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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Kann Cancún mehr als Kopenhagen?


von Marcel
25.11.2010
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Eine wichtige Konferenz jagt die nächste. Nachdem beim Tigergipfel in St. Petersburg über die Zukunft der Tiger beraten wurde, geht es ab nächster Woche um die Zukunft des gesamten Planeten. Bei der UN-Klimakonferenz in Mexiko wird sich zeigen: Sind die Regierungen überhaupt noch handlungsfähig, wenn es um den Klimaschutz geht?

Das große Bild zeigt, wie im Frühjahr 2010 eine große Gruppe Menschen in Cacún zur Earth Hour zusammenkam. Nun wird die mexikanische Stadt zum Punkt, auf den sich wieder alle Hoffnungen konzentrieren. Hier wird vom 29. November bis zum 10. Dezember 2010 die 16. UN-Klimakonferenz stattfinden.

Noch vor einem Jahr, im Dezember 2009, hoffte die Welt vergeblich auf Kopenhagen. Vertreter von 193 Staaten schafften es auf der 15. UN-Klimakonferenz in der dänischen Hauptstadt nach jahrelangen Verhandlungen nicht, sich auf ein faires, wissenschaftsbasiertes, wirksames und völkerrechtlich verbindliches Abkommen zu einigen. Rund 26 führende Staats- und Regierungschefs verständigten sich am Ende auf einen Minimalkonsens. Diese "Kopenhagener Vereinbarung" legt fest, dass die globale Durchschnittstemperatur gegenüber vorindustriellen Zeiten nicht um mehr als 2 Grad Celsius steigen soll. Doch wie die Welt das erreicht, ist weiterhin völlig offen.

Beobachter fragen sich, ob die Regierungen wirklich gewillt sind, die Herausforderung des Klimawandels im Rahmen einer multilateralen Vereinbarung zu bewältigen. In Cancún müssen sie diesen Beweis erbringen.

Es ist unbestritten, dass der Klimawandel eine globale Bedrohung ist, die nur alle Länder gemeinsam lösen können. Es ist die Aufgabe von Regierungen und den Vereinten Nationen die Grundlage für den Schutz von Ländern, Gemeinschaften und Ökosystemen zu legen, die vom Klimawandel und seinen katastrophalen Folgen bedroht sind. Eine internationale Vereinbarung unter dem Dach des UN-Klimasekretariats, die den Rahmen und die Richtung für nationale Maßnahmen vorgibt und nicht-staatliche Akteure ermutigt, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist dafür unabdingbar.

Die Herausforderung von Cancún besteht für die Regierungen vor allem darin, das verloren gegangene Vertrauen in ihre eigene Handlungsfähigkeit wieder herzustellen. Das gilt in besonderem Maße für die großen Volkswirtschaften unter den Industrienationen aber auch für die Schwellen- und Entwicklungsländern: Hervorzuheben sind beispielsweise die USA, die EU als Ganzes hierbei insbesondere Großbritannien und Deutschland, Japan, Russland sowie China, Südafrika, Brasilien, Mexiko und Indien. Diese Länder müssen zeigen, dass sie dem Klimaschutz und damit der Sicherheit der Welt und aller Menschen Vorrang vor nationalen Interessen geben.

Wann wäre Cancún ein Erfolg? Die Verhandlungen in Cancún müssen die Grundlage dafür legen, dass bei der 17. UN-Klimakonferenz in Südafrika Ende 2011 eine Abkommen vorliegt, dass dann im Laufe von 2012 in Kraft treten kann. Nur so kann noch vermieden werden, dass nach dem 2012 auslaufenden Kyoto-Protokoll ein klimapolitisches Vakuum ohne Klimaschutzziele und Mechanismen entsteht. Daher müssen in Cancún in folgenden Bereichen erste Teilerfolge erreicht werden

* Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern,
* Maßnahmen zum Stopp der Entwaldung,
* Technologietransfer von Industrie- in Entwicklungsländer,
* Anpassung an die Folgen des Klimawandels, vor allem von Entwicklungsländern,
* Strategien zur Minderung des weltweiten Treibhausgasausstoßes.

Wir werden Euch hier auf wwf-jugend.de regelmäßig über die Entwicklungen auf der Konferenz informieren!

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Kommentare (4)
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25.11.2010
JohannesB hat geschrieben:
@ MarcelLecounte: Natürlich sind diese Konferenzen immer ziemlich zäh und es gibt nur sehr sehr langsame Fortschritte. Aber dass "seit Jahrzehnten nichts raus" kommt, stimmt jetzt nicht ganz. Mit dem Kyoto-Protokoll gibt es seit 1997 ein erstes völkerrechtlich verbindliches Abkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen und jetzt brauchen wir, wie Marcel schreibt, ein neues Abkommen, bei dem dann alle an Bord sind (auch die USA).
Zugleich darf man aber nicht unterschätzen, wie komplex solche Verhandlungen sind und wie schwierig es ist, die Interessen von knapp 200 Staaten unter einen Hut zu bekommen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt ...
25.11.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
"Die Herausforderung von Cancún besteht für die Regierungen vor allem darin, das verloren gegangene Vertrauen in ihre eigene Handlungsfähigkeit wieder herzustellen. "
Das kann man wohl sagen!!! Kopenhagen war ja eine riesige Enttäuschung-und ich hoffe wirklich, dass auch Wirtschaft und Politik mal aufwachen...so kann das doch nicht weitergehen.
25.11.2010
MarcelB hat geschrieben:
Ich habe es aufgegeben dieser Klimakonferenzen Aufmerksamkeit zu schenken. Seit Jahrzehnten kommt nichts raus. Wenn man hört wie sich die Chinesen und Amis nicht einigen wollen oder können, ist das absurd! Da erinnert man sich dunkel an den kalten Krieg.
25.11.2010
Peet hat geschrieben:
Cancún muss mehr hergeben! Immerhin, 100 der größten Städte nehmen Probleme selber in die Hand und verlassen sich nicht mehr auf ihre Regierung!
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