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G7: Was passiert?, Wer ist da?


von Ronja96
07.04.2015
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Tags: G7, Klima, Politik

Wie wir wissen, werden dieses Jahr wichtige Weichen in der Klimapolitik gestellt. Doch dies beginnt nicht erst mit der internationalen Klimakonferenz im Dezember in Paris, sondern schon beim G7-Gipfel am 7. und 8. Juni in Schloss Elmau. Doch was ist eigentlich der G7-Gipfel? Was wird dort beschlossen? Wer wird anwesend sein? Diese und weitere Fragen versuche ich in dem folgenden Bericht zu klären.

Beim G7-Gipfel werden die Staats- und Regierungschefs der G7 anwesend sein. G7 bedeutet grundlegend erst mal die Gruppe der Sieben. Diese setzt sich aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, USA, Kanada und Großbritannien zusammen. Eigentlich sollte Russland auch anwesend sein, also die Gruppe der Acht (G8), aber aufgrund der vorherrschenden Krimkrise wurde Russland ausgeschlossen. Die G7 entstand 1975 auf eine Initiative von Frankreich mit dem damaligen Präsidenten Valéry Giscard d`Estaing und Deutschland mit dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt. 1975 befanden sich die großen Industrieländer in einer Öl- und Finanzkrise. Daher entschieden sich die Staats und Regierungschefs erstmals zu einem Weltwirtschaftsgipfel zusammen zu kommen. Dort tauschten sie sich über Chancen für die wirtschaftliche Erholung aus und vereinbarten jährliche Treffen. Kanada und Russland traten erst später bei.

Nun möchte ich auf die Mitglieder der G7 eingehen:

Deutschland:
Wie eben schon erwähnt war Deutschland ein Mitbegründer der G7. Aktuell hat Deutschland 80,2 Millionen Einwohner und ist Mitglied der NATO. Wie uns allen bekannt sein sollte, ist unsere derzeitige Bundeskanzlerin Angela Merkel, welche sich in den vergangenen Jahren Klimaschutzthemen durchaus aufgeschlossen zeigte, dennoch wird häufig kritisiert, dass sie auf Worte zu wenige Taten folgen lasse. Dennoch setzte sich dafür ein, dass bis 2022 alle Atomkraftwerke Deutschlands abgeschaltet werden.

Frankreich:
Als Republik ist Frankreich ebenfalls Mitglied der NATO. Der Präsident in Frankreich, der alle fünf Jahre gewählt wird, hat eine starke Stellung inne. Seit Mai 2012 ist dies Francois Hollande. Aufgrund des internationalen Klimagipfels dieses Jahr in Paris, will er Frankreich im Bereich Klimaschutz voranbringen. Dazu hat er bereits durchgesetzt, dass der Anteil von Atomstrom am Energiemix von 75 % auf 50 % reduziert wird.

Japan:
in Japan leben zurzeit 127 Millionen Menschen unter der parlamentarischen Monarchie mit Kaiser Akihto. Dieser ist das repräsentative Staatsoberhaupt des Landes. Beim G7-Gipfel wird hingegen Regierungschef Shinzo Abe Japan vertreten. Dieser hat sein Amt seit Dezember 2012 mit einer Zwei-Parteien Koalition inne. Dieser zeigte sich im Bereich Klimaschutz, insbesondere bei erneuerbaren Energien, noch nicht besonders aufgeschlossen. Dies zeigt insbesondere sein vehementer Einsatz zur Atomkraft zurückzukehren.

Großbritannien:                                                                                 Großbritannien, welches offiziell Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland genannt wird, setzt sich aus England, Schottland, Wales und Nordirland zusammen. Großbritannien, wo eine parlamentarische Monarchie mit Kabinettsregierung vorherrscht, ist kein Mitglied des Schengener Abkommens. Die Krone rund um Queen Elizabeth II dürfte uns allen bekannt sein. Doch diese ist eher für repräsentative Aufgaben zuständig. David Cameron, der Premierminister Großbritanniens, wird daher beim G7-Gipfel anwesend sein. Dieser setzt sich schon verstärkt für den Klimaschutz ein. Dies zeigt sich vor allem daran, dass er einen schnelleren Weg zu einer CO2-armen Wirtschaft finden möchte und die Kohleverstromung abschaffen will. Des Weiteren stellt er den Anspruch, dass der Weltklimavertrag in Paris fair, stark und verbindlich sein soll.

Italien:
in Italien herrscht die parlamentarische Demokratie. Dort ist Ministerpräsident Matteo Renzi Regierungschef. Dieser möchte bis 2020 erneuerbare Energien fördern und die CO2-Emessionen des Landes reduzieren.

Kanada:
In Kanada, dem zweitgrößten Land der Welt, liegt eine bundesstaatliche konstitutionelle Monarchie vor. Dort regiert zur Zeit Premierminister Stephen Harper, der sich gegenüber Klimaschutzmaßnahmen in den letzen Jahren nicht besonders aufgeschlossen zeigte.

USA:
Amerika, wo eine föderale und präsidentielle Republik vorherrscht, gilt als größte und stärkste Wirtschaftsmacht weltweit. Barack Obama ist Staatsoberhaupt und Regierungschef als 44. Präsident. Dieser befindet sich gerade in seiner zweiten Amtszeit. Obama gilt bereits als „Klima-Präsident“ und ist seit mehreren Jahren für den Klimaschutz aktiv. Auch im Januar dieses Jahres verdeutlichte er der Bevölkerung in einer Ansprache die enormen Bedeutung der erneuerbaren Energien und der Notwendigkeit der CO2 Reduzierung. Desweiteren möchte er 2016 rund 6,5 Milliarden € in den Ausbau von erneuerbaren Energien investieren sowie bis 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zu 2005 um 26-28 % reduzieren.

