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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Eine grüne Revolution?


von Peet
29.03.2011
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"Abschalten, abschalten, abschalten" schallt es aus allen Richtungen. Pfiffe, Trommeln, Trompeten und jede Menge Schlachtrufe lassen einem deutlich werden - diese Menschen wollen etwas bewegen, etwas verändern!

Wo befinden wir uns? In Köln und um uns herum circa 40.000 Menschen, die alle das gleiche wollen. Die AKW's herunterfahren und nicht mehr mit dem Risiko leben, das irgendwo in Deutschland der GAU passiert. Aber nicht nur in Köln protestierten tausende Menschen. Nein, auch in Berlin, Hamburg und München gingen die Leute auf die Straße und mahnten die Politik. Insgesamt waren es eine viertel Million bundesweit - das ist ein Rekord für die AKW-Bewegung.

Nur einen Tag später kam die Rechnung für eine Politik, die keiner so richtig wollte. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurde gewählt und das CDU Stammland, immerhin seit über 57 Jahren in der Hand der CDU, wandelte sich plötzlich. Der erste grüne Ministerpräsident zusammen in einer Koalition mit der SPD ist gewählt worden - eine grüne Revolution?

Doch gehen wir ein halbes Jahr zurück. Der Herbst der Entscheidung stand vor der Tür. Die Bundesregierung (CDU und FDP) beschlossen den Ausstieg aus dem Ausstieg. Die bekannte Laufzeitverlängerung war nur noch eine Frage der Zeit. Im Klartext hieß das, die bestehenden Atomkraftwerke sollten nicht 2020 abgeschlatet werden, sondern erst 20 Jahre später. Ein Milliardengeschäft, für Betreiber und dem Bund, wenn man auf der einen Seite die Subventionen für die AKW's betrachtet und andererseits die Brennelementsteuer der Bundesregierung. Die paar Investitionen für die Sicherung dieser AKW's vielen kaum ins Gewicht. Und die Endlagerung? Ja, die ist noch nicht sicher, aber wird so oder so vom Steuerzahler übernommen. Eine feine Sache war das und gemahnt wurde ohne Ende. Die AKW's jetzt sofort abschalten, das ginge nicht. Dann ständen wir hier im Dunkeln, so unser Bundeswirtschaftsminister Reiner Brüderle.

Doch siehe da, auf einmal können problemlos sieben Kraftwerke abgeschaltet werden und sicher sind diese auch nicht mehr, denn Zitat Merkel: "Die Überprüfung der Atomkraftwerke soll in einem dreimonatigen Moratorium ohne vorbehalt geprüft werden."

Hm, also wurde das vorher gar nicht gemacht? Sind unsere Atommeiler gar nicht sicher? Und warum ist es in Deutschland nicht dunkel?

Fragen über Fragen, die eines vermuten lassen. Hat die Atomlobby Vorrang gegenüber der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland? Oder schlicht gesagt: Geld ist wichtiger als wir Bürger.

Es geht schließlich um Milliarden an Geldern für die Bundesregierung und natürlich für die vier großen Energiebetreiber. Denn diese würden von diesen Milliarden am meisten profitieren. Die AKW's sind wahre Geldmaschienen. Sie produzieren billig und viel Strom auf kleinstem Raum und müssen kaum gewartet werden. Erneuerbare Energien hingegen sind nicht ganz so zuverlässig, brauchen viel Platz und befinden sich teilweise noch in der Entwicklung. Dies schien auch der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Steffan Mappus gedacht zu haben. Denn die EnBW stieg mit 45% Anteil ins Atomgeschäft ein. Kaufte damals überteuerte Aktien der Betreiber und zielte auf eine hohe Rendite durch die Laufzeitverlängerung ab.

Doch die Katastrophe in Japan hat nicht nur die Augen der Menschen in Deutschland geöffnet, sondern auch die der Politik. Man weiß ja gar nicht mehr welche Partei für was steht. Die CDU als neue Grüne? Die Grünen sowieso für eine grüne Politik und die FPD, ja die dreht sich im Kreis. Merkel merkelt momentan an sich selber herum, Mappus ist so betroffen von der Katastrophe und schaltet für immer die Atommeiler in seinem Land ab und die FPD verquatscht sich und bleibt einfach da stehen, wo sie immer schon stand.

Könnten die Grünen die neue Volkspartei sein und schaffen sie die Wende in der Politik? Gibt es noch die Politik für die Bürger? Geben wir ihnen eine Chance, denn von heute auf morgen kann nichts bewegt werden!

