung durch den Mensch liegt bei dessen Umweltverschmutzung: Die Schwermetalle und Gifte die die Pinguine aufnehmen, schwächen deren Immunsystem, führen zu Impotenz, Verhaltensstörrungen und vielem mehr. Dazu kommt noch, dass sie, man kann es nicht anders sagen, naiv sind. Sie haben keine Angst vor Feinden. So kommt es zu Ausrottungen ganzer Kolonien durch den Menschen. Zum Klimawandel: Klimatische Schwankungen sind nichts Neues in der Antarktis. Doch die vom Klimawandel hervorgerufene Wärmephase hält von 1970 bis heute unverändert an. Dadurch geht nicht nur der Hauptteil der bereits angesprochenen Nahrung zugrunde, da der Klimawandel zur Abnahme des Krills führt.  Der Klimawandel führt auch zum Abbrechen des Pack- und Schelfeises, wo Kaiserpinguine ihre Nester haben. So kommt es, dass immer mehr Eier oder Küken ins offene Meer treiben und keine Chance der Rettung mehr besteht. Die einzige Möglichkeit, die diese Tierart noch hat, besteht darin, dass sie ihre Brutwanderungen früher starten. So würden die Küken schon geschlüpft sein und zu Jungvögeln heranreifen, wenn das Eis wieder abbricht. Dies ist jedoch sehr unwahrscheinlich, da Nachforschungen ergaben, dass Kaiserpinguine nicht sehr anpassungsfähig sind. So können wir nur hoffen, dass der Klimawandel verlangsamt wird oder durch Menschen, die offen für Veränderungen sind, ganz gestoppt wird. Sonst kann es gut sein, dass die größte „Pinguin-Familie“, die ohne Zweifel auch zu den faszinierendsten gehört, bald nicht mehr in der Antarktis und auf unserem blauen Planeten wandelt … 

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „Opfer des Klimawandels“ (http://www.wwf-jugend.de/community/artikel/neue-berichtreihe--opfer-des-klimawandels-;2838)

Text: eagle4nature ( Fabian Nagel )                                                                                                       Bilder:  Google Bilder

PS: Wer mehr über den Kaiserpinguin erfahren will: Den Film: „Die Reise der Pinguine“ kann ich nur empfehlen ;) 

 

 

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Kommentare (11)
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21.08.2011
gelöschter User hat geschrieben:
@O3: Hier zitiere ich dir nun eine Aussage des Buches: Eine unbequeme Wahrheit - Klimawandel geht uns alle an, " ' Die Eiskappe in der Antarktis wächst. Das Abschmelzen der Gletscher und de Treibeises ist also nicht Folge der Klimaerwärmung.' In manchen Teilen der Antarktis mag die Eiskappe wachsen - aber in anderen Regionen des Kontinents schmilzt sie nachweislich ab, und laut einer Studie von 2006 befindet sich die antarktische Eisdecke insgesamt auf dem Rückzug." Du siehst, auch hier wird auf deinen Hinweis hingewiesen, aber trotzdem haben wir beide Recht. Denn ich glaube kaum, dass dieses Buch lügt. Trotzdem glaube ich auch, dass du Recht hast. Aber könnten wir unds nicht darauf einigen, dass wir beide Recht haben.
vlg eagle
19.08.2011
FabianN hat geschrieben:
@O3: Haben dir meine Antworten zur ersten Frage eig. gereicht oder soll ich noch mehr erklären?
vlg
19.08.2011
FabianN hat geschrieben:
@O3: sry aber meine Quellen stammen aus dem Buch " Eine unbequeme Wahrheit - Klimawandel geht uns alle an ". Das Buch kann ich dir kaum schicken ;)
Zu den Bildern kann ich dir gerne den schicken, wenn du möchtest :)
mit freundlichen Grüßen
eagle
19.08.2011
O3 hat geschrieben:
Wenn du mir diese quellen schicken könntest wäre ich dir sehr verbunden. In deinem nächsten Bericht könntest du diese ja etwas ausfuhrlicher unter deinen Beitrag schreiben. Bilder: google Bilder ist dann doch etwas wage ;)
19.08.2011
FabianN hat geschrieben:
Vielen Dank für eure Kommentare ;)
@O3: Danke, dass du meinen Bericht gelesen und mir deine Fragen gestellt hast.
Zu deiner ersten Frage: Kaiserpinguine schlucken die Steine, welche in den Kropf wandern.
In diesem wird zum Beispiel auch die Nahrung für die Jungen aufbewahrt. Durch die Steine werden die Pinguine schwerer und werden nach unten gezogen.
2.Frage: Darüber wusste ich bisher noch nicht Bescheid. Danke für die Infos. Dank deinem Kommentar können die anderen ja nachlesen wie es wirklich ist.
Doch trotz deinem Link habe auch ich meine Quellen, dass das, was ich geschrieben habe, stimmt. Woher soll ich nun wissen, welche stimmen? Ich werde es wahrscheinlich noch einbringen, sobald ich Zeit habe. Danke für deinen Kommentar und ich hoffe, dass dich meine Antworten zufrieden gestellt haben ;)
lg eagle
19.08.2011
O3 hat geschrieben:
Hallo, ich habe da ein paar fragen zu deinem Bericht eagle. Zitat: "Die Tauchzeit beträgt 15 bis 20 Minuten und die Tiere können bis zu 400 Meter tief tauchen, jedoch sind schon Tiefen von 500 Metern verzeichnet worden. Um solche Leistungen leichter bewältigen zu können, schlucken sie manchmal Steine in ihren Kropf " nun meine frage: Wie funktioniert das mit den Steinen? Außerdem entspricht deine Aussage, dass es in der Antarktis immer wärmer wird nicht ganz den Tatsachen, zwar stehen die Prognosen schlecht, aber aktuell sinken die Temperaturen aufgrund des ozonloches ( mitauslöser des klimawandels). Dies hat eine Studie des Alfred-wegeners-Institut nun herausgefunden. http://science.orf.at/stories/1633127/
Mit freundlichen Grüßen O3
Ps: Danke für deine antworten.
17.08.2011
JohannesB hat geschrieben:
Da kann ich nur zustimmen: Klasse Bericht und ein wirklich sehenswerter Film!! Ich bin schon gespannt auf Artikel Nr. 6 :)
16.08.2011
Christina1107 hat geschrieben:
Toller Bericht und danke für den Tipp... :)
16.08.2011
Stoffie hat geschrieben:
guter bericht! :)
ich freu mich schon auf den nächsten teil eurer berichtreihe und danke für den filmtipp!
15.08.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Ich kann den Film auch nur empfehlen! :) ;) :)
15.08.2011
Lars0220 hat geschrieben:
Guter bericht und den film kann ich auch empfehlen. :)
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