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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Kampfbegriff: Lichtverschmutzung


von MarcelB
13.05.2011
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Wer schon einmal im Landeanflug auf eine größere Stadt war und am Fenster saß, kennt die riesigen Lichtspiele die sich aus Wohnungen und öffentlicher Beleuchtung ergeben. Beinahe täglich sehen wir Licht, brauchen wir Licht und verbrauchen Strom dadurch. Doch vor den enormen Auswirkungen, die so das - Licht einschalten – hat, tappen die meisten noch im Dunkeln.

Lichtverschmutzung light pollution oder auch light Spam so heißt die große Gefahr, der wir uns hier in Europa kaum bewusst sind. Doch was genau ist das eigentlich? Wo liegt die Gefahr? Und kann man etwas dagegen tun? Die Antwort erfahrt ihr hier...

Die ersten bekannten Aufzeichnungen über den Lichtsmog liegen 2 000 Jahre zurück. Dort wird berichtet, wie ein antiker Philosoph in einen Brunnen hinab stieg um sich den Sternenhimmel anzugucken. Viele Leute sahen ihn als verrückt an, doch seine Taten begründete er indem er sagte „Dort unten wird kein Licht der Welt meinen Blick stören.“ Wenn man das so liest, fragt man sich, was Thales heute wohl getan hätte...in einer Welt die von Straßenlaternen, Sky Beamern oder Leuchtreklamen regiert wird. Die Zeiten der alten Abende am Kaminfeuer sind gezählt! Licht ist das wichtigste Element unseres Alltags, niemand könnte darauf verzichten – es gehört heute einfach dazu.

Deutsche Astronomen beklagen sich schon seit Jahren über die schlechten Sichtverhältnisse, beispielsweise ist der typische Milchstraßennebel kaum mehr erkennbar. Forscher wie Andreas Hänel (www.lichtverschmutzung.de) bezeichnet das als Verlust einer der ältesten Kulturgüter der Menschheit.“

Tatsächlich ist es so, wenn man von Großstädten wie Berlin und Hamburg versucht Sternenbilder zu suchen, man keine finden wird da der Lichtkegel der Stadt alles unidentifizierbar macht. Nichtmal die dralle Venus kann mehr bei wolkenlosem Himmel erkannt werden. Doch abgesehen vom naturwissenschaftlichem Verlust, hat „light – Spam“ auch extreme Schäden für Tiere und Pflanzen zur Folge.

An den Hafenmetropolen Shanghai, Sydney und New York bildeten sich im Laufe der zunehmen Lichtverschmutzung immer mehr Algenteppiche. Die Algen bedrängen andere Lebensräume und beanspruchen Nahrung für sich. Andere Lebensformen sterben so immer weiter aus. Das sich unser Ökosystem durchs Licht stark verändert, zeigt sich besonders an den Vögeln.

Viele Vögel prallen, irritiert vom allgegenwärtigen Streulicht, gegen erleuchtete Hochhäuser und Singvögel verändern ihr Balz- und Fortpflanzungsverhalten, weil sie sich in permanenter Dämmerung wähnen statt in tiefer Nacht.

Besonders problematisch sind auch die sogenannten Sky – Beamer die von Diskotheken in den Himmel gestrahlt werden. Zugvögel kreisen oft stundenlang um sie herum, anstatt weiterzuziehen. Dies kann fatale Folgen haben, weil die Tiere ihren Energiehaushalt für die Reise extrem knapp kalkulieren.

Froscharten die sich normalerweise Nachts paaren, werden durch das Permanentlicht zur Fortpflanzungseile gedrängt. Dadurch paaren sie sich möglicherweise mit Partnern die sie sonst verschmähen würden. Das kann sich durchaus negativ auf den Arterhalt auswirken.

Besonders der Trend von großen Einkaufsmärkten, gerade Nachts das Licht anzulassen um Einbrecher abzuschrecken erscheint hier sinnlos. Einerseits begünstigt das nur die Arbeit des Einbrechers, zum anderen treibt gerade das die Lichtemissionen nach oben.

