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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Neues Ziel - Ihre Route wird berechnet.


von Mr.Hoffmann
08.04.2014
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Kluge und zukunftsorientierte Menschen versuchen es seit tausenden von Jahren. Meist waren es Geistliche, Spirituelle, Philosophen, Schriftsteller, die einzigen, die von der Antike an bis zur Neuzeit eine irgendwie geartete Bildung erfahren durften und konnten. Bildung war und ist der Schlüssel, in der Enge einer Gesellschaft, nachhaltig respektvoll und tolerant miteinander zu leben und entstehende Gesellschaftsprobleme, ja Gesellschaftskrisen, zu lösen und zu bewältigen.

Bildung heißt nicht nur Wissen. Bildung heißt auch Erziehung und Bewusstsein schaffen und trainieren. Um Bewusstsein und Wissen in einer Gesellschaft nachhaltig zu vermitteln, braucht es ein grundsätzliches Regelwerk, an dem ich mein Verhalten messen und überprüfen kann. Ein Regelwerk, welches ich auch gegebenenfalls zu hinterfragen habe. Drei Messlatten genügen, um mein Verhalten heutzutage zu überprüfen: Das Gesetz, die gesellschaftliche Übereinkunft in Form einer allgemein gültigen Moral und mein Gewissen. Herz und Bauch, tun das Übrige dazu. Im Ernstfall sind Bauch und Herz die einzigen Instanzen, nach denen ich zu handeln habe, wenn Gesetz und Moralvorstellungen versagen, gar manipuliert werden.

Um meinem Gewissen, meinem Gefühl zu folgen, muss ich gelernt haben, mir und meinem Fühlen und Denken zu vertrauen. Um nun auch zu handeln fehlt noch Mut. Mut voran zu gehen, Irritationen auszuhalten, Widerstände durch Überzeugung zu brechen. Mut, für sein überzeugtes Handeln gerade stehen zu müssen, wenn der Widerstand zu groß ist; ein Beispiel zu sein für Courage und konstruktive Systemkritik. Es ist tatsächlich nicht leicht, und es gibt genügend Widerstände die bereit stehen, nur das eine zu tun: Mich zu demontieren, mein Bewusstsein zu trüben und mich und mein Ansinnen in Misskredit zu bringen.

Schnell werden Vorweggeher verschrieen als Proklamierer von Ersatzreligionen, Demokratiefeinde oder Gesellschaftszersetzer. Denn Veränderung ist der Abschied von 'Business as Usual'. Im positiven Falle der Beginn von Transparenz, ein Prozess der Transformation in ein nachhaltigeres und gerechteres politisches System und der Neuordnung unserer Gesellschaft.

Bewusstwerdung, Aufklärung, ist das Zauberwort und Motor jedweder Neuordnung und Revolution.

Selten gelingt sie von oben, vom Kopf der Gesellschaft. Große Revolutionen, Transformationen, gesellschaftliche Evolution, sie starteten ganz unten. Das Volk erreicht zwangsläufig an einem gesellschaftlichen Kipppunkt die kritische Masse und die Schärfe des Bewusstseins, die ausreicht, das bestehende System zu stürzen.

2014 - heute - Was ist anders?

Ehrlich gesagt, mir fehlt der Überblick. Ihnen auch? Was ist wahr, was ist falsch? Welche Propaganda tötet die Wahrheit und welche Wahrheit entlarvt die Propaganda? Welchem Medium kann ich Vertrauen schenken? Welcher politischen Strömung kann ich Glauben schenken? Welche Information ist manipuliert oder gar diskreditiert? Wer verfolgt welche Strategie, um Profit zu machen im Namen der Nachhaltigkeit? Wer zerstört nachhaltige

Prozesse im Namen des Kapitals?

Ich habe ein Gefühl hierzu. Ich habe eine Moral und ein Gewissen. Und ich weiß, was richtig ist und nachhaltig. Diese Maxime und mein stets sich wandelndes Bewusstsein und mein Wissen leiten mich durch das Chaos der Aggressoren, der Inbesitznehmer, der Manipulatoren.

Unsere Gesellschaft wächst. In wenigen Jahrzehnten wird die Weltbevölkerung auf neun Milliarden gestiegen sein. Ohne Nachhaltigkeit und der Neuorientierung unserer Kultur, unserer Lebensweisen, werden diese 9.000.000.000 Menschen um das Leben, das Überleben kämpfen müssen. Endliche Ressourcen müssen auf schier unendlich hungrige Gesellschaften verteilt werden. Lebensmittel, Wasser, Energie. Unser gemeinsames Zuhause werden wir dabei verzocken. Wir werden solange das bestehende Regelwerk, unsere Moral und unser Gewissen versuchen zu korrumpieren und zu manipulieren, um zu rechtfertigen, wie wir unsere Völker, die Menschen immer geringschätziger behandeln, wie wir die Natur und die Vielfalt unseres Planeten ausbeuten, bis wir am Ende vor einer Wüste stehen, die uns nichts mehr bieten kann, als den sicheren Tod.