Bilder: Copyrights - Peter Jelinek

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Kommentare (11)
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04.04.2011
Julia018 hat geschrieben:
Nun ja,die anderen Parteien wollen aber urplötzlich nach Fukushima erst den Atomausstieg,warum waren die vorher nicht dafür? Weil sie vorher voll davon überzeugt waren,dass Atomkraft sicher ist etc. und es ist sehr merkwürdig,dass die erst jetzt das alles wollen!!! Die Grünen sind schon länger gegen Atomkraft...
Und ja,Profit steht IMMER vor der Sicherheit dér Menschen und das ist echt traurig!!! Aber bei so vielen Themen wurde jetzt schon gezeigt,dass das Geld vor den Menschen kommt...,schade sowas....
31.03.2011
Jutta hat geschrieben:
es ist schon traurig, das es anscheinend in allererster linie um geld geht, und nicht um die sicherheit der menschen....
dafür sollten wir weiter kämpfen, so wie in köln:) ich glaube, jetzt ist ein guter moment, wir dürfen nicht aufgeben!
es gibt montags-Mahnwachen und Ostern sind auch große demos geplant...
30.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
SAU guter Bericht!!! Vor allem: Merkel merkelt! xD
JETZT müssen die Grünen sich beweisen!!! Wenn nicht JETZT, wann dann?
30.03.2011
MarcelB hat geschrieben:
Seit wann müssen Kernkraftwerke kaum gewartet werden? Die werden doch ständig überprüft. Außerdem ist in der Bevölkerung voll das Missverständnis, alle Parteien in Deutschland wollen einen Atomausstieg. Die Bevölkerung wählt nur die Grünen, weil sie dann denken, "Hey, wir haben jetzt was umweltfreundliches getan, bla bla bla". So ein Quatsch. Ist es nicht ein wenig Naiv zu denken, nur weil man die Grünen jetzt in der Regierung hat, sei die Gefahr gebannt. Ich erinnere mal an die französischen AKW's die genau an der baden-würtembergischen Grenze stehen! Sollte da mal eins nicht richtig funktionieren sind wir genau so am Arsch. Genauso wie Polen, die planen ja genau an der deutschen Grenze also an der Oder neue AKWs zu bauen. Ich finde es sehr lobenswert, für einen sofortigen Atomausstieg zu sein. Bin ich auch selbst, trotzdem sind die Wähler naiv, die denken wir hätten jetzt dem Atomzeitalter goodbye gesagt. Es ist doch eine europäische Schande, dass es keine gemeinsame Atompolitik gibt. Wer weiß schon wie die Wahlen in 5 - 10 Jahren in B-W aussehen...dann wird Fukushima vergessen sein und das "CDU Stammland" wird wieder von den Christdemokraten geführt werden. Ich will jetzt nicht die CDU verteidigen, ich weise nur auf die Dummheit der meisten Wähler hin. Aber naja..
Achso bei deinem Satz, die FDP drehe sich im Kreis musste ich echt schreien! :D Der war gut!!! Allerdings bezweifel ich, dass die sich im Kreis drehen...denn dafür müssten sie ja erstmal in die Gänge kommen... .......
30.03.2011
midori hat geschrieben:
Super Artikel! :o)

Aber an der Rechtschreibung müssen wir noch üben! ;D
29.03.2011
Janne hat geschrieben:
ich war in Köln und es war wirklich Gänsehaut Stimmung. es war einfach beeindruckend man stand da und über die Brücke kammen immer mehr Menschen ich hab gedacht das hört nicht mehr auf bis es irgendwann hieß wir sollen weiter aufrücken weil noch so viele kommen:) aber es kam mir mehr als 40.000 Menschen vor.
es wahr aber wirklich toll besonders die schweige Minute !
29.03.2011
LisaKat hat geschrieben:
ich darf zwar noch nicht wählen aber kann mich nur
anschließen. bis jetzt haben die grünen das thema AKW's
total ausgenutzt für die Wahlen ( was jetzt kein vorwurf ist)
aber darüber hinaus haben sie nicht viel über andere
ebenso wesentliche dinge verlauten lassen..
trotzalledem würde ich die grünen wahrscheinlich wählen
wenn ich alt genug bin
29.03.2011
StrongBad hat geschrieben:
auch meine erste wahl, und ich bin ehrlich gesagt froh dass die grünen in RLP nicht so gut waren^^
Ehrlich gesagt kann ich mich über 16 Jahre Kurt Beck nicht beschwehren, uns gehts eigentlich ganz gut, wir haben wenige Arbeitslose, eine gute Wirtschaft. Nur das mit der Atompolitik hat natürlich auch Beck nicht gut getan. Ich würde ja auch die Grünen wählen, aber ehrlich gesagt weiß ich von deren Zielen nicht mehr als AKWs abschalten & Bäume pflanzen. Alles andere scheint bei denen wohl eher unwichtig zu sein,...
29.03.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Jap, meine erste Wahl und dann so miese Ergebnisse für CDU und FDP *freu*
Ich drücke echt die Daumen, dass sich jetzt grundlegend was ändert in der deutschen Energiepolitik. Wir können es uns einfach nicht leisten, weiterhin so herumzudümpeln.
29.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Nun ja... vieles von den aktuellen Anstrengungen der Parteien jetzt auf "Atomaussteiger" zu machen, kann man wahrscheinlich eher als Wahltaktik sehen...siehe FDP Brüderle ;)
http://www.youtube.com/watch?v=gWX2TrIG3P0
29.03.2011
Peet hat geschrieben:
Zitat SPON: "Auch die FDP drückt nun mächtig aufs Tempo in der Atompolitik: Alle acht derzeit abgeschalteten Kraftwerke sollten für immer stillgelegt werden, fordert Generalsekretär Lindner. Jetzt müsse schnell eine Vereinbarung mit den Betreibern getroffen werden" http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,753813,00.html
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