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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Enttäuschung, aber auch Zuversicht


von Marcel
19.12.2009
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Diese Demonstrantin hat sich ihre Haare abgeschnitten. Auf diese drastische Weise protestiert sie gegen den enttäuschenden Abschluss der Weltklimakonferenz. Die Wut sitzt bei vielen Menschen tief - zwei Wochen dauerte der Gipfel, zwei Jahre war er vorbereitet worden, und kaum etwas ist dabei herausgekommen.

altSicher, der Gipfel ist nicht komplett zusammengebrochen, und vor allem schaffte es das Zwei-Grad-Ziel als einzig nennenswerte Festlegung in den "Copenhagen Accord". Für den WWF und für die führenden Klimawissenschaftler ist dieses Ziel extrem wichtig, denn wenn sich die Erde noch stärker erwärmt als zwei Grad, dann droht der Welt höchstwahrscheinlich eine besonders zerstörerische Klimaveränderung.

Hier also die Nachricht für Pessimisten: Das Plenum der Vereinten Nationen hat das Abschlussdokument nur zur Kenntnis genommen. Und es gibt keine mittel- oder langfristigen Ziele für einzelne Länder, wie damals im Kyoto-Protokoll. Kritiker sagen: Eine Anerkennung des Zwei-Grad-Ziels - ohne dass damit klare Reduktionsbestimmungen verbunden sind - ist praktisch kaum von Bedeutung.

Die Botschaft für Optimisten: Zumindest ist das Zwei-Grad-Ziel nun international anerkannt, und das allein ist schon ein beachtlicher Fortschritt. Jeder Industriestaat kann nun Klimaschutzmaßnahmen, die er zu Hause macht, in einen Anhang eintragen. Auch Schwellenländer können zumindest verbesserte Energienutzung dort einbringen. Diese Ziele könnten dann im kommenden Jahr bei der nächsten Konferenz international verbindlich werden. Es hätte viel mehr erreicht werden können, doch auch Kopenhagen war zumindest ein kleiner Schritt nach vorne.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen vor Ort sind verärgert. So viel Energie, die wir für Kopenhagen aufgebracht haben. Spontane Kerzendemos. Doch nach dem ersten Schrecken schauen schon die ersten wieder entschlossen ins nächte Jahr:

Bestürzung, Enttäuschung, Empörung in der Schlussrunde. NGO-Vertreter reagieren auf den Verlauf der letzten Verhandlungsstunden:

Der Leiter der WWF-Delegation, Kim Carstensen, fasst zusammen, wie er das Ergebnis beurteilt. Der WWF bleibt optimistisch - auch Kopenhagen kann die Zuversicht der Pandas nicht gänzlich ersticken. Auch wenn unsere Forderungen nicht erfüllt wurden, sehen wir ein kleines Licht am Ende des Tunnels:

Wir brauchen dich und deine Stimme für das nächste Jahr. In 2010 muss erst recht geschafft werden, was in diesem Jahr versäumt wurde. Unterstütze die WWF Jugend und mach mit bei unseren Aktionen - wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder für ein globales Klimaschutzabkommen kämpfen.

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Kommentare (3)
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28.12.2009
Daweed hat geschrieben:
@lemongrass: Natürlich bringt es nichts, die Hoffnung jetzt aufzugeben und die Hände in den Schoß zu legen, da geb ich dir Recht. Aber ich kann die Enttäuschung der Leute nur zu gut nachvollziehn...hier ging es schließlich nicht um irgendeine 0-8-15 Konferenz, sondern um die Weichenstellung für die Zukunft unseres Planeten! Und die ist eben grandios gescheitert...da gibt es absolut NICHTS schönzureden, von niemandem! Wenn dann noch von manchen Staatsfürsten behauptet wird, Kopenhagen sei ein Erfolg gewesen...tja, da hört es bei vielen anderen und mir eben auf! Da kann man wenigstens so ehrlich sein, sich hinstellen und sagen "Ja Leute, wir haben nichts erreicht und die 2 Wochen waren totale Zeitverschwendung!". Das wäre die Wahrheit gewesen...alles andere glaubt heute eh niemand mehr, ausser vielleicht die ewig Unbelehrbaren, denen das "Ergebnis" gerade Recht kam! >.<


21.12.2009
Bienenkoenigin hat geschrieben:
ich verstehe die POlitiker einfach nicht?? Interessiert die das irgendwie nicht?? Ich kann nicht verstehen warum die nichts unternehmen? Wäre ich in so einre position, wäre es mir peinlich so wieder in mein Land zurück zufliegen... ich weiß einfach net mehr was ich dazu sagen soll...
20.12.2009
Lea hat geschrieben:
ich glaube nicht, dass es was bringt, so eine grenze festzulegen. sie ist viel zu abstrakt, soll heißen, nur irgendein ziel. in kopenhagen hätten die regierungen sich am besten diesem ziel verpflichten sollen. also richtig mit vertrag und unterschrift, so wie beim kyoto-protokoll, damit sie etwas tu MÜSSEN.
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