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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Opfer des Klimawandels 14: Die Ringelrobbe


von RichardParker
03.10.2013
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Eine Robbe, ein Leben mit dem bald möglichen Ende?
 

Die Ringelrobbe. Fünf Unterarten, drei davon bedroht.
 

Angefangen mit der Ostsee-Ringelrobbe, von der es nur noch etwa 10.000 Tiere gibt. Massenschlachtungen haben die Ostsee-Ringelrobbe im 19. Jahrhundert fast ausgerottet. Schuld an dem weiteren Rückgang der Bestände, waren hauptsächlich Gifteinleitungen in die Ostsee, welche die Tiere unfruchtbar machten. Die Gifteinleitungen reißen nicht ab, aber an den Küsten erholen sich die Bestände langsam wieder.


Die Ladoga-Ringelrobbe, befindet sich bereits in einem schlimmeren Stadium, mit nur noch 5.000 ihrer Art. Auch sie ist Opfer von Gifteinleitungen, Fischernetzten und illegaler Tötung. Und das obwohl sie seit den 1980er Jahren unter uneingeschränktem Schutz steht.

Doch die Saimaa-Ringelrobbe, mit gerade einmal 260 Tieren, ist von allen Unterarten die am meisten bedrohte. Die Saimaa-Ringelrobbe (Pusa hispida saimensis) ist die dunkelste der fünf Unterarten, sie ist dunkelgrau und hat grau-schwarze Flecken mit weißen Ringen. Sie werden bis zu 1,6m lang und stolze 40-90kg schwer. Ihr Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf den Norden Finnlands.

Das Saimaa – Seensystem, könnte Heimat für über 6000 Robben sein. Im Vergleich zu den polaren Zonen, sind große Eisflächen hier eher selten. Die Tiere ernähren sich vorwiegend von Krebstieren, kleineren Fischen und Krill. Im Alter von 3-7 Jahren sind die Robben geschlechtsreif und die Jungtiere kommen meist zwischen Ende Februar und Anfang März zur Welt. Die ersten Wochen ihres Lebens verbringen sie in den sicheren Schneehöhlen, die ihre Mütter vorher geschaffen haben. Sobald jedoch die Temperaturen milder werden, lernen die Kleinen schwimmen und tauchen. Im Sommer werden sie schließlich entwöhnt. Die Kindersterblichkeitsrate ist bei den Saimaa – Ringelrobben sehr hoch, über 39% der Jungtiere überleben die ersten Wochen nicht, dabei würde eine kontinuierliche Fortpflanzung sie vor der unübersehbaren Bedrohung besser schützten…


… die Saimaa-Ringelrobbe ist seit 1955 unter Schutz gestellt, was die Art vermutlich erstmals vor dem endgültigen Aussterben bewahrte. Die Bestände erholten sich nur schlecht, sodass sie 2009 auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten gesetzt wurde. Heute gibt es Schätzungen zufolge nur noch etwa 260 Tiere. Hierfür sind mehrere Faktoren verantwortlich. Wie viele andere Küstenbewohner, leiden auch diese Robben unter der massiven Überfischung der Meere, kaum eine Robbe stirbt eines natürlichen Todes. Vielen verenden qualvoll in Fischernetzen. Hinzu kommt, dass immer größere Teile des Meeres durch Umweltgifte wie Quecksilber verseucht werden. An der Zunahme der Vergiftung der Meere durch Schwermetalle, ist der Klimawandel schuld. Durch die erhöhten Niederschlagsraten, gelangen die Schwermetalle auch in die kälteren Zonen unserer Erde. Sie schaden nicht nur der Gesundheit der Tiere, sondern nehmen auch erheblichen Einfluss auf die Embryoentwicklung. Womit wir das nächste Problem bereits umschreiben, die Kindersterblichkeit dieser Robben liegt bei über 39%, weil die Winter immer milder werden und die Jungtier unter den einstürzenden Schneehöhlen begraben werden. Dadurch, dass der Schnee schmilzt, verlieren die meisten ihren Schutz vor Raubtieren, bevor sie überhaupt schwimmen oder tauchen können. Dadurch kann sich der Bestand nicht festigen und das obwohl das Geschlechterverhältnis 1:1 ist. Leider ist zudem nicht sehr viel über die Lebensweise der Saimaa-Ringelrobben bekannt.
Der letzte und wohl auch der gravierendste Punkt, ist die unmittelbare Gefahr durch den Klimawandel, der den Lebensraum der Robben drastisch schwinden lässt. Nur wenn die Bestandszahlen auf 400 Tiere steigen würden, ließe sich die Gefahr des Aussterbens, vielleicht abwenden, so schätzt man. Aller Schutzmaßnahmen und Forschungsarbeiten zum Trotz, das Überleben der Saimaa – Ringelrobben hängt nur noch am seidenen Faden, was sie jetzt noch am Leben erhält ist die Hoffnung, die Hoffnung auf Fortbestand…

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „Opfer des Klimawandels“ (http://www.wwf-jugend.de/community/artikel/neue-berichtreihe--opfer-des-klimawandels-;2838)

Text: RichardParker (Lara Hagedorn)
Bilder: Wikimedia Commons
Quellen: wissenschaft-aktuell. de, wikipedia.org
 

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
15.10.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Das schlimme ist auch, dass die Menschen sowas immer erst so spät merken, wenn es schon fast zu spät ist. Sie handeln ohne zu überlegen...
04.10.2013
Lisa18 hat geschrieben:
Ich kann es nicht verstehen, wie die Menschheit so rücksichtslos mit der Tierwelt und der Natur umgehen kann!! Mich macht das wütend, aber auch traurig.
04.10.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Echt traurig!
Dasswir die Natur so zerstören müssen, dass eine Art nach der anderen ausstirbt!
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