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Jugend liest: Kritik an der Arbeit des Weltklimarat am Beispiel des Gletscherschmelzens


von TilmanFCC
14.07.2010
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Im Rahmen des Projektes „Jugend liest“ der F.A.Z. und unseres Bio-eA-Kurs habe ich eine Arbeit zum Thema „Kritik an der Arbeit des Weltklimarat am Beispiel des Gletscherschmelzens“ geschrieben. Hier eine (kurze) Zusammenfassung des Berichtes.

Der Intergovernmental Panel of Climat Change (IPCC), oder (Welt-/UN-)Klimarat wurde 1988 von der UN ins Leben gerufen. Er soll als objektive Informationsquelle für Entscheidungsträger und Interessierte fungieren. Dafür trägt er umfassen, objektiv, offen und transparent Informationen zusammen, betreibt aber keine eigene Forschung.

Weltweit wirken Wissenschaftler als Autoren und Gutachter für den IPCC. In verschiedenen Arbeitsgruppen arbeiten diese an bestimmten Teilen von Berichten.

Um den aktuellen Wissenstand der Klimaforschung aufzuzeigen, werden regelmäßig verschiedene Arten von Berichten ausgearbeitet. In den Jahren 1990, 1995, 2001 und 2007 wurde jeweils ein Sachstandsbericht bereitgestellt. Diese enthielten die aktuellen wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Erkenntnisse, die relevant für das Verständnis des anthropogenen Klimawandels, daraus resultierenden potentiellen Folgen und Möglichkeiten zur Minderung und Anpassung sind.
Die Publikationen des IPCC bilden die Grundlage der internationalen Verhandlungen im Kampf gegen die Erderwärmung. Ohne den Klimarat gäbe es die multidisziplinäre Klimaforschung nicht.

Im Jahr 2007 wurde der Weltklimarat, zusammen mit dem ehemaligen US-Fizepräsidenten Al Gore, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet; die Begründung:„Für die Anstrengungen, ein breiteres Wissen über den menschengemachten Klimawandel zu schaffen und zu verbreiten und die notwendigen Grundlagen für die Anpassungen zu leben, die nötig sind, um diesem Wandel zu begegnen.“

Im gleichen Jahr der Würdigung durch mit dem Friedensnobelpreis wurde der Vierte Sachstandsbericht veröffentlicht. Dieser war auch die Grundlage für Al Gores Film „An Inconvenient Truth“. Seit gut einem Jahr steht der IPCC aber wegen diesem Bericht in der Kritik.

Im Januar 2010 wurde publik, das die Himalaya-Passage Fehler enthielt. Es hieß, die Gletscher des Himalaya könnten bis 2035 komplett abschmelzen. Nach einer Studie des World Glacier Monitoring Service (WGMS) werden diese Eisschilde aber wahrscheinlich anwachsen. Ursache für diese Unterschiede ist offensichtlich die Verwendung sogenannter „Grauer Literatur“ von Seiten des IPCC.

Würden die Gletscher durch steigende Temperaturen wirklich abschmelzen, hätte das dramatische Folgen:
Durch den Anstieg des Meeresspiegels sind viele Küstengebiete bedroht, ganze Staaten wie die Malediven stehen vor dem Untergang. Daraus könnten große Flüchtlingsbewegungen entstehen.
Außerdem stehen küstennahe Feuchtgebiete und ganze Ökosysteme durch das Eindringen von Salzwasser in Grundwasseradern vor einem Wandel.
Laut einer Studie des Stratetic Foresight Group (SFG) – welche auch von einem Abschmelzen der Himalaya-Gletscher ausgeht - ziehen außerdem geringere Ernten, Abwanderung der Bevölkerung, Unruhen und bewaffnete Konflikte für vom Wasser des Himalaya abhängige Staaten herauf.

Im Februar 2010 stellte man fest, das er Anteil der unterhalb des Meeresspiegel liegenden Fläche der Niederlande mit einer Differenz von 30% falsch ausgewiesen wurde.

Außerdem wurde das Ausmaß klimabedingter Wasserknappheit und Ernteeinbußen in Afrika dramatisiert und übertrieben dargestellt.