Was jeder einzelne tun kann, um die Lichtemissionen zu verringern ist ganz leicht, hierzu gibt es nur zwei Regeln:

Die erste und wichtigste lautet: kein Lichtschein, der über den Horizint reicht. Infolgedessen darf keine Lampe nach oben oder zur Seite scheinen, vor allem betrifft das die Sky – Beamer/ Laser oder Strahler.

Die zweite Regel gilt nur für öffentliche Lichtquellen wie etwa den Straßenlaternen: gelbes statt weißes Licht. Abgeschirmte Straßenlaternen sind ohnehin sparsamer. Es ist also ganz leicht, einfach einen gewölbten Reflektor an das Licht eurer Eingangstür befestigen.

Ein weiterer Weg, wäre ein Gesetz gegen Lichtverschmutzung, der diese Punkte im Gesetz verankern und verpflichten würde. Vorreiter ist hier das kleine Land Slowenien, welches als einziges Land in der Welt ein solches Gesetz tatsächlich hat. Nun sind wir dran, es ihnen nachzumachen!

 

Quellen:

http://farm1.static.flickr.com/101/285102672_4203221326.jpg

http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/lichtverschmutzung-thumb-512x170.jpg

http://www.lippstadt.de/imp2/imp.php?url=/pressemitteilungen/medien/85373V.jpg&resolution=120

