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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Die Welt ist nicht genug


von Marcel
22.08.2012
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Am heutigen Mittwoch ist "Welterschöpfungstag". Das heißt: Der Erde geht die Puste aus, und das, obwohl wir noch mitten im Sommer sind. Die Menschheit hat bis heute die natürlichen Ressourcen wie Holz, landwirtschaftliche Früchte und Fische, sowie auch die CO2-Speicherung in der Biosphäre des gesamten Jahres bereits in weniger als neun Monaten verbraucht. Das ergeben Berechnungen zum Ökologischen Fußabdruck des Global Footprint Networks, an dem auch der WWF beteiligt ist.

"Schon jetzt haben wir die gesamten Ressourcen ausgenutzt, die unser Planet innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Ab heute leben wir auf Pump", sagt Christoph Heinrich, Geschäftsleiter Naturschutz des WWF Deutschland.

Besonders besorgniserregend ist laut WWF, dass die begrenzten Ressourcen durch den weiter wachsenden Konsum und die steigende Weltbevölkerung immer schneller verbraucht werden. Der Welterschöpfungstag rückt im Kalender ständig weiter nach vorne - mit verheerenden Folgen: "Artensterben, Klimawandel, Wassermangel und der Kollaps der Fischbestände führen uns deutlich vor Augen, dass der Planet aus den Fugen geraten ist. Schon heute zeigt sich, welche katastrophalen Folgen unser Konsum auf Kredit hat", so Christoph. Im Moment beanspruche die Menschheit bereits so viele Ressourcen, dass eineinhalb Erden notwendig wären, um diese nachhaltig bereitzustellen.

Ein ähnliches Bild zeichnet der aktuelle "Living Planet Report 2012" des WWF. Die Studie zum Zustand der Erde wird alle zwei Jahre veröffentlicht und misst die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums. Hiernach verdrängt der Mensch in immer stärkerem Maße Pflanzen und Tiere. So beschreibt der "Living Planet Index" einen deutlichen Rückgang bei der Artenvielfalt. Die Bestandszahlen ausgewählter Tierarten gingen seit 1970 im Schnitt um 30 Prozent zurück. In tropischen Regionen beträgt der Rückgang sogar durchschnittlich 60 Prozent.

Die Verantwortung für die Übernutzung des Planeten tragen laut WWF vor allem die reichen Länder. "Die bittere Ironie ist, dass die ärmeren Länder am wenigsten für die Übernutzung des Planeten können, gleichzeitig aber am stärksten unter den Folgen leiden", sagt WWF-Experte Christoph. "Doch die Natur kümmert sich nicht um Ländergrenzen. Auch in den gemäßigten Breiten werden wir immer stärker von Naturkatastrophen heimgesucht. Wir sitzen im selben Boot und müssen uns der Herausforderung stellen."

Um den Bedrohungen zu begegnen fordert der WWF, den Anteil nachhaltiger erneuerbarer Energien bis 2030 global auf mindestens 40 Prozent zu steigern. Weitere Forderungen sind ein besserer Schutz der Ökosysteme, ein Stopp der Waldvernichtung, eine umweltfreundlichere Produktionsweise und veränderte Konsumgewohnheiten. Die Treibhausgasemissionen müssen bis 2050 um mindestens 80 Prozent reduziert werden, nur so lässt sich der Klimawandel begrenzen.

Fotos: Erde © NASA / WWF; Schmelzende Eiskappe in der Arktis © National Geographic Stock, Raphael Lee Hopkins / WWF; Pazifische Heringe vor der Küste von British Columbia © National Geographic Stock, Paul Nicklen / WWF; Die Lichter von Chicago © National Geographic Stock / Jim Richardson / WWF

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Kommentare (19)
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20.11.2012
lotte98 hat geschrieben:
das ist alles so schlimm! was soll nur aus unserer erde werden?
27.08.2012
Katrine12345 hat geschrieben:
Wenn das so weiter geht haben wir bald nicht mehr viel von der Welt...
26.08.2012
icelandhorse98 hat geschrieben:
Das ist furchtbar. Menschen können so schrecklich sein und überhaupt, wie soll es denn später weitergehen??? Wie sollen wir das denn alles wieder in Ordnung bringen???
23.08.2012
Christina1107 hat geschrieben:
Wow, das ist echt beängstingend und ich finde es einfach schrecklich das es so weit kommen musste. Schade, dass dieses Thema vielen Menschen ganz egal ist und sie ihr Verhalten nicht ändern wollen.
23.08.2012
Christina1107 hat geschrieben:
Wow, das ist echt beängstingend und ich finde es einfach schrecklich das es so weit kommen musste. Schade, dass dieses Thema vielen Menschen ganz egal ist und sie ihr Verhalten nicht ändern wollen.
23.08.2012
Marcel hat geschrieben:
@Tania: Sehr gute Frage. Es ist so, dass jedes Jahr der Stichtag neu berechnet wird, und zwar ohne die vorangegangene Verschuldung am Naturhaushalt. Das heißt, das Global Footprint Network, das diese Berechnung durchführt, betrachtet immer zum Jahresanfang die Größe der Weltbevölkerung sowie deren Verbrauch und errechnet dann, wie stark die Übernutzung in dem jeweiligen Jahr ist. Diese Berechnung ist natürlich extrem kompliziert, weil dort unzählige Faktoren einfließen, und weil sich ja auch innerhalb eines Jahres diese Faktoren verändern, was die forscher am Jahresanfang antizipieren müssen.

Dass das Datum immer weiter nach vorne rutscht zeigt also an, dass wir Jahr für Jahr einen immer stärkeren Druck auf die Natur ausüben. Würde man nun auch die Schulden aus den Vorjahren mit einbeziehen, wie es ja zum Beispiel bei Geldschulden der Fall ist, dann würden wir feststellen, dass wir die Ressourcen der Erde schon über viele Jahrzehnte überspannt haben. Die Folgen im Ökosystem (ähnlich wie man es isoliert beim Klima beobachten kann) treten meist verzögert, aber nicht weniger drastisch auf, wie das Artensterben deutlich zeigt. Das muss jedoch nicht heißen, dass wir gar nichts mehr erreichen könnten. Würde sich die Weltbevölkerung rasch zur Nachhaltigkeit hin entwickeln, würden sich viele Naturräume ebenfalls rasch erholen können. Darin besteht also immer noch die Chance, zumindest größere Teile der Natur vor dem Schlimmsten zu bewahren.
23.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Es ist schon erstaunlich, dass die Menschen/Völker die am wenigsten haben doch am glücklichsten zu sein scheinen. Und warum? Weil sie Dankbarkeit noch kennen. Sie sind für das bisschen was sie haben dankbar und glücklich. Wer viel hat will immer noch mehr haben und das treibt die reichen Staaten einen Strudel aus unglücklichsein und unerfüllten Träumen. Und nebenbei den Planeten an seine Grenzen.....

