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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Fukushima- Das Ende der Atomenergie?!


von Cata
07.06.2011
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Ich war auf dem 33. deutschen Kirchentag in Dresden letztes Wochenende. Dort habe ich einer Podiumsdiskussion zugehört über das Thema "Fukushima- Das Ende der Atomenergie?!".

Anwesend waren:

Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Altner, Biologe aus Berlin                                                                                      

Frank- Walter Steinmeier MdB aus Berlin

Bischof Gerhard Ulrich aus Kiel

Regine Günter, Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik des WWF aus Berlin

Hildegard Müller, Bundesverband der Energie udn Wasserwirtschaft aus Berlin

Dr. Johannes Merck, Initiative 2° (Versucht Unternehmen zu helfen ihren CO2 Verbrauch zu minimieren) aus Berlin

 

Vortrag zu Beginn von Herrn Prof. Dr. Dr. Günter Altner:

1979 und 1975 wurde auf den 1. Kirchentagen schon über das Thema Atomenergie diskutiert. Doch wir wissen ja alle, die parlamentarische Gremien reagieren immer etwas zeitverzögert. Wir als Christen haben die Veranwortung über unsere Schöpfung. Sie zu bewaren und zu schützen!! Man muss jedoch immer auch die Menschlichen Verhältnisse Bedenken und beides schützen. Sie und die Umwelt. Wir sollten ein möglichst allseitges Optimum schaffen.

Die Umdenksituation seit Fukushima wird von Atomausstiegsgegenern mit solchen Argumenten wie die Kosten versucht kleinzukriegen. Deswegen sind öffentliche Diskussionen erforderlich um zu zeigen, dass wir nur die Gemeinwohlinteressen vertreten.

Das Problem ist, dass von allen Seiten kein solides Gesamtkonzept vorgelegt wird, sondern jeder nur nach seinen Interessen agiert. Wir müssen sozial ökonomisch, technisch solide und klimaeffizient handeln. Und wir haben als Bürger das Recht mitzubestimmen.


Nun wurde die Podiumsdiskussion eröffnet mit allen vorne genannten Personen:

 

als 1. Wurde Herr Steinmeier gefragt: was die SPD dazu sagen würde bzw. er als Person:

Steinmeier: Das Thema Energiepolitik ist seit 20 Jahren ein Thema. Wir haben den Atomausstieg seit 2002 im Gesetz stehen.Damals wurde es sehr Abgelehnt durch die Ökosteuer. Außerdem sollte der Atomausstieg zum Ende gestaucht werden anstatt einfach nach und nach in Stufen auszutreten. Was sich für mich als Frage stellt ist: Schafft das neue Gesetz Begünstigungen und den Ausbau neuer Netze.

Ich bin auf jedne Fall für den Ausstieg, doch ich finde es sinnlos alle 3-4 Jahre neu darüber zu diskutieren es muss einmal festgelegt werden und dann danach gehandelt werden.

Herr Steinmeier sie sprechen immer über eine Brücke zur Fossilen Kernkraftwerken?:

Ja, für mich gibt es im Moment eine neue Situation in Deutschland. Es sind 8 Atomkraftwerke ausgeschaltet worden. Dementsprechend haben wir eine andere Stromversorgung als noch vor einem halben Jahr. Doch wir können nicht nur durch die Erkenntnis der Leute Energie einsparen. WIr müssen z.B. auch Häuser dämmen.

Allein ein Industriepark wie Leverkusen verbraucht genauso viel Energie wie alle Haushalte im Ruhrgebiete. Wir können uns nicht einfach davon losreißen.Deswegen ist der Umstieg nicht so einfach wie man sich das vielleicht vorstellt.

Deswegen plediere ich für Gas in den nächsten Jahren. Man kann nicht aus den Fossilen Energie und aus Atomkraft aussteigen auf einmal.

 

 

Regine Günter:

Aus meiner Sicht ist das Interesse in der Bevölkerung vorhanden. Dementsprechend sollten wir den Ausstieg schnellstmöglich planen. Dafür gibt es mehrer Möglichkeiten a) Stufenweise ein Ausstieg b) ein neues Gesetz und c) keine neuen Kohlekraftwerke mehr.

Es sind auf jeden Fall neue Kapazitäten nötig. Deswegen unterstütze ich Gaskraftwerke da sie weniger CO2 verbauchen als Kohlekraftwerke und nur 25 Jahre Laufzeit haben.