http://www.sternwarte-aachen.de/typo3temp/pics/efad4ff20f.jpg

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Kommentare (21)
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Sortieren nach Aktualität:
18.05.2011
Bienenkoenigin hat geschrieben:
das ist einfach nur krass, immer wieder wenn man davon hört. EIn echt super interessanter Bericht, ich wusste gar nicht, dass es schon so viele Ideen zur besserung dafür gibt...wird zeit, das wir die umsetzten ;) aber da fehlt nartührlich wie immer das geld =(
18.05.2011
Stoffie hat geschrieben:
wow super artikel! ich wusste gar nicht das licht sooo einen riesen einfluss auf unsere welt hat! krass!
15.05.2011
Marielle hat geschrieben:
@Nera8 und MarcelB: Klar ich fänds auch nicht so toll ganz im dunkeln zu laufen. aber die Bewegungsmelder waren recht empfindlich eingestellt, sodass die laterne bereits angeht wenn du noch 10-20m von ihr entfernt warst.
Der orschlag kam mal von einer schulklasse, aber wurde nie weitergeführt, weil die Kosten für die Umsattlung der Straßenlaternen zu hoch war.
Ich finde auch dass auf Hauptstraßen das licht ruhig anbleiben darf nur wenn, wie bei mir im ort die straßen am feld bzw. wald enden finde ich das halt nicht so toll.
Und eine petition gegen skybeamer und gegen licht generell in den nachhimmel könnte eigentlich recht gut laufen...
15.05.2011
MarcelB hat geschrieben:
Ja, das sehe ich auch problematisch. Ich denke das Licht kann ruhig an bleiben...wir wollen ja nicht, dass jeder 2. dann überfallen wird! :D Hauptsächlich geht es ja nur darum, die Beleuchtung so einzurichten, dass kein Licht in den Nachthimmel strahlt. Das an sich, wäre schon ein rieisiger Schritt! Die Lichtverschmutzungspetition gab es ja schon, vielleicht können wir eine Petition gegen SKY-BEAMER starten? :) Die erscheinen mir in dem ganze Wirr-Warr noch als die größten Übeltäter!! Bei der Earth Hour hat das ganze ja eigtl. einen anderen Sinn. Es ging um eine Energiewende und mehr Klimaschutz! Nicht um Lichtverschmutzung... Außerdem wäre das ja auch wenig nachhaltig, die Gebäude danach wieder an zu machen, ne? ;)
15.05.2011
nera8 hat geschrieben:
Ich denke viele Menschen haben einfach Angst im Dunkeln, das ist man nicht mehr gewöhnt. Zugegebenermaßen würde ich auch nur ungern auf einen beleuchteten Weg verzichten wollen, wenn ich mal später nach Hause komme ;) Bewegungsmelder an den Laternen wären also wirklich klasse! Die Städte würden doch auch Stromkosten sparen, wenn die Laternen nicht die ganze Nacht durchgehend brennen.
Ich wäre auch für eine Petition! Wir könnten dann auch gut Unterschriften bei WWF-Jugendtreffen sammeln!
14.05.2011
Marielle hat geschrieben:
Klasse und ich bin voll für eine Petition.
Wir haben hier doch schon so viel erreicht, da wird doch wohl auch eine umsattlung in der öffentlichen straßenbeleuchtung drinnen sein, oder?
Vielleicht kann man das so als weiterführung zu eath hour machen. Nicht nur licht auf dem boden sondern auch licht aus. Dabei denke ich daran dass bei uns in der straße die ganze nacht die straßenlaterne brennt obwohl später als 2 uhr wirklich kein mensch mehr bei uns auf der straße unterwegs ist. ausserdem wurde ja schonmal die idee mit bewegungsmeldern an straßenleternen ins leben gerufen nur nie wirklich verwirklicht. vielleicht schaffen wir es ja, all das zu verknüpfen...?! Versuchen kann man es ja!
14.05.2011
MarcelB hat geschrieben:
Erstmal danke ;P ich hab im Internet mal recherchiert und es gab wirklich mal eine Online-Petition gegen Lichtverschmutzung im Jahr 2007/2008. DIese haben aber grade mal 5 000 unterzeichnet. Wir könnten(!) auch noch über Fb, Twitter, sVZ mehr als 40 000 zusammen bekommen...also hängt es an uns, ob wir das wirklich durchziehen wollen! :)
@Saida: Du kannst in deinem Haushalt darauf achten, dass keine Lampe in den Sternenhimmel leuchtet! Besonders bei Leuten die einen Garten haben, wäre das von Interesse...da die Gartenlampen oft Streustrahler haben.
@Maura: Nunja, ich nehme an, dass in Slowenien nur gelbes Licht auf Straßen leuchten darf. Außerdem wird wohl jede Straßenlaterne mit einem Reflektor aufgerüstet sein, der das Licht in Richtung Boden strahlen lässt.
14.05.2011
Nugua hat geschrieben:
@Oekojule: Ich weiß nicht, wie es dazu kam, da muss ich mich mal informieren. Jedenfalls ict es eine wirklich gute Sache. Aber mir ist da ein Fehler unterlaufen: Das Licht ist gar nicht rot, sondern gelb, wie im Bericht gesagt, nur ich finde es wirkt durch das Licht alles eher rot.
13.05.2011
anni95 hat geschrieben:
Wie üblich sehr gut, Marcel.
Diese Lichter regen einen manchmal echt auf. Ich liebe es, die Sterne zu sehen. Zum Glück wohne ich am Rand Berlins, da geht das ja noch ein bisschen. Natürlich nicht mit dem Himmel über unserm Stückchen Strand in Canada, in der Mitte von Nirgendwo, zu vergleichen. Und Berlin... Ich sage nur: Earth Hour, da konnte man Sterne sehen.
13.05.2011
Cedric hat geschrieben:
Der Bericht ist super gut und schön geschrieben!
Es ist echt traurig, dass man in Deutschland(und in den meisten Orten der Welt) keinen kompletten Nachthimmel mehr sehen kann...
Meinen schönsten Nachthimmel hatte ich vor ein paar Jahren als ich mitten in der Sahara war. Kein Mensch --> kein Licht --> richtig geiler Himmel!!!
Gut sieht man auch die Lichtverschmutzung/Lichter bei Nacht wenn man bei Google Earth den Nachtmodus aktiviert. Ich den USA ist fast alles gelb!!!
13.05.2011
Saida hat geschrieben:
Toller Bericht. Ich wusste über die Auswirkungen von Licht gar nicht so viel. Was könnte man denn als einzelne Person dagegen machen?
13.05.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
13.05.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Sorry für die ganzen Fehler :O ich hab heute vier Stunden Klausur geschrieben und bin wohl nicht so auf der Höhe ^^
13.05.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Guter Bericht, hast du sehr schöne geschrieben ;-)
Ich finde das insgesant sehr traurig, weil ich mir gerne den Nachthimmerl angucke. Zwar wohne ich auf dem Land, wo das noch geht, aber dafür im Fluglinienkreuz Hahn Frankfurt...:(
Ich glaube auch, dass es dem Menschen besser gehen würde, wenn er es nachts wirklich dunkel hätte. Nur so können sich Körper Geit und Seele wirklich entspannen. Ich hoffe, da tut sich was. Wie setzen die Slowenen das denn um?
Und ja, wenn es keine störende Lichtquelle gibt, kann man auch im Dunkeln recht gut sehen!
13.05.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Sehr Interresanter Bericht!!!
Dass es sowas gibt hätte ich nicht gedacht...
So ein Gesetz müsste es in Deutschland geben!!!
13.05.2011
Oekojule hat geschrieben:
Super Bericht. Ich habe vor lange, langer Zeit mal gehört, dass der manchmal rot verfärbte Himmel eine Folge der Lichtverschmutzung ist. Bin der Sache aber nie genau nachgegangen, was ich bereue - nun danke ich dir für den Bericht.
Ich kann mir aber schwer vorstellen, dass die Sicht auf den Sternenhimmel besser werde, wenn man in einen Brunnen steigt. Die Lichter strahlen ja trotzdem in den Himmel.

@Tama - das ist super - was musste passieren, dass ihr nun einen dunkleren Lichtschein habt? Das hätt ich auch gern. Wenn man nachts unterwegs ist, ist es jedes Mal eine Qual... Die Leute kapieren nicht, dass helles Licht dazu führt, dass man weniger sieht... Zumindest ist das bei mir so.
13.05.2011
Nugua hat geschrieben:
Danke für den interesanten Bericht. Bei mir in der Gegend wurden vor einigen Monaten alle Straßenlaternen mit rotem statt weißem Licht ausgestattet. Das Licht ist, wenn es dunkel ist, viel angenehmer als weißes.
13.05.2011
Janine hat geschrieben:
Ein sehr guter Bericht! Vielen Dank dafür! Ich finde Lichtverschmutzung furchtbar! Neulich haben mir Freunde auch schon von dem Konzept erzählt, das du dargestellt hast - ich war ganz begeistert! Es ist ja auch nicht sonderlich schwer solche umweltschonenden Lichter einzusetzen. Hohe Häuser schaut man sich eh nur von unten, oder ggf. von der Seite an. Man schaut ja sowieso sehr selten nach oben, meistens nur auf den Boden oder in die Augen anderer Menschen, und die sind ja auch nicht sehr groß. Es sieht zwar auch schön aus, wenn Städte/Gebäude beleuchtet sind, aber tagsüber bekommen wir sowieso schon genug von ihnen mit. Slowenien macht da einen sehr hervorragenden Anfang! :o)
13.05.2011
HatTrick hat geschrieben:
Sehr gut geschrieben. Die Bilder sind auch wirklich gut gewählt. Ich denke auch, dass da viel "unnötiges" Licht "verschwendet" wird!
13.05.2011
xXannaXx hat geschrieben:
toller Bericht , sehr Informationsreich. ! Sicher auch ein Thema das WIRKLICH ALLE betrifft.
13.05.2011
Carphunter hat geschrieben:
hey!
super bericht, echt klasse! das habe ich so auch noch nicht gewusst. Dannke schön! Hierzu könnte man ja eine Petition beim Bundestag einreichen, da gäbe es millionen, die unnterschreiben würden.
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