Diese Vertreter der Länder werden beim G7-Gipfel anwesend sein, welcher wie bereits erwähnt, am 7. und 8. Juni in Schloss Elmau in Bayern stattfinden wird. Schloss Elmau wurde ausgewählt, da sich die Staats und Regierungschefs dort in einer relativ entspannten und ruhigen Atmosphäre intensiv über die Themen austauschen können. Die beiden wichtigsten Themen des Gipfels sind die großen UN- Konferenzen. Zum einen ist dies die internationale Klimakonferenz Anfang Dezember in Paris sowie die Konferenz zur Post 2015- Agenda für nachhaltige Entwicklung im September. Bei Letzterem sollen neue Entwicklung und Nachhaltigkeitsziele verabschiedet werden. Des Weiteren werden Themen wie die Weltwirtschaft, die Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik sowie die Ressourceneffizienz und der Meeresumweltschutz beim G7-Gipfel behandelt. Um bei diesen Themen zu einer Einigung zu kommen, gibt es keine Mehrheitsentscheidungen, sondern es wird sich nur einstimmig auf eine Gipfelerklärung geeinigt. Jedoch haben diese Beschlüsse keine rechtliche Bindung, was nicht bedeutet, dass diese Beschlüsse keine große politische Wirkung hätten und  nicht unterschätzt werden sollten.

Doch wie kann man nun die Staats und Regierungschefs der großen Industriestaaten dazu bringen ihren Fokus insbesondere auf den Klimaschutz zu legen? Ganz einfach: Wir starten eine große Aktion am 7. Juni, wo viele von euch da sein müssen, um die Dringlichkeit der Energiewende in den Vordergrund zu rücken. Weiteres zu der Aktion werdet ihr bald erfahren. Das wird pandastisch! =)

Textquellen:

http://www.g7germany.de/Webs/G7/DE/Home/home_node.html   http://www.cleanenergy-project.de/klimawandel/6582-barack-obama-der-klima-praesident
http://www.benefind.de/web.php?q=hollande+klimaschutz+2015&b=21
http://www.klimaretter.info/politik/nachricht/18193-grossbritannien-wird-zum-kohlegegner
http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/1810-japan-treibt-rueckkehr-zur-atomkraft-voran                                                                            http://library.fes.de/pdf-files/id/07961.pdf                                          http://www.stol.it/Artikel/Wirtschaft/Wirtschaft/Renzi-will-Italiens-Energieeffizienz-steigern

Bildquellen:

https://www.flickr.com/photos/alecmcint/2797389812/in/photolist-57PQQB-57PQ38-5g4vgV-akSDMk-5gcmwQ-5g4vbH-5g824p-5g829H-5g4vxZ-5g82fR-5g81Uc-5g8Ros-57TthU-57QG7X-57PnUR-57PmhT-cBfyS7-57TzbW-57TJ7j-57PpwM-57THm3-57Tsqd-57QnZR-57QL3T-4UUFLB-cBfzcE-o888Yn-o8884L-opBNcF-opAgyL-o888EB-opppEj-ornzMz-o887fc-ornAwF-ornzSe-opAgt5-o89cnx-o88547-opBNic-oppvuA-onzTrq-opAiYf-opptGh-o885of-ornunM-o882Fm-o884HY-opks1r-opknwM (von Alexander Kluge, augenommen 24.August 2008)

 

 

 

 

 

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Kommentare (3)
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08.04.2015
Franzi... hat geschrieben:
Danke für den interessanten Bericht!
08.04.2015
RichardParker hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel! Hindurch ist mir erstmals bewusst geworden, wie viel Gewichtung der G7-Gipfel hat und haben kann! Du hast es wirklich klasse erklärt und veranschaulicht, Ronja!! :)
08.04.2015
regentag hat geschrieben:
Danke für diesen sehr informativen Bericht, Ronja!
Wir alle setzten große Hoffnungen in den G7 Gipfel, und genau weil der Klimaschutz nur eins von vielen wichtigen Themen ist, die in Elmau behandelt werden sollen, müssen wir mit unserer Aktion und auch schon im Vorfeld ordentlich Aufmerksamkeit auf uns ziehen! :)

Zum Inhalt des Artikels:
Was an der generellen Reduktion von Atomenergie im Energiemix klimapolitisch gut sein soll, weiß ich nicht. Das Klima entlasten tut dieser Schritt nur, wenn die ehemalige Atomenergie dann auch durch erneuerbare Energien ersetzt wird. Auch zu Japan muss man anmerken, dass Atomenergie rein unter dem Aspekt der Treibhausgasemissionen, sehr sauber ist. Natürlich ist Atomenergie trotzdem miserabel und muss auf jeden Fall abgeschafft werden. Nicht nur wegen der Unfallsgefahr und des unlösbaren Müllproblems, sondern auch aus rein wirtschaftlichen Gründen. Hier ein interessanter Artikel dazu (auch, wenn er schon etwas älter ist): http://www.wissensmanufaktur.net/energiewahn
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