@Elephant:
Danke :) ;)
23.08.2012
TaniaTukan hat geschrieben:
Ich habe eine Frage: Da wir ja jedes Jahr schon weit vor Jahresende die natürlichen Ressourcen des Jahres aufgebraucht haben, nutzen wir ja quasi die restlichen Monate die des folgenden Jahres. Ist das miteingerechnet in den Ressourcenaufbrauch oder wird für die Ermittlung des Welterschöpfungstages jedes Jahr ab Januar gezählt?
22.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ist schon erschrecken wie viel verbraucht wird und wie die Natur ausgebeutet wird aber das wird sich alles irgendwann rächen durch immer mehr zunehmende Naturkatastrophen :/ Ich gebe Zerschmetterling da auch recht...wir sollten mit dem klar kommen was wir haben und sorgsam damit umgehen aber wer will das schon heutzutage noch ? Luxus wo man hinschaut und bei vielen Umfragen, ob sich Leute vorstellen könnten ohne ihren Luxus zu leben stimmt die Mehrheit meistens für ein klares NEIN. Die meisten sind von dem ganzen viel zu sehr abhängig. Ich würde solchen Leuten gerne mal einen Survival- Kurs empfehlen, um denen mal wieder die Natur näher zu bringen, das zeigt denen mal, dass es auch ganz anders geht :/
22.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
22.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
22.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
22.08.2012
Girty hat geschrieben:
Ich finde es angsteinflößend, dass es so weit kommen musste und wahrscheinlich noch weiter kommen muss, bis die Menschen ihre Augen endlich mal öffnen und kapieren was sie unserem Planeten eigentlich antun..
22.08.2012
Viveka hat geschrieben:
Traurig, dass es immer noch Menschen gibt, die trotz der ganzen Anzeichen denken, dass der Klimawandel, das Artensterben etc. zum natürlichen Rhythmus gehöre! Das Leben besteht heute bei vielen doch nur aus Luxus und es wird gar nicht mehr daran gedacht, woher all dieser Luxus kommt...
22.08.2012
grinsekatze hat geschrieben:
Es ist doch so, dass wir uns mit der Vernichtung der Natur selbst schaden. Nur bemerken das die wenigsten. Ich muss Zerschmetterling ganz entschieden zustimmen. Die Dankbarkeit für das was wir haben ist einfach nicht mehr da. Es ist selbstverständlich, dass Wasser aus dem Hahn kommt, dass immer was zum Essen da ist etc. Ich glaube, viele Leute denken da gar nicht mehr drüber nach. Ich mach zurzeit eine Ausbildung als Gärtnerin und da hat man ja auch viel mit Pflanzen zutun...ehrlich, seit ich diesen Job habe bin ich sowas von kuriert.
22.08.2012
LSternus hat geschrieben:
Typisch Mensch, zu kurz gadacht. Wenn man in der Industrie für die Zukunft plant, dann darf das nicht nur für 10 oder 15 Jahre geplant sein.
Sicher wenn die Erde kolabiert sind die ganzen engstirnigen Wirtschaftsbosse nicht mehr da, aber wir wenn der Mensch die Erde weiter wie eine Zitrone auspresset.
Ich finde auch den Anteil an erneuerbaren Energien bis 2030 um 40% zu steigern ist viel zu weit in der Zukunft. Ich finde die Entwicklung müsste schneller gehn.
22.08.2012
Lucinda hat geschrieben:
Viele Menschen denken einfach: "Ach, das wird doch alles aufgebausch und wo krieg ich das schon mit, außer in den Nachrichten? Und die kann ich ja wegschalten!" Sie fühlen sich davon nicht berührt, bevor es zu spät ist. Deswegen ist es so wichtig, möglichst viele Menschen drauf aufmerksam zu machen!
22.08.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
"Die Verantwortung für die Übernutzung des Planeten tragen laut WWF vor allem die reichen Länder."
Ich finde auch, dass u.a. Deutschland und viele reiche Länder, ein großes Luxus-Problem haben. Das klingt absurd, aber statt dankbar zu sein, für das was man hat, und sorgsam mit allem umzugehen, wird immer mehr gewollt, und was ürbig bleibt, weggeworfen.
Ich finde das schade, aber ich finde, dass man die Hoffnung beibehalten sollte, dass sich das Leben mit der Erde wieder bessert.

@Elephant: Das klingt beinahe so, als würdest du schon fest davon ausgehen, dass der letzte Stoß kommt.

Aber ich glaube, möglich ist, was man für möglich hält.
22.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ein Leben auf Pump kollabiert irgendwann und dann gehts richtig schnell ganz tief runter. Und die Kettenreaktion, die unser Lebensmodell und unser Konsumverhalten auslöst, wird jede Wirtschafts- und Finanzkrise wie nen kleinen Schluckauf aussehen lassen.

Wir haben jetzt die Zeit und die Möglichkeit zu handeln. Später können wir nur noch die Scherben unseres Scheiterns aufkehren und uns bei den kommenden Generationen entschuldigen.
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