Bleib aktuell!


Was gibt's


Neues?


Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Italien stinkt: Müll in Neapel


von bintangtiger
11.01.2011
4
0
12 P

 Opfer giftiger Abluft

Mit dem Hausmüll werden Plastik, Gummi sowie leere Batterien Opfer der Flammen und die Neapolitaner vor allem Opfer giftiger Abluft. „Ekelhaft“, findet der Bischof der Stadt mit den weltberühmten antiken Ruinen Pompeji, Carlo Liberati. Das ganze Ausmaß der Katastrophe beziffert der Chef des italienischen Zivilschutzes Guido Bertolaso am Dienstag mit 3000 Tonnen Müll auf Neapels Straßen und 10 000 Tonnen in der Region Kampanien.

Kampanien lebt seit Jahren im Würgegriff des Mülls und der neapolitanischen Mafia, der Camorra. In den Orten staut sich jedes Mal der Müll, wenn Deponien randvoll sind und die Verantwortlichen nicht rechtzeitig neue eröffnen – weil sich grüne Politiker oder von der Mafia geschickte Bürger regelmäßig dagegen wehren. Die Bosse verdienen Millionen am täglichen Geschäft mit illegalen Mülltransporten vom Norden ins Hinterland von Neapel Millionen.

Brennender Müll an offenen Fenstern

Ein Besuch mit Umweltaktivisten vor Ort lässt ein alltägliches Drama mit unabschätzbaren Folgen erkennen: Nahe Caserta liegen Kühlschränke, Autoreifen und Eternit-Platten an der Straße, daneben brennen Autoreifen – nicht weit von Häusern mit offenen Fenstern, nicht weit von der Polizeistation und dem Rathaus entfernt. „Alltag“, erklärt Antonio Graziano, ein Journalist aus Neapel.

Manchmal brennen die Häufchen tagelang, hartes Gummi und damit unzählige Gifte. Carabinieri, Polizei und Feuerwehr rücken regelmäßig zum Löschen aus. Die platte Wiese ist zur Hügellandschaft geworden, weil hier Handlanger der Mafia am Tag Giftmüll abladen, den sie nachts anzünden. Dioxin soll das Grundwasser und die Wiesen bereits an mehreren Stellen verseucht haben.

In Neapel stehen deshalb mehr als ein Dutzend Leute vor Gericht. Staatsanwalt Donato Ceglie meint aber: „Wir können das Problem nicht alleine lösen. In Italien fallen jährlich 97 Millionen Tonnen Müll an und 60 Prozent davon werden ordnungsmäßig entsorgt.“ Der Rest bleibt irgendwo – zum Teil sicher in Kampanien. Nach einem Zeitungsbericht luden die Camorristi in drei Jahren mindestens eine Million Tonnen Giftmüll in der Region ab.

Weiterempfehlen

Kommentare (4)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
14.01.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
@MarcelB: Hmm, ich wusste nicht, dass man bis heute keine Lösung gefunden hat. So ist das immer...irgendeine Katastrophe kommt in den Medien groß raus und dann ist die Sache gegessen, sobald was neues passiert.
Dann hatte ich wohl recht mit meiner Vermutung ;-) Vielleicht hätte man genau das Problem im Bericht aufgreifen können, anstatt das Bekannte zu wiederholen. Nur so als Tipp ;-) Und falls du das gemeint hast, bintangtiger, dann wäre es trotzdem gut, ein paar Daten zu nennen, damit man weiß, worum es geht.
12.01.2011
Jakobine hat geschrieben:
MÜLL: Keiner will ihn haben und es wird immer mehr, wir leben in einer Wegwerf-Gesellschaft. Ständig kann man neue Geräte und billiges Einmalzeugs kaufen…
Sollbruchstellen werden eingebaut, wegschmeißen ist billiger als reparieren.
Wir zahlen für den grünen Punkt und später für die Tonne, die Industrie verdient mehrmals dran.
Am Ende werden Firmen beauftragt die den Müll verschwinden lassen, im Meer sieht keiner von wem er ist.
MÜLL darf kein Geschäft sein für die die ihn produzieren, sondern für den der ihn abgibt.
MÜLL muss zu einem teuren Rohstoff werden und die Industrien müssten zahlen umso mehr, wenn sie Gift produzieren. Industrien dürften nur mit Recycling Rohstoffen produzieren.
Müll-Sammler müsste zu einem lukrativen steuerfreien Job werden. MÜLL müsste jeder bei überall vorhandenen Recycling-Annahmestellen abgeben können. Umso giftiger er ist desto wertvoller müsste er sein, vielleicht würde es dann Taucher geben die den Giftmüll und Atommüll aus dem Meer holen. Atommüll Produzenten müssten listen wo ihr Atommüll ist…
12.01.2011
MarcelB hat geschrieben:
Jein, für mich klingt es auch so, als wenn hier wieder Wunden aus anderen Jahren aufgerissen werden.
Zur Info das letzte große Problem war 2008. Da kulminierte das Problem mit dem Müll, Müllfahrzeuge mussten eskortiert werden, aufgebrachte Anwohner zündeten Polizeiautos an, es kam zu zahlreichen Demos und Schlägereien.

Das Problem des Müll ist aber bis heute nicht gelöst worden! Korruption führt dazu, dass gemacht wird wie es einem grade passt. Es fehlen klare Regeln.
Warum kam es dazu? Die Mülldeponien waren überlastet, es wurde eine neue gebaut und zwar genau neben einigen Wohnsiedlungen. Die Anwohner protestieren noch heute. Keiner weiß wohin mit dem Müll. Also bleibt er auf den Straßen liegen. Italiens Politik spinnt in meinen Augen, eine unglaubliche Schandtat sich nicht darum zu kümmern.

Mein Fazit zum Artikel: An vielen Stellen leider etwas zu oberflächlich..Wie schon Gluewuermchen sagte, dass Thema ist zwar da, aber nicht erst seit heute! Bei Themen die bereits länger her sind, bitte die Suchfunktion benutzen :))
Lieben Gruß
MarcelB
11.01.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Hey, kannst Du vielleicht mal ein Datum nennen? Das wäre nett. Ich kann mich nur an das Müllproblem in Italien erinnern, dass schon ein Weilchen her ist...
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Klimaschutz spannend vermitteln! Multiplikator*innenausbildung: Werde Klimagent*in
Klimaschutz spannend vermit...
Klima, Klimawandel und dessen Folgen. Dinge von denen viele Bescheid wissen. Doch nur die weni... weiter lesen
Wie die Energiewende gelingen kann - solarthermische Kraftwerke
Wie die Energiewende geling...
Etwa 40% der Treibhausgasemissionen in Deutschland entstehen im Sektor Energie. Um den Klimawa... weiter lesen
Living Planet Report 2016 - Planet am Limit
Living Planet Report 2016 -...
Der neue Living Planet Report ist da! Der regelmäßig vom WWF erarbeitete Report ist... weiter lesen
#ClimateDiploDay – dein Beitrag zur Klimadiplomatie
#ClimateDiploDay – dein B...
Die Einigung auf einen neuen weltweiten Klimavertrag in Paris im Dezember 2015 war ein historis... weiter lesen
Was bedeutet Trump für den Klimaschutz?
Was bedeutet Trump für den...
Kurz nachdem die UN-Klimakonferenz in Marrakesh zuende gegangen ist, hat sich nun Donald Trump... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil