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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Die Vegetation der Klimazonen


von Makah
31.03.2012
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Vegetationsformen:


- Die Tropen beherbergen massenreiche Regenwälder, Nebelwälder, Sumpfgebiete, Monsunwälder sowie Trockenwälder und Savannen bis hin zu (Halb-)Wüsten.

Ein Großteil der Pflanzen ist hier an sehr feuchte Bedingungen angepasst und hat teilweise Luftwurzeln entwickelt mit denen das benötigte Wasser und die Nährstoffe direkt aus der Luft aufgenommen werden können. Andere Arten wie die Mangrove bedienen sich wegen des sauerstoffarmen, wassergesättigten Bodens spezieller Atemwurzeln, welche wie Schnorchel aus dem Boden schauen.

- Die Subtropen haben eine verhältnismäßig niedrige Artenvielfalt, welche sich hauptsächlich aus Dornbuschgewächsen, Eukalypten und Kakteen bzw. Sukkulenten zusammensetzt. Wegen der seltenen Regenereignisse sind viele Pflanzen in der Lage das Wasser in ihrem Stamm, den Blättern oder Wurzeln zu speichern. Unsere Mittelmeer Flora lässt sich dieser Zone zurechnen.

- Die Gemäßigten Breiten stellen ebenso wie die Tropen eine Fülle von Variationen. Diese reicht von den mächtigen Mammutbäumen über riesige Nadel- und Laubwälder bis hin zu weiten Grassteppen. In dieser Zone hält die Natur eine Winterpause die jedes Jahr zu einem beispiellosen Spiel von Farben und erwachendem Leben führt.


- In den Subpolargebieten welche die Taiga (den borealen Nadelwald) sowie die Tundra eine baumlose Landschaft umfassen, findet man fast keine Laubbäume mehr. Dafür gibt es hier viele Vertreter der Flechten und Moose. Das Leben ist durch den Permafrostboden geprägt. Der „Sommer“ beträgt hier nur ca. 2-4 Monate.

- Die Polargebiete (Kältewüsten) sind nahezu unbevölkert, nur wenige Gräser, Moose und Flechten schaffen es, hier zu überleben.

 

Enklaven: Relikte oder Vorposten
Spätestens seit der Evolutionstheorie, gehen wir davon aus, dass neue Arten durch Adaption, Selektion und Mutation entstehen.
Ebenso wie bei den Tieren verändern sich Verbreitungsgebiet und Anzahl der Pflanzenarten im Laufe der Zeit. Das kann sowohl in klimatischen Veränderungen als auch in anderweitigen Einflüssen begründet sein. Nehmen wir die Gattung Ginkgo; diese war während des Jura, der Kreide und im Tertiär fast auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet und hat seinen heutigen natürlichen Bestand lediglich noch in Ostasien. Diesen Restbestand der in einem „kleinen“, von anderen Pflanzen umschlossen Gebiet (Enklave) überdauert, kann man somit als Relikt aus alten Zeiten ansehen.

Das Ganze funktioniert natürlich auch in umgedrehter Richtung. Hier besiedeln die Pflanzen „Neuland“, man könnte sie also als Vorposten bezeichnen.

Werden Inseln (oder schwer zugängliche Gebiete) neu besiedelt, entwickeln sich die Pflanzen unabhängig von ihrer Stammpopulation weiter, so dass daraus endemische Arten (also Arten die nur an diesem Ort vorkommen) entstehen. Das kann so weit gehen, dass manche Pflanzenarten nur auf einem einzelnen Baum vorkommen! Auch deshalb ist der Erhalt Regenwälder so wichtig.


Verbreitung von Pflanzen
Jede Pflanze hat sich nicht nur ideal an ihren Standort angepasst, sondern ihre Art der Fortpflanzung auf die eigenen Ansprüche zurechtgeschnitten. So unterscheiden sich sowohl Samen als auch Verbreitungsmethode, je nach Standort.
Eine beliebe Art seine Samen zu verbreiten ist sie dem Wind zu überlassen (dies bezeichnet man als Anemochorie). Solch eine Vorgehensweise zahlt sich natürlich besonders dort aus wo viel Wind geht, also verwundert es wohl kaum, dass vor allem in Steppen, weiten Graslandschaften und Wüsten diese Methode gewählt wird.
Einige Arten beschränken sich jedoch nicht auf die Verbreitung von Samen, sondern verschicken gleich ganze Pflanzenteile. Die bekannteste davon ist wohl die „Rose von Jericho“, die als kleine Kugel weite Strecken zurücklegt.