Wir brauchen vorallem ein perfektes Modell. Wenn Deutschland nur ein paar Tage ohne Energie darstehen sollte, da wir irgenteine Lücke in unserem Umsteigeplan nicht bedacht haben wir in den anderen Ländern zu sehen sein, dass wir ohne AKWs nicht klar kommen. Das müssen wir verhindern. Wir wollen doch eine Vorreiterfunktion übernehmen und erreichen dass sie uns nachmachen!

 

Bischof Gerhard Ulrich:

Was ist das entscheidende in unserem Leben? Ich denke die Energie gehört heutzutage dazu. Doch der Mensch ist nicht mehr das Maß aller Dinge. Ihm wurde die Schöpfung zum beschützen anvertraut. Daraus folgt für mich, dass AKWs nicht zu ertragen sind. Denn sie zerstören diese Schöpfung.

Der Mensch ist ein Fehlerhaftes Wesen, aber die AKWs brauchen fehlerfreie Menschen. Menschen die dort nie einen Fehler machen könnten. Das sind wir nicht, d.h. sollten wir uns nicht an solche Dimensionen herrantrauen.

Doch wir müssen auch bedenken, dass ABSCHALTEN nicht gleichzusetzen ist mit dem AUSSTIEG!! Denn den Müll werden wir noch die nächsten Mio Jahre habe. Da muss die Forschung erstmal etwas finden, wie man diese Zeit verringern kann und den Müll beseitigen kann.

 

Hildegard Müller:

Für mich sind AKWs nicht das einzige Thema im Berreich der Umweltpoltik und der Energie. Es geht auch darum, dass der Bürger einen bezahlparen Preis zahlen kann. Letztes Jahr habe ich und der Verband ja zu AKWs gesagt, da sie wenig CO2 verbrauchen und am günstigen für unsere Verbraucher ist.

Natürlich denken auch wir nach Fukushima um. Für uns heißt Ausschalten auch Umschalten. Das hängt einfach zusammen. Wir würden auf Gas und Kohlekraftwerke umsteigen.

Für uns stellt sich die Frage: Wie speichert man die Energie?

Es müssten 850 km Stromnetze von Nord- nach Süddeutschland gebaut werden. Davon sind 80 km gerade mal gebaut.

Menschen die neben den Windkraftanlagen leben müssen haben auch das Recht darauf ihre Meinung darüber zu nennen.

Wir möchten keine Verzögerung sondern eine gemeinsame Diskussion!

 

Dr. Johannes Merck:

Wir sollten alle gemeinsam mehr Aufmerksamkeit auf die erneuerbaren Energien stecken. In der Initiative 2° ist zum Beispiel Otto oder die Deutsche Bahn vertreten. Wir versuchen gemeinsam Unternehmen den Rücken zu stärken die Wende durchzuziehen. Das ist für ein Unternehmen sehr kostspielig und gewagt im Moment. Doch ich denke wir schaffen diesen Weg.

 

Prof. Dr. Dr. Günter Altner:

Uns wird eine Fülle von Optionen gezeigt doch es gibt kein Konzept. Wir haben keine Zeit mehr zu verlängern. Wir sollten die Ausstiegszeit sogar noch verkürzen. Denn Japan muss uns bewusst gemacht haben, was wir all die Jahre verdrängt haben. Das wir nicht mehr sicher sind!

Wir müssen uns in die Öffentlichkeit einbringen.

 

Steinmeier:

 

Dazu gehört auch, dass wir die Folgen bedenken.

Wer hat 2009 gewählt? Sie alle!! Sie haben sich für eine Regierung entschieden die den Atomausstieg herrauszögern will. Sie können nicht meckern, dass die Poltik ncihts tut!

Deutschland ist Vorreiter im Thema Erneuerbare Energien. Die Poltik hat schon etwas gemacht!

Müller:

Wir brauchen erstmal Wachstum. Denn Wachstum ist ein Anreiz energieeffizienter zu leben. Gerade für Unternehmen. Und ein Industrieland wie Deutschland kann nicht nur von Sonnenenergie leben!

Merck:

Wir brauchen Planungssicherheit. Deswegen müssen ergeizige Planungsziele konretisiert werden. Außerdem sollte man eine Berichtspflicht einführen, damit niemand durchrutschen kann!


