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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
La France et l'écologie? - Energiewende?


von TaniaTukan
10.03.2012
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Ich habe heute durch Zufall in meinem heimischen Regionalradio einen sehr interessanten und gut zusammengefassten Bericht über die Atomfrage in Frankreich gehört - passen auch zur aktullen Frage auf WWF-Jugend über die Auswirkungen von Fukushima.

Ich habe den Link zur MDR-Mediathek eingefügt, da ich aber nicht weiß, wie lange man den Potcast auf der Internetseite des Mitteldeutschen Rundfunkes nachhören kann, habe eine Abschrift angehängt. Viel Spaß beim Hören bzw. Lesen.

www.mdr.de/mediathek/infothek/audio197908.html

Die Explosion von Fukushima hat auch Frankreich erschüttert.

Viele Franzosen sehen jetzt in der Atomkraft ein Sicherheitsrisiko:
‘‘Ich bin heute bereit, meine Haltung zur Atomkraft zu verändern und mehr regenerative Energien zu unterstützen – so schnell es geht.‘‘
‘‘Ich bin eher gegen die Atomkraft, aber ich glaube derzeit haben wir keine Wahl. Wir haben ja sonst nichts. Windkraft und Photovoltaik müssten stärker ausgebaut werden. Da müsste die Regierung was tun.‘‘

Das pariser Umweltministerium verweist da gerne auf das neue Öko-Vorzeige-Projekt: Vor französischen Westküste soll ein Offshore-Windpark entstehen, mit über 600 Windrädern. ‘‘Frankreich ist regenerativen Energien gegenüber aufgeschlossen‘‘, so die Botschaft. Gleichzeitig steht fest: Das ist ein Zusatz, keine Alternative.

Denn von einer Energiewende will der amtierende Präsident Sarkozy nichts wissen. Im Wahlkampf will er die Franzosen mit billigem Strom verführen.
‘‘Aus welchem Grund sollten wir unsere Vorteile in der Energiepolitik aufgeben, für die wir jahrzehntelang gekämpft haben. Unseren Atompark zu reduzieren würde die Kaufkraft der Franzosen verringern, denn Strom würde teurer werden. Die deutschen Haushalte zum Beispiel zahlen das Doppelte für ihren Strom.‘‘
Von Sicherheitsbedenken will Sarkozy nichts wissen. Er sieht sich durch die AKW-Stresstests der französischen Atomsicherheitsbehörde bestätigt. Die hat sogar den Betrieb des ältesten Meilers im elsässischen Fessenheim nahe der deutschen Grenze für weitere 10 Jahre abgesegnet.

Umweltschützer und Grüne schlagen die Händeüber dem Kopf zusammen. Ein Experte von Greenpeace glaubt keine Sekunde daran.
‘‘Ich erlebe gerade recht surrealistische Momente. Menschen aus der Atomindustrie entwickeln auf einmal die gleichen Argumente wie wir und stellen sich die gleichen Fragen, denn egal ob man für oder gegen Atomkraft ist, allen ist klar: Die Sicherheit ist nicht auf der Höhe.‘‘

Die Mehrheit der Franzosen stehen der Atomkraft, so die Umfragen, skeptisch gegenüber.
Wähler, die der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande für sich gewinnen will. Er verspricht mittelfristig, die Hälfte der Reaktoren in Frankreich vom Netz zu nehmen, und das altersschwache AKW Fessenheim am Rhein sofort dicht zu machen. Mit François Hollande könnte im Mai ein Präsident in den Elysee-Palast einziehen, der die französische Energiepolitik auf den Kopf stellt. Er wäre der Erste seit mehr als 50 Jahren.

(Mitteldeutscher Rundfunk)

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Kommentare (2)
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13.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Interessanter und wissenswerter Artikel. :-) Es ist immer gut zu erfahren, was unsere europäischen Nachbarn in Sachen Energiegewinnung planen. Neben dem Abbau der Reaktoren würde ich auch gern sehen, dass sich in Sachen Tierschutz endlich mehr in Frankreich tut...
12.03.2012
Peet hat geschrieben:
Echt stark für deine Mühen! Sehr interessant zu lesen, aber da hat Frankreich noch was vor sich...;)
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