Um diese Aufgabe zu erfüllen wurden ganz verschiedene „Flugmodelle“ entwickelt (hier kann ich natürlich nur einen Bruchteil der davon vorstellen).

Die Körnchenflieger. Dies scheint wohl die einfachste Art zu sein, wenn man an Sporen (z.B. von Farnen und Pilzen denkt), diese müssen einfach nur klein sein. Allerdings darf man nicht vergessen, dass manche Pflanzen das Nährgewebe ihres Keimlings deutlich verringern mussten um ein optimalen Gewicht zu erlangen. Ein Vorteil dieser Verbreitungsart ist ihre enorme Reichweite von bis zu 1000 km!

Geschickter stellten sich die Flügelflieger und ebenso die Scheibenflieger an. Diese produzierten einfach hauchdünne Flügelchen um ihre Samen, welche durch ihre große Oberfläche und das geringe Gewicht beachtliche Flugmanöver erlauben.

Allseits bekannt sind die Schopf- und Schirmflieger, wie z.B. unser Löwenzahn. Hier schenkt die Pflanze ihrem Nachwuchs diverse Haarbildungen in Form von strahlenartig abstehenden sowie Fallschirmähnlichen Gebilden, die schon beim leichtesten Luftzug mitgerissen werden.

Bei einigen Studien in Europa wurde festgestellt, dass gut 80% der Pflanzen diese Methode der Windverbreitung nutzen.

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Weite Verbreitungsarten, die nicht unerwähnt bleiben sollten:

Tierverbreitung (Zoochorie): Hier wurden auch verschiedene Varianten entwickelt. Beispiele wären
- durch Anhaftung
- durch Verdauungsausbreitung
- durch Ameisen
- durch Vögel

Wasserverbreitung (Hydrochorie):
- Schwimmausbreitung
- Strömungsausbreitung

Selbstausbreitung (Autochorie): z.B.
- das Wegschleudern von Samen
- Ableger (vegetative Ausbreitung)
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Die Natur hat sich also einiges einfallen lassen (!), jedoch wird dadurch auch klar, dass solche Prozesse viel Zeit brauchen. Sollte es also eine plötzliche Veränderung der klimatischen Verhältnisse geben, werden einige Arten ernste Probleme bekommen.
 

 

(Bild der Taiga (-->) , www.Wikipedia.de)

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
21.04.2012
Wasserjunge hat geschrieben:
Echt ein richtig guter Bericht!
Weiter so :)))
03.04.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Super ! Mach weiter so ;-)
02.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Echt toller Bericht mit vielen interessanten Infos :)

Pflanzen sind ganz schön clever, das sollte man nie vergessen oder unterschätzen.
02.04.2012
midori hat geschrieben:
Ja, die Natur hat schon so allerlei Ideen. Gerade was die Pflanzen anbelangt! An die denken wir viel zu selten! :o) Also vielen Dank für den tollen Bericht! :o)

Habe vor kurzem gelesen, dass eine Untersuchung ergeben hat, dass Bäume "Gedächtnisse" haben. Die gleiche Art wurde an unterschiedlichen Standorten gepflanzt und dann umgesetzt. Sie haben sich die Witterungsverhältnisse aus ihrem ersten Standort "gemerkt" und konnten sich dann je nach dem schneller oder schlechter an die neue Umgebung anpassen. Echt bemerkenswert! :o)
01.04.2012
abcd hat geschrieben:
Finde ich interessant.Kann man sich für den Biounterricht merken
01.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ich glaubs einfach nicht! ^^ Von Dir einen Bericht zu lesen! Find ich toll, sollte öfter mal vorkommen ;)
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