Dieses Manipulationsprogramm, das unser Inneres aushöhlt und mit irrigen Werten ersetzt, läuft seit Beginn der Menschheit. Und spätestens seit der Industrialisierung hat es eine weltpolitische und globalisierte Dimension erreicht, die wie eine unheilbare Viruserkrankung alles und jeden infiziert. Schon als Babys werden wir zu Konsumenten trainiert. Konsum ist der Ausdruck dieser Krankheit. Habsucht, Besitzsucht sperren uns tagtäglich ein in Büros und wir lassen unsere Kinder von ihnen großziehen, während wir unseren Urlaub erarbeiten. Der Job beherrscht unser Leben. Der Job, die Firma, das Produkt, der Profit, das Geld. Geld. Das Geld bestimmt unser Denken und Handeln. Ohne Geld scheinen wir nicht lebensfähig zu sein. Geld definiert uns überall und jederzeit. Geld ist der Gedanke, wenn wir schwanger werden. Geld ist der Gedanke, wenn wir Kritik üben wollen. Geld ist der Gedanke, wenn wir von persönlicher Entwicklung sprechen. Geld steht über allem. Nicht ein Gott, eine Religion, eine Moral oder unser Gewissen oder das Gesetz. Geld bestimmt, was wir tun und warum. Geld ist unsere Ersatzreligion geworden. Wir sind 180 Grad vom Kurs abgekommen. Wir schippern in die Unmenschlichkeit. Wir degenerieren zu moralischen und gewissenlosen Krüppeln. Niemand kann uns stoppen in unser eigenes Verderben zu rennen.

Außer wir selbst.

Es gibt sie noch, diese Frauen und Männer, die seit tausenden von Jahren versuchen uns beizubringen, nachhaltig respektvoll und tolerant miteinander zu leben und entstehende Gesellschaftsprobleme, ja Gesellschaftskrisen, zu lösen und zu bewältigen. Sie sind da und sind unsere Chance.

Hören wir ihnen zu und schenken ihnen Raum, um ihre Argumente vorzulegen, ihre Utopien bauen zu können. Aktivieren wir unser Herz und unser Bauchgefühl und geben einer neuen Kultur, einer weltweiten Transformation zu einer nachhaltigen und toleranten Weltgemeinschaft eine Chance.

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Kommentare (3)
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08.04.2014
Helen hat geschrieben:
Maura, du sprichst mir aus dem Herzen!

Mr.Hoffmann, danke für diesen nachdenklich stimmenden Bericht!
08.04.2014
Mr.Hoffmann hat geschrieben:
Hallo Gluehwuermchen, danke für diesen tollen Kommentar. Bin in Gedanken mit Dir :-) Bleib stark.
08.04.2014
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ein starker Text mit vielen Fragen, die ich mir auch oft stelle. Als junger Mensch Anfang zwanzig merke ich ganz besonders, wie dieses kranke System nach einem greift, einen einsaugen will. Eigentlich hat es aber schon mit der Schule begonnen. In mir sträubt es sich gewaltig, ich will nicht in einen Strom geraten, der mein Leben dominiert, aber ich spüre ihn jetzt schon.
Viele sind sich dieses "Stroms" vermutlich gar nicht bewusst. Bei diesen Menschen kann bei dem einen oder anderen ein Entfernen der Scheuklappen durchaus hilfreich sein...als erster Schritt.
Wo setzen wir an, um ein ganzes gieriges System zu verändern? Sicher nicht in dem wir darauf hoffen, dass "von oben" etwas verändert wird. Ich denke ein riesiger Meilenstein ist dabei das Thema Bildung. Wenn man weg von Schulzwang käme und dem Vorsetzen vorgekauten Bauklotzwissens hin zu Freiheit, Autonomie und Selbstverantwortlichkeit...das würde ganz andere junge Menschen heranformen. Zwangsläufig würde und müsste sich dann auch die Berufswelt verändern.
Ich habe den Eindruck man bekommt von klein auf ein Programm aufgesetzt, dass einen einnimmt und davon abhält, tief Luft zu holen und sich anzuschauen, wer man ist, was man möchte im Leben, wie man in Beziehung zur Welt, zu diesem Planeten steht.
Der Mensch strebt nach Sicherheit und das verleitet ihn dazu, sein Leben auf Geldverdienen und "Sicherheit schaffen" auszurichten...nur das dies alles nicht sicher ist. Weder Geldscheine noch Konten noch Immobilien sind sicher. Ein Wirbelsturm - alles könnte vernichtet sein. Eine Inflation - schon ist das Geld wertlos. Die ganzen Sicherheiten können wir übrigens auch nicht mitnehmen, wenn wir sterben, wir müssen sie alle zurücklassen.
Nur - wofür haben wir dann gelebt?
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