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Fukushima: The day after tomorrow, reloaded!


von MarcelB
10.03.2012
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Seltsam. Ich schaue in die Zeitung und entdecke einen Bericht über Fukushima. Es ist der 10 März 2012. Ich frage mich selbst: „Wieso wundert dich das“?
Selten hat es eine Katastrophe gegeben, die über den Zeitraum von 12 Monaten in den Medien präsent war. Was ist an der nuklearen Katastrophen in Fukushima anders? Erdbeben aus den großen Meeren gab es nicht das erste Mal, wir erinnern uns an den Tsunami 2004 bei dem 300.000 Menschen sterben, das Erdbeben in Haiti 2010 bei dem 200.000 Menschen sterben und Millionen Menschen obdachlos werden oder das fünftstärkste Erdbeben seit Beginn der seismischen Aufzeichnungen in Chile– was ist es, dass unsere Aufmerksamkeit weckt und dann wieder unmittelbar verschwinden lässt?


Ich recherchiere weiter, diesmal im Netz. Ich stoße auf eine Seite www.sonnenseite.com. Die oberste Meldung „Fukushima: Ökostrom-Run wieder abgeflaut.“ Ich denke kurz nach und sage mir „Hättest du dir auch denken können...“ und schließe die Seite.


Ein Jahr nach der Katastrophe. Was für Artikel wünscht man sich da? Mir gehen viele Fragen durch den Kopf: Wie steht es um den Reaktor? Wie schlimm ist die nukleare Verseuchung? Geht es den Menschen dort wieder besser? Kriegen die Leute eine Entschädigung? Was unternimmt die Regierung? Tritt noch radioaktives Material aus?
Lohnt es sich überhaupt eine detaillierte Beschreibung des „Ist-Zustandes“ zu liefern, wenn wir in zwei Jahren/ einem Jahr/ 6 Monaten schon alles wieder vergessen haben und uns die „Krise Griechenland“ aus dem Hype wieder rausholt?
Ich lese mir weitere Artikel im Internet durch und komme zum Schluss, dass wir eigentlich wenig inhaltliches über die Katastrophe und ihre Veränderung zu heute wissen wollen. Die meisten wollen nur die Bilder von damals vor Augen geführt haben und das Gefühl von Wehmut in sich spüren. Und heute Abend mit dem Gedanken einschlafen „Ach, das wird schon wieder – keine neuen schlechten Nachrichten, also wird schon alles wieder beim Alten sein.“
In der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ stoße ich auf überraschende Meldung, derzeit sind nur noch zwei Atomreaktoren am Netz. Man erinnere sich, vor dem 11. März 2011 waren es 54. Die Atomenergie hat 1/3 der gesamten Stromlieferung ausgemacht. Im Sommer, wenn die japanischen Klimaanlagen eingeschaltet werden, drohen große Stromengpässe. Die Folgen sind also noch nicht abgehakt, sondern stehen immer noch bevor.

Weiter unten lese ich das hier: „Die Reaktoren befinden sich alle im "Cold Shutdown", sie haben also eine Temperatur unter 100 Grad Celsius erreicht. Auch die Abklingbecken, in denen gebrauchte Brennstäbe lagern, sind unter Kontrolle. Zwar tritt nach wie vor radioaktives Material aus der Anlage aus - allerdings in äußerst geringen Mengen.
Die Strahlenbelastung auf dem Gelände ist höchst unterschiedlich. An manchen Stellen können Arbeiter problemlos den ganzen Tag verbringen, anderen dürfen sich Menschen gar nicht nähern. Auch in der 20-Kilometer-Evakuierungszone ist die Belastung sehr verschieden, manche Stellen können wahrscheinlich bald wieder bewohnt werden, andere für Jahrzehnte nicht. Arbeiter sind damit beschäftigt, Dörfer zu dekontaminieren, indem sie etwa die oberste Erdschicht von Kinderspielplätzen wegschaufeln. (tob, DER STANDARD, 10./11.3.2012)“

