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Fast 100.000 Euro jede Minute - Wie Staatsgelder der Umwelt schaden


von JohannesB
12.08.2010
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Staaten auf der ganzen Welt greifen in vielen Bereichen mit Subventionen in die Wirtschaft ein, zum Beispiel indem sie Unternehmen ohne direkte Gegenleistung Geld zahlen oder bei den Steuern bevorzugen.
Mit so einer staatlichen Einmischung kann man etwas fördern, was sonst auf dem freien Markt keine Chance oder es zumindest deutlich schwerer hätte. Nicht umsonst kommt das Wort „Subvention“ vom lateinischen „subvenire“ was so viel heißt wie „zu Hilfe kommen“.
Und wenn man so an Klimawandel, Luftverschmutzung und die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen denkt, dann könnte unsere Umwelt dringend Hilfe gebrauchen. Wir Menschen müssten ihr eigentlich zur Hilfe kommen. Eigentlich …

Stattdessen fördert unser Staat, die Bundesrepublik Deutschland, Jahr für Jahr die Umweltzerstörung mit mehr als 48 Milliarden Euro: 48 000 000 000 €!

Und wer sich jetzt fragt, wie so ein riesiger Haufen Geld zustande kommt, bekommt hier ein paar Beispiele:
- Seit Jahrzehnten wird in Deutschland der Abbau von klimaschädlicher Braun- und Steinkohle staatlich gesponsert. 2008 waren es, je nachdem was man alles unter Subventionen versteht, zwischen 1,9 und 12,8 Milliarden.
- Ausgerechnet das umweltschädliche Fliegen wird aus Steuergeldern eifrig bezuschusst. Der Staat verzichtet auf die Besteuerung von Kerosin (= Flugbenzin) und damit auf mehr als 7,2 Milliarden Euro.
- Und gleich nochmal das Fliegen: Internationale Flüge sind von der Mehrwertsteuer befreit, was wiederum über 4 Milliarden Euro ausmacht.
- Aber auch das Autofahren wird gefördert, zumindest mit Diesel: Bei diesem Kraftstoff ist nur ein ermäßigter Steuersatz fällig, wodurch dem Staat pro Jahr mehr als 6,6 Milliarden Euro entgehen.
- Bislang werden CO2-Zertifikate, also das Recht, mit CO2 das Klima zu belasten, kostenlos ausgegeben. So fördert der Staat den Energiebereich mit knapp 8 Milliarden Euro.

Zum Glück wird auch Geld dafür ausgegeben, die Umwelt zu schützen. Zum Beispiel wird der Ausbau von Erneuerbaren Energien gefördert. Bis 2007 belief sich die staatliche Unterstützung für die Forschung an den Erneuerbaren aber auf gerade mal 6 Milliarden. Nur zum Vergleich: im gleichen Zeitraum (also auch bis 2007) freute sich die Atomindustrie über 24 Milliarden, die der Bund hier für die Forschung ausgab.

Solange mit so unglaublichen Geldmengen Umweltzerstörung gefördert wird, braucht keine Regierung ernsthaft von Umwelt- und Klimaschutz reden. Oder was meint ihr?

Übrigens: Während Du diesen Artikel gelesen hast, ist schon wieder fast eine halbe Million dafür verschwendet worden, dass die Umwelt noch mehr belastet wird.


Quellen:
- http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3780.pdf
- http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/39617

 

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Kommentare (10)
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03.12.2010
JohannesB hat geschrieben:
@ Peet: Unsere Kanzlerin sollte mal lieber diese sinnlosen Subventionen abschaffen. Und keine Phrasen dreschen ...
03.12.2010
Peet hat geschrieben:
Merkel würde folgende Sprechblase parat haben: Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden!

