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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Indonesiens Torfmoorwälder


von Franzi
24.11.2009
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Die Torfmoorwälder auf Borneo sind eine der wichtigsten Ökosysteme unserer Welt, denn sie speichern enorme Mengen an Kohlenstoffdioxid. Doch wie so oft stehen auch hier wirtschaftliche Interessen gegen den Naturschutz, und so verschwinden Jahr für Jahr tausende Hektar dieser wunderbaren Landschaft…


Früher einmal waren die Torfmoorwälder auf Borneo voller Leben, unzählige Pflanzenarten überwucherten den Boden und Orang-Utans, Flusspferde und Schlangen suchten im dichten Gestrüpp Unterschlupf und Schutz vor der Sonne. Dieses Bild ist nun größtenteils zerstört, stattdessen findet man verkohlte Baumstümpfe und vertrocknetes Gestrüpp. Außer ein paar verschreckten Vögeln ist die Landschaft im wahrsten Sinne des Wortes tot. Seit den Siebzigern werden kontinuierlich jährlich ca. 1,3 Millionen Hektar Wald auf Borneo zerstört, verheerende Brände sind die Folge, da der Boden komplett ungeschützt ist. Dabei sind Torfmoorwälder die kohlenstoffreichsten Ökosysteme der Erde, pro Hektar enthalten sie 3000 – 6000 Tonnen Kohlenstoff und 50-Mal mehr Biomasse als jeder andere Waldtyp. Studien des WWF zufolge sind bereits 15% aller Moore dieser Welt zerstört und geben jährlich zwei Gigatonnen CO2 ab. 8% der Emissionen die wir Menschen jährlich durch das Verbrennen fossiler Energieträger erzeugen würden damit auf die Zerstörung der Torfmoorwälder zurückfallen. Die Jahre 1997/98 sind da ein besonders extremes Beispiel: hier brannten durch eine verlängerte Trockenzeit die Wälder 10 Monate lang, es wurden neun Millionen Hektar Landfläche unwiederbringlich zerstört und 1,5 Gigatonnen Kohlenstoff freigesetzt…


Das Problem ist natürlich auch den Einwohnern Borneos nicht unbekannt und inzwischen wurden einige freiwillige Feuerwehrtrupps gebildet, die die Brände schnellst möglich löschen sollen. Dies fördert auch der WWF, wie so oft wird jedoch auch dort das lokale Engagement dadurch erschwert, dass (noch) keine rechtlich gültige, internationale Vereinbarung zum Schutz der Wälder getroffen wurde.


Ende der neunziger Jahre ließ der General Suharto auf Borneo ein eine Millionen Hektar großes Waldgebiet mit einem 4600 Kilometer langen Kanalsystem entwässern, um dort Reis anzubauen (im nachhinein erwies sich der Boden dafür als ungeeignet, Reis wurde dort niemals angebaut). Suhartos Projekt erwies sich also als eine der größten, von Menschen verursachten Umweltkatastrophen und hatte noch nicht einmal nennenswerte wirtschaftliche Vorteile. Da die Bekämpfung der Brände in diesem Gebiet nicht ausreicht, unterstütz der WWF auch den Bau von Dämmen, die das Wasser aus den Entwässerungsgräben stauen, sodass die Torfmoorwälder wieder durchfeuchtet werden. Extra feuerbeständige Bäume werden danach angebaut, da sich die Pflanzenwelt von der Zerstörung nur sehr langsam von selbst wieder erholt.


Bis jetzt verdient der Staat Indonesiens leider noch mehr daran seine Waldgebiete an reiche Plantagenbesitzer zu verkaufen, als sie unter Naturschutz zu stellen, weswegen selbst die Einrichtung von Naturschutzparks nicht viel gebracht hat. In vielen Gebieten werden die Flächen durch illegale Holzfäller zerstört. Ist die Fläche einmal um ein bestimmtes Maß degradiert, wird sie oft als Nutzfläche genehmigt. Oft werden auch Waldfläche abgeholzt und damit Geld verdient, dann im nächsten Schritt wird Geld von der UN zur Wiederaufforstung kassiert. Die Vereinten Nationen diskutieren nun einen Lösungsvorschlag für diese Probleme. Dieser nennt sich REED – Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation. Die Idee dahinter ist, die Entwicklungsländern das Kohlendioxid, welches sie durch den Erhalt ihrer Wälder „einsparen“ ebenfalls in den angestrebten Emissionshandel mit einbeziehen zu lassen. Für dieses „nicht entstandenen CO2“ also ebenfalls Zertifikate auszustellen, mit denen die Länder dann am internationalen Handel teilnehmen können. So wird ein wirkungsvoller Anreiz geliefert die eigene Natur zu schützen. In Indonesien sind bereits 20 REED-Pilotprojekte angelaufen- bisher mit durchweg positiver Resonanz!


Es gibt also durchaus noch Wege die Torfmoorwälder Indonesiens zu retten. Wir müssen es nur anpacken!

 Bild: Zerstörter Torfmoorwald © Rosenda Kasih / WWF-Indonesien

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Kommentare (2)
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01.12.2009
forest hat geschrieben:
danke für den sehr interessanten Artikel..
ich bin froh das es Projekte zur Rettung der Torfmoorwälder gibt... doch damit ist es leider noch nicht getan :(
26.11.2009
Bienenkoenigin hat geschrieben:
Hey....
klasse Bericht, ich find es gut das der WWF dort schon etwas unternimmt,
blöd sind halt wieder die illegalen Holzfäller... man bräuchte andere Berufe für sie, damit sie auch ohne illegalen arbeiten ihre Familien ernähren können...
viele grüße
die bienenkönigin =D
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