Auf der Seite des WDR's erfahre ich von neuen Anti-Atomkraft-Demos in Deutschland. Als wäre es nicht schon genug, dass der Atomausstieg gesetzlich gebunden ist, nein, manchen ist das noch nicht genug. Wir wollen auch jegliche Mitverantwortung der Atomkraft in anderen Ländern mitbeeinflussen. Die Demonstrationen richten sich gegen unsere Uran-Fabrik, die Uran in andere Länder exportiert. Viele Atomkraft-Gegner sehen das Instandhalten der Fabrik, als ein Scheinspiel der Politik und kritisieren den Lobbyismus dieser Unternehmen. Einerseits wollen wir als Vorreiter für Erneuerbare ein Vorbild für andere Staaten sein, aber andererseits machen gerade wir die anderen noch von der Atomkraft abhängig (Dies ist kein parteilicher Angriff, sonder eher eine Tatsache).


Wer nicht genau weiß, wieso Uran für Atomkraft so wichtig ist, sollte sich das HIER mal von der Sendung mit der Maus erklären lassen. Wirklich sehenswert und leicht erklärt. Uran selbst ist nämlich garnicht so schädlich, wie man immer so denkt. Unser menschlicher Fortschritt hat selbst diese schweren Schäden entwickelt, die das Uran hinterlässt. Schaut euch dazu mal wirklich die Maus an, ich kann es nur empfehlen. 

 

Ich rekapituliere noch mal für mich, was ich eigentlich vom ersten Jahrestag erwarte. Ich stelle fest, dass ich nur einen einzigen Wunsch habe. Wir Menschen müssen endlich feststellen, dass wir die Ursache und die Lösung gleichermaßen sind. Wir kennen das Problem, kennen ihre Risiken, kennen ihre Chancen und erstellen Wünsche. Das nicht immer alles glatt gehen kann, ist klar. Trotzdem hoffe ich, dass wir eines Tages auch den Stolz entwickeln können unsere Fehlentscheidungen zu korrigieren und uns dann doch für den Weg entscheiden, der näher an der Natur verläuft, Mitgefühl zeigt und für viele gerechter ist. Wir dürfen nicht mehr aus Einzelinteressen handeln, sondern müssen eine Gemeinschaft entwickeln, die uns mehr verbindet als nur mit einem Papier auf der die deutsche Staatsbürgerschaft steht und dabei müssen wir immer das beste für die Zukunft vor Augen haben!

In diesem Sinne noch folgendes Zitat zum nachdenken:
Geduld ist das Vertrauen, dass alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist. - Andreas Tenzer

 

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Kommentare (12)
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05.06.2012
Himbeere hat geschrieben:
GNT ist ja auch viiiiiiiieeeeeel besser!!!!!!!!!!!!! (Ironie)
12.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
So eine Katastrophe wie Fukushima kann man gar nicht ausreichend in den Medien würdigen. Aber etwas mehr Informationen und etwas mehr Hintergründe wäre schon wünschenswert, aber die Schlagzeile "Fukushima" schlägt nicht mehr ein. Die Betroffenheit und das Mitgefühl sind verflogen. Die Gesellschaft kümmert sich lieber wieder um Germanys next Topmodel.
12.03.2012
MarcelB hat geschrieben:
Find's gut, dass es noch Leute gibt, die sich mit dem Thema Fukushima beschäftigen. Das tröstet ein wenig. Ich kann aber wirklich nicht mit der These leben, dass die Japaner heute weniger Aufmerksamkeit verdienen, nur weil die Katastrophe heute ein Jahr her ist. Das würde meiner Position widersprechen, dass auch dieser Jahrestag nur ein weiterer Hype von den Medien ist und unmittelbar danach wieder vergessen wird. Ich finde es zwar gut, dass die Medien in diesem Fall die Themen wieder aufmischen, allerdings finde ich es falsch nur so einen kurzen Überblick zu geben und dann mit den nächsten -unwichtigen- Nachrichten weitermachen. Manchmal muss man sich schon intensiver um solche Themen kümmern, als nur in einem "Fukushima-Wochenende". Also für mich zwei Seiten einer Medaille. Aber eigentlich liegen wir ja garnicht so weit entfernt. :)
12.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Wirklich schöner Bericht Marcel - wenn auch leider mit traurigem Inhalt.

