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Intensive Hochleistungs-Landwirtschaft - was hält sie aus?


von Helen
16.08.2012
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Die extreme Dürre in den USA zeigt, was ihre Hochleistungs-Landwirtschaft eigentlich drauf hat. Und das ist nicht sehr viel. Die hochgezüchteten Mais- oder Getreidesorten vertragen die Trockenzeiten noch wesentlich schlechter als andere, robuste Sorten, die der Landwirtschaft jedoch zu ertragsschwach sind.

 

Der WWF warnt bereits davor, dass angesichts der drohenden Nahrungsmittelknappheit und der anhaltenden Dürre in den USA sich das Problem in den kommenden Jahren verschärfen könnte, wenn die weltweite Landwirtschaft weiterhin nur auf die von Agrarchemie abhängige Intensivierung und empfindliche Hochertragssorten setze.

Matthias Meissner, Referent Landwirtschaft beim WWF Deutschland meinte dazu: „Wir erleben gerade, wie absurd die Idee ist, dass die Länder mit intensivster Landwirtschaft die Welt mit Lebensmitteln versorgen werden. Bei idealen Bedingungen bringen diese Hochleistungssportler unter den Bauernhöfen beste Erträge. Stimmt aber ein Faktor, wie etwa der Regen, nicht, versagen sie und die Ausfälle sind groß.“

Also keine tollen Aussichten für die hochgezüchteten Sorten, denn in folge des Klimawandels, ist es wahrscheinlich, dass extreme Wetterereignisse und ausbleibender Regen sogar noch zunehmen können.

 

© Jürgen Freund / WWF-Canon

 

 

 

Trotzdem wird der nordamerikanischen Ackerbau als ein Erfolgsmodell für Entwicklungsländer und als die Lösung der Hungerproblem verkauft.

Meissner sieht dies jedoch als absolut falschen Weg an. Natürlich sei die derzeitige Situation angespannt, jedoch müssten die politisch Verantwortlichen Schritte zu einem vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln einleiten.
„Die Menschheit produziert pro Tag und pro Person 4600 Kilokalorien. Doch den Weg in unseren Magen finden durchschnittlich nur 2000 Kilokalorien. Der Rest vergammelt, wird an Tiere verfüttert oder landet direkt im Mülleimer“, kritisiert er.

 

 

Zumindest die US-amerikanischen Landwirte haben noch Glück im Unglück. Sie sind durch staatlich subventionierte Versicherungen vor dem finanziellen Ruin geschützt.

Anders stelle sich die kritische Situation der indischen Bauern da, so der WWF. Derzeit leidet der Subkontinent unter einem teilweise extrem verspäteten Monsun. Angesichts der beiden parallel stattfindenden Dürre-Ereignisse verdeutliche sich auch, wie lebensnotwendig es sei, dass die Landwirtschaft weltweit anfange, wassersparender zu arbeiten.
Und das geht auch! In entsprechenden Pilotprojekten hat der WWF Indien mit mehreren tausend Landwirten den Wasserverbrauch halbieren können.

 

 

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Quelle: WWF Deutschland: Intensive Hochleistungs-Landwirtschaft versagt in Trockenzeiten (15.08.12)

Bilder: Titelbild: Augsburger Allgemeiner (16.08.12), WWF Deutschland, stepmap.de, Hamburger Abendblatt (19.07.12), DW (19.07.12)

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Kommentare (9)
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Sortieren nach Aktualität:
02.12.2012
RuthMaria hat geschrieben:
@ Peet : Monsanto wird bestimmt wieder was finden.... mir wurde letztens erzählt, in der Monsanto Kantine wird ausschließlich Bio serviert -Egoismus der anwidert!
20.08.2012
1234 hat geschrieben:
@ midori: selbst amerikanische Rekordernten würden sich nur kontraproduktiv auf die Welternährung auswirken. Durch die vielen Subventionen kann das Zeug zwar billig nach Afrikaeexportiert werden, aber dann gehen dort die nicht-subventionierten Bauern baden, und die. Abhängigkeit vieler Länder von den USA tritt anstelle einer ordentlichen lokalen landwirtschaft, die ein erster Schritt wäre für eine halbwegs eigenständige Ernährung. Und bei Missernten in den USA gehen in Afrika dann die Preise nach oben, verstärkt noch durch Spekulation auf die Preise. Dad ist leider die traurige Wahrheit.
18.08.2012
Peet hat geschrieben:
Warten wir mal ab was Monsanto für ein Gen auf den Markt bringt, welches den Mais oder das Getreide hitzeresistent macht...;)

@LSternuns: Stimme dir vollkommen zu!
18.08.2012
LSternus hat geschrieben:
Was soll man dazu sagen, außer: Ich sag ja immer, dass nur noch Bio-Betriebe eine echte Chance haben.
17.08.2012
Katty27 hat geschrieben:
Die extremen Wetterbedingungen in den USA hätte keine Pflanzensorte unbeschädigt überstanden.
16.08.2012
LaLoba hat geschrieben:
Nicht nur die Philippinen! Auch in Florida gab es im Juni durch ein Tropentief schwere Überschwemmungen. Und ein paar Staaten weiter findet man nichts mehr außer Staub! Wenn man daran denkt, dass das Wetter über die nächsten Jahre sogar noch extremer werden könnte, kann man richtig Angst bekommen. Nicht auszudenken was passieren würde, wenn einem riesen Staat wie den USA plötzlich die Lebensmittel knapp werden würden, weil ein Großteil der Ernten kaputt gegangen ist! Hoffentlich vergessen die Landwirte nicht, sich auf die Veränderungen vorzubereiten!
16.08.2012
midori hat geschrieben:
Der Witz dabei ist, dass die Philippinen gerade nahezu untergehen und schon mehrere Menschen durch die Hochwasser ums Leben gekommen sind. Klimawandel ahoi!

Und mal ehrlich. Schön, dass die amerikanischen Bauern durch Subventionen vor dem Ruin geschützt sind. Aber Geld kann man nicht essen und das bringt eben nicht viel für die Hungernden dieser Welt, wenn Dürre ist.

Kann man nur mit dem Kopf schütteln!
16.08.2012
Viveka hat geschrieben:
Danke für den Bericht!
Es ist traurig zu sehen bzw, zu lesen, dass viele Menschen nur an den Profit denken. Wenn man mehr auf Lebensmittel acht geben würde, hätte man das Problem mit dem ertragsstärkeren Getreide gar nicht mehr oder zumindest nicht in diesen Maßen!
16.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
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