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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Klimakonferenz 2011 geht in entscheidende Phase


von Marcel
05.12.2011
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Die Klimakonferenz in Durban geht in die entscheidende Phase. Die erste Woche war nach Einschätzung des WWF geprägt von taktischem Geplänkel und einem Abtasten der Positionen. "Die Zeit des Abwartens ist vorbei. Deutschland darf sich in dieser entscheidenden Phase nicht hinter der EU-Position verstecken", betont Regine Günther, Leiterin des Bereichs Klimaschutz beim WWF Deutschland. Jetzt muss Deutschland liefern - Umweltminister Norbert Röttgen muss jetzt aktiv werden!

Wie ist der aktuelle Stand? Weder bei den Verhandlungen über eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto Protokoll, noch bei den Beratungen für ein Mandat für ein internationales Abkommen ab 2015 gab es bislang entscheidende Durchbrüche. Auch über die Bereitstellung der Gelder für den so genannten Grünen Klimafonds besteht keine Einigkeit. Die USA verharren in ihrer Blockadehaltung der vergangenen Jahre und auch die EU tritt bislang wenig entschlossen auf. Deutschland hat sich bisher auch nicht mit Rugm bekleckert - ein paar Warnrufe aus dem Kanzleramt, das ist für ein globales Problem zu wenig.

Der WWF fordert schärfere Emissionsreduktionsziele. Keinesfalls dürfe man hinter den Zusagen von der Vertragsstaatenkonferenz von Cancún aus dem vergangenen Jahr zurückbleiben, so unsere Experten. Im Gegenteil: Die Ziele müssen erhöht werden. Eine Gruppe von WWF-Mitarbeitern machte das beim Climate Action Day mit lauten Rufen deutlich:

Franko, WWF-Mitarbeiter vor Ort, berichtete: "Es war ein ausgelassener Klimakarneval, der in krassem Kontrast stand zu den öden Verhandlungen im Tagungszentrum. Daran änderte auch die deutliche Polizeipräsenz nichts. Im Vorfeld der Demo war es offenbar zu kleineren Zwischenfällen mit der Jugendorganisation des ANC gekommen. Davon war auf der Demo nichts zu spüren. Viele Tausend waren gekommen, um für Klimagerechtigkeit einzutreten. Neben Umwelt-NGOs wie Greenpeace, WWF und Friends of the Earth (in Deutschland BUND) hatten zahlreiche soziale Organisationen und Gewerkschaften zum Protestmarsch für das Weltklima aufgerufen. Immer wieder riefen die Demonstranten „Amandla“, den Ruf der Anti-Apartheid-Bewegung. Unterstützt von afrikanischen Trommeln und Vuvuzelas versuchten sie den Delegierten im Kongresszentrum von draußen klar zu machen, dass die Zeit für taktische Spielchen vorbei ist und endlich verbindliche Vereinbarungen getroffen werden müssen. Mitten drin im Getümmel ging die WWF-Delegation mit ihren Unterstützern und beteiligte sich kräftig und Toy-Toy tanzend am Protest gegen die fest gefahrenen Verhandlungen. Vor allem die südafrikanischen Kollegen erwiesen sich als engagierte Einheizer, die sich mit ihrem Weckruf “Food-Water-Energy for all forever” lautstark in Szene setzten."

Nach der Demo kehrten die WWF-Aktivisten wieder zurück an die Computer und Verhandlungstische. Auch abseits der Straße, in den Gesprächen rund ums Verhandlungszentrum, versuchen sie die Politiker zu überzeugen und zum Handeln zu bewegen: Die Industrieländer müssen sich auf eine zweite fünfjährige Verpflichtungsperiode unter dem Dach des Kyoto-Protokolls einigen. Parallel muss in Südafrika die Basis für ein Klima-Nachfolgeabkommen gelegt werden. Zu den Klimaverhandlungen unter dem Dach der UN sieht der WWF derzeit keine Alternative. Unverbindliche Absichterklärungen reichen nicht, sie müssten rechtlich abgesichert und mit Leben gefüllt werden.

Der WWF tritt für ein neues Klimaabkommen aller Staaten bis 2015 ein. Dazu sind neben verbindlichen Zusagen der Industrieländer, Beiträge der wichtigsten Schwellenländer, China, Indien, Brasilien und Südafrika notwendig. Nur so lässt sich das angestrebte Ziel, den Anstieg der globalen Temperaturen auf maximal zwei Grad zu begrenzen erreichen.

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Kommentare (4)
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06.12.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Wenn man sich schon vorher darüber einig ist, dass es keine Erfolge geben wird - immerhin in einem Punkt ist man sich schon einig! - warum werden diese Gipfel dann abgehalten?
Diese Einigkeit hätte man auch in Rahmen einer Telefon- oder Internetkonferenz herstellen können ohne dafür hunderte von Leuten um den halben Globus zu fliegen.

Ich kann dieses "wenn die und die nicht mitziehen, können wir auch nichts ausrichten" nicht mehr hören! Diese Ausrede ist so was von feige.
Erst selbst Erfolge vorlegen und dann von anderen erwarten, dass sie mitziehen.
05.12.2011
Anni09 hat geschrieben:
ich kann nicht verstehen wieso sich die staaten so schwer tun klimapolitisch aktiv zu werden....meiner meinung nach gibt es dafür nur zwei wörter: grenzenlose ignoranz!

aber die videos sind super :)
05.12.2011
HannaS hat geschrieben:
Ach, Merkel nennt sich Klimakanzlerin? Seit wann das denn?
Ich finde das auch nicht richtig, von vornherein alles so zu prophezeien, glaube aber, dass sie als absolute Realistin nicht anders kann... Mal ehrlich, was sie sagt, ist ja auch keine Überraschung. Hast aber Recht, sie könnte ihre Zeit lieber mit echtem Engagement für´s Klima verbringen.
05.12.2011
JohannesB hat geschrieben:
Danke für das Update, Marcel!
Und schön zu sehen, wie (im 2. Video) mit WWF und Greenpeace zwei große Verbände gemeinsam für mehr Klimaschutz demonstrieren.

Bundeskanzlerin Merkel hält die Verhandlungen über die Fortführung des Kyoto-Protokolls übrigens schon für gescheitert.
In ihrem Video-Podcast vom Samstag sagte sie: "Wir müssen mit der Definition, was ist Erfolg, sicherlich unsere Erwartungen etwas herunterschrauben. Wir wissen, dass die Schwellenländer zurzeit nicht bereit sind, bindende Reduktionsverpflichtungen im Bereich der CO2-Emission einzugehen. Das heißt, das Kyoto-Protokoll hat noch keine Fortsetzung gefunden. Europa wird weiter bindende Verpflichtungen haben, aber wir können das Klimaproblem der Welt nicht alleine lösen." Und weiter erklärte Merkel, dass "in der wirklich wichtigen Frage, der Verlängerung des Kyoto-Protokolls" momentan keine Fortschritte erzielt werden könnten.

Auch wenn das am Ende der Konferenz wirklich der Fall sein sollte, finde ich es empörend, wie unsere Regierungschefin einen echten Fortschritt schon jetzt ausschließt. Statt sich mit voller Kraft für eine erfolgreiche Konferenz einzusetzen, macht sie sich's einfach und sagt sinngemäß, dass momentan einfach kein Durchbruch drin ist. Und sowas nannte sich mal "Klimakanzlerin".
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