Ich finde auch wie nera8, dass nicht alles so werden darf wie vorher. Aus Fehlern der Vergangenheit, sowohl den aus menschlichen als auch den technischen, müssen wir Konsequenzen ziehen und Veränderungen einleiten.

So weiter machen wie vorher, startet den Countdown für die nächste Katastrophe.
12.03.2012
Jolly hat geschrieben:
Erschreckend und bewunderndswert, wie weit die Japaner es in einem Jahr geschafft haben - und gleichzeitig traurig, dass so etwas so schnell in Vergessenheit gerät. Die Tatsache, dass diese Leute dort immernoch hilfe brauchen, scheinen viele zudem zu vergessen oder der Meinung zu sein, dass es nach einem Jahr nun wieder allen gut geht. Das ist natürlich vollkommen Schwachsinnig: Aber viele können sich das nicht vor Augen führen, wenn sie selbst nicht dort waren. So ein Artikel darüber zu lesen, lässt einerseits wieder Hoffnung entstehen, aber auch klar machen, dass der ganze Mist auch in Europa passieren kann - und deswegen wird es Zeit, dass die ganze Welt sich endlich ein Beispiel daran nimmt, wie gefährlich Atomkraft wirklich ist. Wie viel muss noch passieren, bis die Regierung(vorallem in anderen Ländern) endlich den entgültigen Schlussstrich zieht? (Danke für den Beitrag!)
11.03.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Danke Himmelswächter für den Link!! Unbedingt anschauen! Die Katastrophe ist in erster Linie durch menschliches Versagen, wenn nicht gar pure Dummheit zu verschulden.
Ganz Japan ist in der Struktur der Atomindustrie drin. Unfassbar, was da ans Tageslicht kommt -.-
11.03.2012
BioApfelKaetzchen hat geschrieben:
Sind in Japan wirklich nur noch zwei Atomkraftwerke am Netz? Viele Menschen in Japan sind sich über die Ausmaße der Katastrophe ja gar nicht bewusst und noch mehr haben ihre Meinung über die Atomkraft kaum verändert.
Ich habe auch zwei Reportagen im Fernsehen gesehen. Es ist so traurig. Man kann es kaum in Worte fassen.
11.03.2012
nera8 hat geschrieben:
Ich finde es gerade wichtig das es eben NICHT so wird wie vorher! Das würde ja bedeuten, dass wir nichts daraus lernen. Ich hoffe nur, dass die Menschen einsehen, dass man sehr wohl ohne Atomstrom leben kann und sich die Investition in erneuerbare Energien lohnt. In Japan scheinen die Menschen diese Möglichkeiten überhaupt nicht in Betracht zu ziehen.
11.03.2012
Himmelswaechter hat geschrieben:
Es lohnt sich auch mal zu googeln nach "Fukushima und HAARP" Auch wenns unglaublich klingt. Der Wetterkrieg hat schon längst begonnen.
11.03.2012
Himmelswaechter hat geschrieben:
Den Bericht von: "Die Fukushima - Lüge" kann man hier finden:

http://www.youtube.com/watch?v=vjrQpB7aAns

LG, Himmelswaechter
10.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Bei mir wars auch heue morgen in der Zeitung und ich habe gedacht: Wann geht es diesen Menschen endlich besser? Wird das Land irgendwann wie zuvor werden?
Man kann sich das gar nicht vorstellen, dass das Ganze schon ein Jahr her ist und wie schlecht es den Menschen immer noch geht.
10.03.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Woah, ich habe gestern auf ZDFinfo eine Doku gesehen sie hieß "die Fukushima-Lüge" ...ein Journalist hat sich nach Japan begeben und die Ursachen nach dem Atomunglück gesucht...HAARESTRÄUBEND !!! Ich überlege, ob ich das auch mal in einem Artikel thematisiere, weil das echt bekannter sein sollte, was er herausgefunden hat. leider habe ich grad im Moment keine zeit, lässt sich aber vllt. nachholen.
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