Wie kann Deutschland überzeugen?

Günter:

Wir müssen uns mit den Gegnern auseinandersetzen. Außerdem brauchen wir jetzt eine Entscheidung und ein Gesamtkonzept mit Langfristiger Perspektive.

2017 ist der Ausstieg technisch möglich. Meiner Meinung nach führt dorthin ein Pfad ab 2014 Stufeinweise auszusteigen.

Und das vorallem ohne Zahlen im 3 stelligen Millionenbereich Richtung RWE und NEON zu schieben. Denn dann wird es sicherlich teurer als gedacht!!

Deutschland muss als reiches Industrieland den Impuls weitergeben anstatt auf das Ausland zu warten.

Ulrich:

Wir sollten die Unumkehrbarkeit zur Volkssache machen! Soetwas sollte man nicht der Politik überlassen und sie damit belasten.

Die Wirtschaft sind Wir. Und sie soll den Menschen dienen!! Dieses Problem geht UNS alle etwas an! Deswegen müssen konkrete und belastbare Zahlen in die Öffentlichkeit!

 

Wo sehen sie die Rolle der Kirche?

Altner:

Sie sollte den frühzeitigen Lernprozess fördern, und nicht nur reden, sondern auch praktisch handeln. Da erwarte ich vorallem die Arbeit über Grenzen hinweg wie z.B. Ökomenisch und ins Ausland. Das fördert die Diskussion mit den Nachbarländern.

Ulrich:

Die Landeskirche hat bereits eine Klimakampagne. Sie  nennt sie "grüner Strom". Außerdem bildet sich Einkaufsgemeinschaften und beobachtet ihren Energieverbrauch genau. Wir haben eine Verantwortung für die Schöpfing. Und die hat weltweite Auswirkungen.

Müller:

Jeder Verbraucher kann selber Entscheiden welchen Anbieter er wählt. Der Konsument hat die Macht!

Doch ich bin gegen eine Stromversorgung aus dem Ausland!

 

Kurz und knapp: wofür stehen sie hier?

Steinmeier: Energiewende in der Politik

Günter: Kein Neues Kohlekraftwerk

Ulrich: Umkehr gestalten hier und jetzt

Müller: Gemeinsam Energiewende gestalten

Merck: OTTO Gruppe 50% CO2 Energieeinsparung

Altner: Einheitliche Grundlage zu schaffen

 

Das war meine Zusammenfassung der 2 Stunden. Ich hoffe es ist informativ und ich habe keine Aussage falsch interpretiert.

WICHTIG: Denkt dran, diese Personen stehen für eine Gruppe. Dementsprechend sprechen sie auch!!

 

Liebe Grüße

eure Cata

 

 

 

 

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Kommentare (4)
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25.06.2011
AliceimWunderland hat geschrieben:
Spannend das dieses Thema jetzt in aller Munde ist auch auf dem Kirchentag, obwohl sich die Kirche eigentlich aus politischen Dingen raushält. Aber ich finde es gut, weil diese Themen im Moment und in der Zukunft über Leben und Tod entscheiden(Artensterben, Abholzung, Epedemien, Katatastrophen). Noch können wir sie beeinflussen, daher lobenswert das die Kirche sich einsetzt.
18.06.2011
Cata hat geschrieben:
Hallo Marcel,
ja ich bin überzeugt, dass solche versammlung etwas bewirken. und wenn es nur umschalten in den Köpfen der Menschen ist. Dort auf dem Kirchentag hab es ein extra Zentrum für Umwelt und Kommunikation. da kommen dann auch leute hin, die an diesen themen interessiert sind.
unsere forderungen vom KT wurden ernst genommen und wurden danach auch in den nachrichtenanzeigen in den Bussen gezeigt um alle Kirchentagsteilnehmer aufmerksam zu machen.
Wäre sicher auch mal eine Überlegung für den WWF. Greenpeace und NABU und BUND waren auch dort! :)
Liebe Grüße
cata
11.06.2011
Grizzly hat geschrieben:
Ich war auch da : )
10.06.2011
Marcel hat geschrieben:
Hey Cata, vielen Dank für diese ausführliche Zusammenfassung! Echt spannend. Wie fandest du denn die Stimmung und die Aktionen auf dem Kirchentag? Bist du der Meinung, dass solche großen Versammlungen etwas bewirken? Bin gespannt auf deine Meinung.
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