Ende November 2009 gelang es Hackern die Daten von Klimaforschen um Phil Jones im Internet zu veröffentlichen. Die Daten des „Climategate“-Skandal weisen laut Kritikern offen auf Manipulation von Datensätzen, etwa bei der Erstellung von Klimakurven hin („Ich werde die Datei lieber löschen, als sie irgendjemandem zu senden“). Außerdem wurden Klimaskeptiker als „Idioten“ bezeichnet. Auch IPCC-Vorsitzender Pachauri bezichtigte die Kritiker der „Voodoo-Wissenschaft“.

Außerdem wird dem IPCC vorgeworfen die schon genannte „Graue Literatur“ benutzt zu haben. Das sind Daten, z.B. Reporte von Umweltschutzorganisationen, welche nicht von unabhängigen Experten begutachtet wurden. Deshalb fordern die Kritiker auf solche Daten zu verzichten. Viele Informationen sind aber so aktuell, das sie noch nicht begutachtet werden konnten. Will der IPCC jedoch relevante Berichte veröffentlichen, so muss er auf solche Literatur zurückgreifen – auch aus Gründen der Aktualität.

Auch soll der IPCC durch seine Übertreibungen und Dramatisierungen politisch Einfluss nehmen. Dies wird aber zwangsläufig von der Politik gefordert, denn die Wissenschaft soll Fakten schaffen, damit die Politik sich um Diskussionen drücken kann – was wissenschaftlich belegt ist, muss schließlich nicht mehr verhandelt werden.

Die Kritik am IPCC hat jedoch ihre Spuren hinterlassen.
Die UN beschloss selbst, das der IPCC durch ein unabhängiges Gremium, das Inter Academy Council (IAC), überprüft werden soll. Es soll ein Leitfaden für den Umgang mit Studien, also „Grauer Literatur“ entworfen werden, Managementstrukturen und die Öffentlichkeitsarbeit soll überprüft werden. Inhalte der Publikationen der Publikationen sind von dieser Überprüfung aber ausdrücklich ausgeschlossen.

Der im „Climategate“-Skandal gebeutelte Phil Jones wurde inzwischen von einem Untersuchungsausschuss des britischen Unterhauses entlastet. Klimatologen sollten aber über ihren Umgang mit Datenmaterial nachdenken.

Für den neuen fünften Sachstandsbericht, welcher im Sommer 2013 erscheinen soll, müssen aber unbedingt die Gutachtenvorgängen verbessert werden. Um Distanz zur Politik zu erlangen müssen nicht nur beste, sondern auch zweit- und drittbeste Lösungen zur Lösung von Problemen vorgeschlagen werden.

Doch auch in der Gesellschaft sind Folgen erkennbar.
In den USA sank der Glauben an den anthropogenen Klimawandel erheblich, so eine Meinungsumfrage. Schuld daran sind primär die Fehler im IPCC-Bericht und der daraus folgende Glaubwürdigkeitsverlust, Kritiker haben die Debattenhoheit in Politik und Presse erlangt, aber auch die Wirtschaftskrise spielte eine wichtige Rolle für den Sinneswandel.

Auch in Deutschland gab es nach einer Studie im Auftrag des SPIEGEL einen ähnlichen Meinungsumschwung, wenn auch nicht ganz so stark. Grund seinen auch die Unstimmigkeiten in der Klimaforschung.

Wenn der Kampf gegen den anthropogenen Klimawandel erfolgreich sein soll, müssen nun der IPCC und die Regierungen handeln.
Der IPCC muss seine Fehler offen aufarbeiten, um seine Glaubwürdigkeit wieder zu erlangen. Die Regierungen müssen die Bevölkerung ihrer Länder wieder überzeugen, um den Rückhalt für ehrgeizige Klimaschutzziele zur erhalten.
Erst wenn diese Probleme gelöst sind, können IPCC und Regierungen an einem Strang ziehen, um wirksam für eine Abmilderung der Folgen des Klimawandels zu arbeiten. Doch die Zeit drängt. Niemand weiß, wo die Schwelle liegt - nach der man der Wandel des weltweiten Klimas nicht mehr beeinflussen kann - liegt und wann sie erreicht ist.

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Kommentare (1)
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16.07.2010
Cata hat geschrieben:
wow tilman geiler bericht!! ich wuerde zu gerne die ganzen 12... seiten lesen!! :)
du kannst das gut. hoffe dein biolehrer weiß das zu schaetzen!!
see u soon
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