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Mukmuk und die öligen Spiele


von Karl
15.03.2010
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Mukmuk und die öligen Spiele

24. Februar 2010alt

Vancouver – Die Welt feiert, Athleten aus aller Herren Länder kommen an den laut Eigenwerbung wohl schönsten Ort der Erde, Britisch-Kolumbien begrüsst Gäste von allen Kontinenten und bewirbt Völkerverständigung, Frieden und sportlichen Wettbewerb. Aber wie schaut eigentlich die Öko-Bilanz der Winterspiele 2010 aus? Menschen fliegen aus aller Welt ein, um sportlichen Ereignissen beizuwohnen und zu feiern, ein riesiger logistischer Aufwand wird betrieben...Das Inforportal nachhaltigkeit.org berichtet, dass Greenpeace eine

gemischte Bilanz beim Thema Nachhaltigkeit und Olympische Spiele gezogen hat – unter anderem wegen der Massnahmen gegen den Schneemangel. Als die Organisatoren "grüne Spiele" versprachen, sei wohl nicht an die Möglichkeit grüner Pisten gedacht worden, moniert das deutsche Greenpeace-Magazin. Mit Hubschraubern und 170 Lastwagen habe Schnee herangeschafft werden müssen - bis gerade noch rechtzeitig zum Start der Spiele natürlicher Schneefall einsetzte.

Auch sonst sieht das Greenpeace-Magazin nicht alle Versprechungen erfüllt. Dabei habe das nationale Organisationskomittee VANOC eine umwelt- und klimaschonende Grossveranstaltung versprochen. "Nachhaltigkeit stand im Zentrum all unseres Handelns", zitiert Greenepeace den VANOC-Chef John Furlang. "So haben wir eine neue Stufe nachhaltigen Auftretens erklommen." Greenpeace erwähnt etliche Einzelmassnahmen, die auf der Olympia-Website "gefeiert" würden. Dazu gehört die Energiespar-Architektur der Sportstätten, das "Carbon Managment Program" zur Senkung und Kompensation von CO2-Emissionen oder auch die Tatsache, dass Sieger-Medaillen teilweise aus Altmetall gefertigt wurden.

Doch alle Sparmassnahmen zusammen haben den "CO2-Fussabdruck" des Grossereignisses laut Greenpeace-Darstellung nur um 15 Prozent reduziert, wie sogar die Organisatoren einräumen müssten. In der Werbung sei zwar von "CO2-neutralen" Spielen die Rede. Doch die Organisatoren glichen nur die direkten Treibhausgas-Emissionen an anderer Stelle aus - für die schätzungsweise 130.000 Tonnen Kohlendioxid, die allein durch die Anreise Zehntausender Zuschauer entstünden, sollten diese selbst sorgen.

"Die Spiele in Vancouver sind nicht so grün, wie sie hätten sein können", zitiert Greenpeace den Japaner David Suzuki, einen der diesjährigen Träger des Alternativen Nobelpreises. Seine Stiftung hat die Öko-Bemühungen nach dieser Darstellung detailliert bewertet und VANOC lediglich eine Bronzemedaille zugebilligt. Reihenweise hätten die Organisatoren ökologische Möglichkeiten verschenkt: Zwar würden durchaus Busse und Bahnen genutzt, zugleich aber seien für Milliardensummen Autobahnen neu- und ausgebaut worden, was langfristig zu mehr Autoverkehr und CO2-Emissionen führe. Die Organisatoren lobten sich selbst für die Verwendung von Recycling-Papier, hätten aber für Strassen und Sportstätten Zehntausende von Bäumen fällen lassen. Im Internet haben Olympia-Kritiker ökologische Vor- und Nachteile der Spiele zusammengestellt - ihre Ökobilanz kommt auf drei Plus- und 29 Minuspunkte.

Besonders peinlich ist laut dem Artikel in der Rubrik "Letzte Lügen" - wie schon beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen - die Auswahl der Sponsoren. So dürfe sich beispielsweise Petro-Canada in Vancouver als Förderer präsentieren. Die Firma habe die Verbesserung ihres Images wirklich nötig: Im vergangenen Jahr nämlich fusionierte sie mit dem Konzern Suncor, gemeinsam ist man nun der weltgrösste Förderer von Öl aus Teersanden. Diese besonders dreckige Technologie ist nach Ansicht etwa des WWF eine Klimasünden ohne Gleichen. (siehe vorheriger Bericht - Steck den Kopf niht in den Sand) Ein zweiter Hauptsponsor, die Royal Bank of Canada (RBC), ist nach Angaben von Umweltschützern einer der grössten Finanziers der Teersand-Ausbeutung, heisst es bei Greenpeace.

Auch die olympische Autoflotte werde von Sponsor General-Motors (GM) "schamlos zur Grünfärberei genutzt". Um die Spiele "so grün wie möglich" zu machen, habe man "nur die besten" Fahrzeuge nach Vancouver gebracht, schildert der Artikel die GM-Selbstdarstellung. Doch unter den mehr als 4.000 gesponserten Autos seien nur ein paar Hundert Elektro-, Hybrid-, Wasserstoff- oder Biodiesel-Fahrzeuge. Das Fachblatt Auto-Bild hat gemäss Greenpeace-Magazin genau nachgezählt: 2.398 der vermeintlich klimaschonenden Olympia-Autos seien ganz normale, benzinfressende Riesen-Geländewagen.

Ob Mukmuk, ein semioffizielles, vom Aussterben bedrohtes Murmeltier Maskottchen und seine Schöpfer stolz auf die Ökobilanz der Spiele sein können?

Nunja, trotz vieler Bemühungen gibt es noch viel Potenzial und in Sotchi wird sich 2014 zeigen, ob die Welt dazugelernt hat... Fortsetzung folgt.

 

Information, die ich im Text genutz habe stammten aus einem Nachhaltigkeitsportal

 

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