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Opfer des Klimawandels 2: Trauerschnäpper und Kuckuck


von FabianN
21.07.2011
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 Auch der Trauerschnäpper und der Kuckuck haben unter dem Klimawandel zu leiden. Der Trauerschnäpper ( Ficedula hypoleuca ) lebt in Laub- oder Mischwäldern, gerne in Gewässernähe. Er zieht sonnige und lichte Wälder vor. Selten ist er auch in Nadelwäldern zu finden. Er ist bis zu einer Höhe von 800 Metern, selten auch bis zu 1200 Metern zu finden. Auf einer Waldfläche von 10 ha können bis zu 6 Brutpaare problemlos miteinander leben. Die Nahrungsbestandteile des Trauerschnäppers bestehen zum größten Teil  aus fliegenden Insekten, weniger aus Heuschrecken, Käfer und deren Larven und Spinnen. Eine Art seiner Nahrungsaufnahme gleicht der der Meise: Er klammert sich an Baumstämmen fest und sammelt Insekten auf. Die Männchen sind auf der Oberseite schwarz oder dunkelbraun. Die Stirn, Unterseite und Flügelbinde sind weiß. Im Herbst sind beide Geschlechter olivbraun mit weißen Binden an den Flügeln und besitzen weiße Schwanzseiten. Der gewöhnliche Trauerschnäpper ist ungefähr 13 cm lang und 9 – 15 g schwer. Ein Gelege besteht ungefähr aus 5-8 Eiern, während die Brutdauer 13 Tage lang dauert. Die darauf folgende Nestlingsdauer beträgt 14-18 Tage. Man bezeichnet ihn als Brutvogel, durch sein  Zugverhalten auch Langstreckenzieher und Nachtzieher.                                                                                                                                                                         Unter dem Kuckuck ( Cuculidae ) sind rund 130 Arten verzeichnet. „Unser“ Kuckuck  (Cuculus canorus) ist nur in Mitteleuropa beheimatet. Der Kuckuck ist ungefähr 34 cm lang. Die Männchen sind meist grau, während die Weibchen meistens rostfarben sind. Zudem sind Kuckucks Insektenfresser. Die Weibchen jedoch essen auch Singvogeleier. Die Fortpflanzung des Kuckucks ist außergewöhnlich. Man bezeichnet sie als „Brutparasitismus“: Hierbei legt ein Weibchen zwischen Ende April und Anfang Juli 9-12, höchstens bis zu 25 Eier. Dabei kommt jeweils nur ein Ei in das Nest eines so genannten „Wirtvogels“. Sobald der Jungvogel dann geschlüpft ist, schmeißt er die anderen Eier über den Nestrand und wird nun alleine „bewirtet“. Die Nestlingszeit beträgt 19-24 Tage, immer abhängig vom „Wirtsvogel“. Der Kuckuck ist in Weide- und Waldlandschaften zu Hause. Er gehört zur Gruppe der Zugvögel und genau die haben es durch den Klimawandel besonders schwer…

Der Trauerschnäpper steht jedoch schon seit geraumer Zeit auf der roten Liste. Dies liegt zu großen Teilen am Klimawandel. Für den Trauerschnäpper ist es nämlich noch schwieriger mit dem Klimawandel fertig zu werden als für andere Zugvögel. Da der Trauerschnäpper ein „Langstreckenzieher“ ist, ist sein Zeitpunkt des Rückfluges aus den südlichen Teilen der Sahara zurück zu europäischen Gebieten genetisch festgelegt. Im Gegensatz zu Zugvögeln, die im südlichen Europa überwintern  und ihren Rückflug dem Klima anpassen können, kommen die Trauerschnäpper meist zurück, wenn es schon wieder kälter wird. So kommt es dazu, dass wenn die Jungvögel eines Trauerschnäpperpaares schlüpfen, der Hauptteil ihrer Nahrung schon wieder weg ist, da die Nahrung der Trauerschnäpper sich besser anpassen  kann. Unter diesen Umständen kommt es zu immer geringeren Beständen der überlebenden Küken und somit auch zur Gefährdung der gesamten Vogelart .   Auch beim Kuckuck sind Rückstände der Artenvielfalt zu verzeichnen. Dies liegt zum einen daran, dass immer weniger Lebensräume vorhanden sind, die dem Kuckuck gerecht werden können. Das liegt größtenteils am Menschen. Zum anderen liegt es jedoch auch am Klimawandel: Ähnlich wie der Trauerschnäpper kommt der Kuckuck immer recht konstant zurück nach Europa. Da er jedoch durch ihren Brutparasitismus auf andere Vögel angewiesen ist, ist dies für die ganze Art fatal. In Folge des Klimawandels beginnen Standvögel oder  Kurzstreckenzieher früher mit ihrer Brut. Zum größten Teil gehören auch diese Vögel zu den Wirtsvögeln des Kuckucks. Dies bedeutet, dass immer weniger Eier des Kuckucks in fremde Nester gelegt werden können, da die Küken der Wirtsvögel bereits flügge geworden sind. Somit kommen immer weniger Kuckuck-Küken durch und die Bestände eines wunderbaren Vogels, welcher obwohl er kein Singvogel ist, durch seinen unverwechselbaren Ruf so bekannt geworden ist, immer weiter zurückgehen.

Dies war der zweite Bericht aus der Reihe „Opfer des Klimawandels“.

Text: Eagle4nature


 

 

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Kommentare (2)
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12.05.2013
Nils93 hat geschrieben:
Mhm... Ich könnte mir vorstellen, dass die zunehmende desertifikation für alle Zugvögel ebenfalls zu einem großen Problem werden könnte. Zumindest für diejenigen, die durch die Sahara ziehen müssen. Die Sahara ist schließlich relativ groß und mit dem Austrocknen von immer mehr Oasen, fehlen diesen Vögeln immer mehr Rastplätze und Wasserstellen, um sich von dem ohnehin schon kräftezehrenden Flug zu erholen.
22.07.2011
gelöschter User hat geschrieben:
So schade..ich könnt wie immer weinen..
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