Ihr Lieblingssatz! ;)
17.08.2010
Morgan hat geschrieben:
was würde jetzt ein politiker machen,wenn ers schwarz auf weiss hier sehen würde?alles abstreiten natürlich
14.08.2010
midori hat geschrieben:
Eben. Das wollte ich nochmal verdeutlichen ;o)
14.08.2010
JohannesB hat geschrieben:
@RockChickRike:
Dass die FDP ihre Wählergruppen und Wirtschaftsinteressen eher im Blick hat als nachhaltige (Klima- und Wirtschafts-) Politik ist ja leider nichts Neues und man sieht es ja unter Schwarz-Gelb was sich da in Sachen Klimapolitik tut: (fast) nichts.
14.08.2010
JohannesB hat geschrieben:
@ Strongbad: Es stimmt natürlich, dass gewisse Subventionen gewährt werden, um damit Arbeitsplätze zu erhalten. Aber zum einen können, wie RockChickRike schon geschrieben hat, eventuelle Arbeitsplatzverluste, z.B. in Bergbau, locker durch Erneuerbare aufgefangen werden und zum anderen ist es doch widersinnig, mit solchen Subventionen die eigenen (wenn auch geringen) Klimabemühungen zu torpedieren und zugleich Geld ohne Mehrwert einfach rauszupulvern.
Es wird ja auch schon jahrelang diskutiert, welche Subventionen gestrichen werden sollten. Die Bergbauförderung steht bei dieser Diskussion immer ganz oben auf der Liste.
Und noch ein Punkt: es gibt natürlich keinen gesetzlichen Anspruch auf Subventionen. Wie sollte das denn bitte funktionieren, wenn jeder einfach einen Antrag stellen kann und dann auch das Geld erhält??
Generell sind Subventionen ja sehr kritisch zu sehen, schließlich verzerren sie das Marktgeschehen und benachteiligen diejenigen, die keine Subventionen erhalten. Zu rechtfertigen sind sie nur dann, wenn so ein gewisser Mehrwert für die Gesellschaft erzielt werden kann. Z.B. mehr Arbeitsplätze und / oder Klimaschutz. Aus diesen Überlegungen heraus ist es mittelfristig auch richtig, die Erneuerbaren zu fördern, damit sie den Markteintritt schaffen. Später sind sie dann konkurrenzfähig, bieten vielen Menschen Arbeit, Deutschland hat eine neue, weltweit führende Industrie und trägt zum Klimaschutz bei.
Subventionen für Kerosin und Bergbau sind hingegen, das beweisen mehrere Studien, sowohl ökonomisch als auch ökologisch unsinnig, teuer und kontraproduktiv.
14.08.2010
midori hat geschrieben:
Im Rahmen meiner Hausarbeit bin ich gerade dabei, die Wahlprogramme der Parteien von der Bundestagswahl 2009 auf das Thema Umweltpolitik durchzuarbeiten. Ganz "interessant" fand ich dabei einen Ansatz der FDP. Während andere Parteien, wie bspw. Grüne, SPD und Linke, dafür sind, die Erlöse aus dem Emissionshandel der Klima- und Energieforschung zugute kommen zu lassen, möchte die FDP die Steuern senken! Wirklich spitze!

@strongbad: Logischerweise sind Subventionen auch gedacht, um Arbeitsplätze zu sichern oder zu retten. Wenn man aber bedenkt, dass im Sektor der erneuerbaren Energien unglaublich viele Arbeitsplätze geschaffen werden können, dann braucht man kein Braunkohlewerk mehr zu subventionieren, sondern sollte das lieber in die Forschung stecken. Letztendlich werden die Arbeitnehmer auch davon profitieren. Die erneuerbaren Energien versprechen eine Menge an neuen Arbeitsplätzen.
13.08.2010
StrongBad hat geschrieben:

Unsere Regierung MUSS auch braunkohle-werke subventionieren, oder airlines wegen dem kerosin... jede Firma, jeder Mensch hat das Recht, vom Staat subventioniert zu werden, und wenn man diesen Antrag stellt, dann muss der Staat einem eben das Geld geben. Und für die Firmen geht es vielleicht garnicht anders, wenn ich an braunkohlewerke denke, denen geht es nicht grade gut...Die müssen ja irgendwie ihre Arbeiter bezahlen.
Braunkohlewerke sind in manchen Gebieten die größten Arbeitgeber, wenn die pleite gehn würden, hätten wir ewig viele Arbeitslose, die auch keine Chance auf einen neuen Arbeitsplatz hätten. Setz mal einen 50 jährigen Mann als Sekretär in ein Büro, der 30 Jahre lang unter Tage gearbeitet hat...

Also ihr seht, Subventionen haben nicht nur etwas mit Klimaschutz zu tun, sondern vor allem dem Erhalt von Arbeitsplätzen und der Sicherung von Nachschub an Rohstoffen und Nahrungsmitteln.
13.08.2010
lolfs hat geschrieben:
Weil wir beim Thema Steuern sind: Nun möchte die Stadt Luckau eine Windradsteuer einführen. Manchmal kommen die Leute auf Ideen ...

http://nachrichten.rp-online.de/politik/luckau-plant-einfuehrung-einer-windradsteuer-1.96343
13.08.2010
Taki hat geschrieben:
Ja ist halt Staatlicher Sozialer Kalschlag.
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