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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Eine 2. Währung entsteht...


von MarcelB
25.11.2011
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Letztes Wochenende waren einige aus der WWF - Jugend zu Gast beim Jugendbündnis Zukunftsenergie. Das Jugendbündnis ist eine Plattform die aus mehreren Trägerverbänden zusammengesetzt ist. Dort sollten wir uns in mehreren Gruppen, zu uns selbst ausgedachten Problemthemen wie Klimawandel oder Erneuerbare Energien, zusammensetzen und überlegen wie wir uns unsere Zukunft vorstellen und dementsprechend umsetzen können.

Ein Thema wurde relativ schnell, weil sich beinahe niemand für interessierte, fallen gelassen. Die Arbeitsgruppe hatte das Thema: Brauchen wir ein neues Wirtschaftssystem? Wie wichtig aber dieses Thema ist, hat nun die Aachener Stiftung gezeigt!

Klimatologen und Systemwissenschaftler sagen, dass wir den Umbau der Wirtschaft spätestens bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts gestalten müssen. Bis dahin müssen die Treibhausgasemissionen weltweit beginnen zu sinken. Oder künftige Generationen werden unkontrollierbare Folgen der globalen Erwärmung zu tragen haben.

Die Lösung: Das Einführen einer CO2 - Card, aber was ist eigentlich die „CO2 - Card“ und was bedeutet „privater CO2 - Handel“ für uns?

Der individuelle CO2-Handel (oft auch: Personal Carbon Trading, PCT bezeichnet) wird definiert als ein möglicher Emissionshandelsmechanismus, bei dem den Bürgern einige oder alle der jährlich festgelegten Emissionsrechte zur Verfügung stehen. Das bedeutet die Menge die wir Deutschen pro Jahr an CO2 emittieren wir auf die Zahl der Einwohner berechnet. Somit erhält jeder Bürger ein „CO2 – Guthaben“, dass er über das Jahr emittieren darf und nicht mehr, so die Theorie. Jedes Jahr wird dann vom Staat, der EU oder der UN, das jährliche Budget des Einzelnen festgelegt und auf sein Konto überwiesen. Mit diesem Konto muss er dann, wenn er auf dem Markt einkaufen möchte zahlen (zusätzlich zum normalen Geld). Ausgeschlossen davon sind essentielle Produkte wie Lebensmittel oder Dienstleistungen. Somit trifft die CO2 – Card vor allem Autofahrer die für den Kauf von fossilen Brennstoffen bezahlen, aber auch die Menschen die beispielsweise Energie aus Kohlekraftwerken also nicht-erneuerbaren Energieträger beim Wohnen und Heizen beziehen. Allgemein heißt es bei der Aachener Stiftung, dass die Kosten die sich bei überzogenen Budgets von CO2 – Cards ergeben nur die Dauerfahrer und Umweltsünder treffen. Zusätzliche Kosten für Normalverbraucher also ausgeschlossen? Ob das realistisch ist, bleibt zu hinterfragen. Derzeit verbraucht jeder durchschnittlich sein Budget nämlich schon im März. So die aktuellste Daten des CO2 – Rechners des Umweltbundesamtes.

So in etwa könnte das System der CO2 – Card aussehen. Funktionieren tut es wie eine Kreditkarte. Man kann CO2 – Einheiten dazukaufen, übertragen oder verkaufen. Der Preis der CO2 – Einheit hängt hier stark von der Nachfrage auf dem Markt ab. Jederzeit kann man seinen CO2 – Kontostand überprüfen und vergleichen wie viel man bereits im Jahresvergleich verbraucht hat.

http://1.1.1.3/bmi/www.co2card.de/uploads/pics/bankomat_co2card.jpg

http://1.1.1.1/bmi/www.co2card.de/typo3temp/pics/82b09b1b32.jpg

 

Wie muss das System technisch umgesetzt werden, damit es in der Gesellschaft akzeptiert wird?

Ein wesentliches Kriterium ist eine einfache Handhabung des Systems. Jeder ob jung oder alt sollte verstehen wie er mit dem System des PCT umzugehen hat. Außerdem muss es so gestaltet werden, dass Missbrauch ausgeschlossen ist. Ob die Chipkarte ein geeignetes Mittel ist, müsste auch hinterfragt werden. In unserer westeuropäischen Gesellschaft ist die Kreditkarte oft mit Konsum gleichgestellt. Dass es bei dem PCT mehr um Einsparungen geht, als um den Verbrauch an sich testet die Bundesregierung derzeit noch an diversen Studien.

Wenn ihr das nächste Mal also mit Freunden, Familie oder Verwandten an der Tankstelle seid, fragt doch mal den Fahrer ob er noch genug CO2 – Einheiten auf seinem Konto hat. Wenn euch dann diese Person fragend anguckt, erzählt ihm/ihr diese Geschichte von einem neuen Wirtschaftssystem und der 2.Währung die früher oder später nötig sein wird um den anthropogenen Klimawandel einzudämmen.

Mehr lesen könnt ihr unter: http://www.co2card.de/co2-card/ oder http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/70222.html

Titelbild aus: http://1.bp.blogspot.com/-G0F6YXShr5g/TZnl-UWYsLI/AAAAAAAAAHQ/6pLpvZ8jsSo/s1600/468_pollution.jpg

Nun seid ihr dran, WWF - Jugend! Was denkt ihr von diesem Trend? Ist das realistisch oder eine einfache Utopie zu glauben eine 2. Währung einzuführen könnte die Welt retten?

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Kommentare (17)
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13.04.2012
Cosima hat geschrieben:
Ich finde die Idee echt ganz gut. Solche Ideen braucht unsere Zukunft.
Man kann nicht immer nur auf einschränken und ändern gehen.
Wir brauchen NEUE Ideen, neue Systeme für eine bessere Zukunft.

Ich denke, dass die Idee aber so schnell wie möglich in eine Probephase gehen sollte, damit man sieht woran gearbeitet werden muss. Die Probleme zeigen sich ja erst bei der praktischen Anwendungen.
29.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Und warum? Son Apfel vom Nachbar-Bauern dürfte doch eigentlich viiiiiiel weniger Co2 verbrauchen, als der Apfel aus Neuseeland oder hab ich grad nen Denkfehler mit Brett vorm Kopf??

Na toll, dann müssen die bald ne ganze menge verhungerte Politiker beerdigen :)
29.11.2011
MarcelB hat geschrieben:
Hab letztens irgendwo gehört, dass Produkte aus der Region mehr CO2 verbrauchen, als manche Importprodukte...das wäre ja n Ding!

In Durban sollen die mal richtig loslegen, vorher gibts für die kein Mittagessen! ;)
29.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Debatten gibt es ja auch immer und ständig. Eine Gruppe wird sich immer vernachlässigt fühlen. In der Regel stimmt es ja auch.

Man müsste einen guten Mittelweg finden. Produkte aus der Region zB sollten dann für alle preislich zugänglich sein etc.

In Durban tun die noch andere Dinge, als ihr Mittagessen planen?? Jetzt bin ich aber überrascht ;)
28.11.2011
MarcelB hat geschrieben:
Ja, das mit den Lebensmitteln ist so ne Sache. ZB. bei Arbeitslosen, dann heißt es wieder "die können es sich nicht leisten." Oder CO2 freie Produkte können sich nur - wie die Bioprodukte - die Reichen leisten...das wird sicherlich ethisch für ne Debatte sorgen.

Aber ich stimme dir da voll zu, an der Idee muss man mal echt dran bleiben. Vllt. als Vorlschag für Durban im Moment!
28.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Wenn es nach dem Großteil der Bevölkerung geht, gibt es für solche Veränderungen keinen guten Zeitpunkt. Er wird immer dagegen sein. Also wäre der jetzige Zeitpunkt so gut wie jeder andere - wenn das System funktionsfähig ist natürlich :)

Die Idee finde ich super - erinnert mich an das Buch "Euer schönes Leben kotzt mich an".
Ob diese Idee die Welt retten kann müsste man dann abwarten. Wenn die ganze Welt - also auch die Chinesen, Amerikaner usw - sich aktiv daran beteiligen würde und es nicht zu viel Missbrauch geben würde, besteht da schon ein Fünkchen Hoffnung.

Auf jeden Fall sollte man an dieser Idee dran bleiben und nicht zu schnell verwerfen.

Ich bin auch dafür, dass nicht alle Lebensmittel bezahlt werden müssen. Importsachen wie Ananas, Bananen also Luxusgüter sollten schon "besteuert" werden.
27.11.2011
MarcelB hat geschrieben:
Genau! Ich denke man muss das einfach gut verpacken und für die Betroffenen so verkaufen, dass die genau wissen wo ihre Vorteile darin liegen. Man könnte das ja auch erstmal indirekt aufnehmen, in den auf Produkten die CO2 - Einheiten stehen die dafür verbraucht wurden. Das wäre doch ne gute Idee, die man einem Minister vorschlagen -oder die wir bei unserer Aktion zum 23. März miteinfließen lassen köntnen! Was denkt ihr? :)
26.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
26.11.2011
HannaS hat geschrieben:
Das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln stimmt! Da gibt es echt einiges zu tun. Allerdings wurden viele Strecken ja auch stillgelegt, weil es eben keine große Nachfrage dafür gab oder gibt. Mit dem "personal CO2 Trading" würde es sicher (gezwungenermaßen) viele Schritte in die richtige Richtung geben. Ich glaube, man kann nicht darauf warten, bis alle Voraussetzungen super sind, andersherum macht es mehr Sinn - durch den Druck des (knappen) CO2 Guthabens wird mehr Nachfrage für ökologisch sinnvolle Dinge geschaffen und umweltschädliches Verhalten wird weniger. Dadurch gibt es bestimmt tolle Innovationen und Entwicklungen.
Aber natürlich kann ich auch alle Einwände dagegen verstehen...
26.11.2011
MJ1499 hat geschrieben:
@midori: Es sei denn genau dieser Politiker wäre mit diese, System gewählt^^
26.11.2011
midori hat geschrieben:
@Marcel

Meine Mutter würde sicherlich gern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, aber die Bahnstrecke nach Eisenberg ist vor einigen Jahren stillgelegt worden.. so viel dazu. Der Ausbau der ÖPNV muss definitiv vorangetrieben werden!

Und wie Du schon sagtest.. reif wäre das Bewusstsein der Gesellschaft eben erst dann, wenn der Klimawandel auch bei uns angekommen ist. Dass es dann bereits zu spät ist, ist mir vollkommen klar. Deswegen muss mehr Umweltbildung betrieben werden. Allerdings wird sich die CO2 Karte nur als top-down Prinzip durchsetzen lassen. Es gibt ja auch selten Menschen, die freiwillig Steuern zahlen. Also muss es aus Regierungskreisen angeordnet werden. Leider begreift der Mensch von heute viel zu selten, dass das gut für die Menschen von morgen ist. Die meisten sind da einfach zu ignorant.

Gar nicht so einfach das ganze! Und natürlich ein mutiger Weg. Kein Politiker würde das auf seinem Mist wachsen lassen wollen. Dann wäre er wahrscheinlich noch vor Ende der Legislaturperiode gefeuert.
26.11.2011
MarcelB hat geschrieben:
Sorry Johannes, hätte die Seite neuladen sollen. Dann hätte ich mir meinen Kommentar auch sparen können...
26.11.2011
MarcelB hat geschrieben:
Ja, da hast du natürlich voll Recht, Uli. Leute die zur Arbeit pendeln zahlen drauf und die Arbeitslosen verkaufen dann ihren CO2 - Überschuss. Aber ich denke, dass es da schon gute Regelungen für gibt. Der zweite Großindustrielle Block könnte nämlich die Tankfüllungen decken. Man lässt es dann einfach intern abbuchen. Gut, andererseits könnte man auch sagen deine Mama soll nun auf die Öffentlichen umsteigen...aber ich kenn das auch aus meiner Familie mein Papa arbeitet im Umland von Berlin und muss da mit dem Auto auch ewig hinfahren morgens. Und der hat sicher kein Bock 4 Mal umzusteigen und den 3-fachen Zeitaufwand auf sich zu nehmen. Es ist eben alles kompliziert. Aber ab einem bestimmten Weg zur Arbeit kriegt man ja auch Spritkosten oder ähnliches erstattet, so könnte man das ja dann auch mit der CO2 - Card regeln..
Ich stimme dir auch da überein, wo du sagst das noch nicht die Zeit reif ist. Aber daran sollte man sich ja auch fragen, wann ist sie denn überhaupt reif? Wenn die Folgen vom Klimawandel schon spürbar sind. Wir haben nicht ewig Zeit und auf freiwilliger Basis funktioniert das Konzept nicht, entweder alle oder keiner. Und wenn das jetzt zur Pflicht wird, wie beim Biomasse Anteil im Sprit oder ähnlichen Sachen. Dann werden sich die Leute schon dran gewöhnen, eben nur eine Frage der Zeit.

Das blöde ist nur, dass niemand sich in der Regierung und den Miisterien für einsetzen wird, weil man sofort zum Buh-Mann wird. Denn wer das durchsetzen will, muss mit reichlichen Verlusten von Stimmen rechnen. Da sehe ich das Problem.
26.11.2011
JohannesB hat geschrieben:
Klingt echt sinnvoll. Aber ich glaube wie midori, dass die Zeit dafür leider noch nicht reif ist. Für die Einführung einer solchen Karte bräuchte die Bundesregierung viel Mut und den hat zumindest die aktuelle definitiv nicht.

@midori: Zum Arbeitsplatz-Pendeln: Das ist aus Umweltgesichtspunkten einfach schlecht. Es gibt in Deutschland ja auch noch die Entfernungspauschale. Völliger Irrsinn das Ganze. So bekommen die Leute Anreize, im Grünen zu wohnen und in der Stadt zu leben. Das ist aus ökologischer Sicht sehr zweifelhaft, führt zu Verkehrsproblemen und ist auch ökonomisch widersinnig: Wer pendelt leistet in diesem Moment volkswirtschaftlich nichts und arbeitet wohl auch häufig kürzer. Außerdem werden diejenigen benachteiligt, die nah an die Arbeitsstätte ranziehen, dann oft hohe Mieten in Kauf nehmen müssen, sich aber unter ökologischen Aspekten nichts "zu Schulden" kommen lassen.
26.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
26.11.2011
midori hat geschrieben:
Ich selbst finde die Idee auch wirklich gut. Wobei ich glaube, dass die Zeit dafür noch nicht reif ist. Das Bewusstsein der Menschen ist für diese Thematik noch nicht genug geschärft. Keiner würde diese Karte akzeptieren. Dass es natürlich für uns alle und auch für unsere künftigen Kinder besser wäre, ist da erstmal zweitens. Der Mensch ist ein rationales Wesen, der kurzfristige Vorteile nachhaltigen Nutzen vorzieht. Zudem wäre es tatsächlich unfair, nur Autofahrer zu belangen. Auch auf Lebensmittel sollte diese Karte anwendbar sein! Meine Mutter fährt beispielsweise jeden Tag insgesamt anderthalb Stunden, um auf Arbeit und zurückzukommen. Was kann sie denn dafür? Da muss man sich echt was überlegen, denn man kann Menschen nicht dafür bestrafen, dass sie arbeiten!

Aber danke für den Bericht! Ich hoffe, die gesellschaftliche Diskussion kommt bald in Gang!
25.11.2011
MJ1499 hat geschrieben:
Ich finde das mega cool ;) und ich denke schon, dass es realistisch wäre, so eine Karte einzuführen...allerdings mit viel arbeit verbunden^^
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