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Die Katastrophe von Fukushima - Das Leben vier Jahre danach


von RichardParker
22.03.2015
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Hallo meine Lieben,

Der 4. Jahrestag zur Katastrophe von Fukushima ist zwar schon vorbei, aber man kann die heutigen Umstände, vier Jahre danach, nicht einfach totschweigen.

Am 9. März 2011 bebte die Erde, in einer Stärke von 7,3Mw. Nur hat nicht wirklich jemand vermuten können, dass die zwei Tage später erneut ein Beben Japan erschüttert. Das Tohoku-Beben ist mit der Stärke von 9,0Mw das stärkste Beben in der japanischen Geschichte. Mit dem Beben fing der Alptraum an, wenig später begrub ein 6 Meter hoher Tsunami, alle sechs Reaktoren des Atomkraftwerkes Fukushima unter sich.

Alleine durch den Tsunami, kamen mehr als 19.000 Menschen ums Leben, von weiteren 2,500 Menschen fehlt jede Spur. Heute, vier Jahre danach sterben die Menschen an den Folgen der Strahlung oder an Einsamkeit.

Fukushima 1 war das älteste und mit sechs Reaktorblöcken auch das leistungsstärkste AKW Japans. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 11.000 Brennstäbe im Kraftwerk. Vier von sechs Reaktorblöcken wurden komplett zerstört. Um 15:27 treffen die ersten Wellen Fukushima 1 und zerstören die Meerwasserpumpen, die reguläre Kühlung in allen Reaktorblöcken fehlt aus. Die Wellen die die Blöcke treffen sind zwischen 13 und 15 Meter hoch.

In den Reaktoren eins, zwei und drei lagern nach wie vor geschmolzene Brennstäbe, der genaue Ort ist jedoch noch nicht ermittelt. Die Bergung vieler Brennstäbe gestaltet sich extrem schwierig. Die Werte übersteigen 100 Millisievert pro Stunde, die zu bearbeitenden Reaktoren nahezu komplett zerstört. 

Ein weiteres Problem ist die Kühlung der noch bestehenden Reaktoren. Zudem vermischt sich Grundwasser, das in die beschädigten Fundamente dringt, sich mit dem kontaminierten Kühlwasser. 200.000 Tonnen kontaminiertes Wasser wurde bereits in 1000 Tanks auf dem Gelände rund um das Kraftwerk gelagert.

120.000 Menschen können nicht nach Hause, leben in Notunterkünften. dir häufig kleiner als 30 Quadratmeter sind und wenig komfortabel. Nur wenige sind bei Verwandten oder Freunden untergekommen. 

Allein im Container: Diese ältere Frau lebt seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima in einer Behelfsunterkunft. | © Issei Kato/Reuters

Die Dekontaminierungsmaßennahmen haben zur einer deutlichen Senkung des Millisievertwertes geführt. Erdschichten werden abgetragen, Häuser mit Hochdruckreinigern gesäubert und Mauern teilweise von Hand mit Bürsten abgeschrubbt. Gereinigt werden unter anderem Wohnhäuser, Parks, Spielplätze, Schulen, Straßen und Felder. 

230. 000 Menschen leben in Einsamkeit in Wohncontainern und Notunterkünften. Die einsamen Toten zeugen davon, dass Alltag hier eher noch als Fremdwort Bedeutung findet. Normalität sieht anders aus, die Menschen blicken einer ungewissen Zukunft entgegen. 3200 Menschen sind bereits in Folge der Strahlung, irgendwo einsam in einer Unterkunft gestorben, als die einsamen Toten von Fukushima.

Text: Lara Hagedorn (RichardParker)

Informationsquellen: 

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Immer-mehr-Opfer-der-Flucht-Japan-vier-Jahre-nach-der-Fukushima-Katastrophe-2572624.html

http://www.zeit.de/wissen/2015-03/fukushima-atomunfall-tsunami

http://de.wikipedia.org/wiki/Chronik_der_Nuklearkatastrophe_von_Fukushima

Text- und Bildquellen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Immer-mehr-Opfer-der-Flucht-Japan-vier-Jahre-nach-der-Fukushima-Katastrophe-2572624.html

http://www.zeit.de/wissen/2015-03/fukushima-atomunfall-tsunami

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Kommentare (8)
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29.03.2015
Lunallly hat geschrieben:
Kann man kaum glauben, dass das schon 4 Jahre her ist. Den Tagen danach war es ja nur in den Medien und jetzt hat es fast jeder vergessen Echt schockierend das dort noch so viele Menschen leiden, doch kaum einer denkt daran...
Danke für die Erinnerung und den Bericht. :)
24.03.2015
Kathi.Sunflower hat geschrieben:
Richtig berührend geschrieben!
Vielen Dank für den Bericht.
23.03.2015
LSternus hat geschrieben:
Ich muss an meine japanischen Freunde denken. Von ihnen wohnt keiner in der Region Fukushima, aber deutlich näher, als wir an Tschernobyl.
Es ist eine Schande wie viel von offizieller Seite verschwiegen wurde.
Danke für den Bericht.
23.03.2015
Ria2000 hat geschrieben:
O ja, das Vergessen ist echt ein Problem, wenn die Menschen nicht ganz direkt davon betroffen sind! Schockierend! Danke für deinen Bericht!
22.03.2015
Luke24 hat geschrieben:
Ich kann mich nur Sunlight anschließen. Hierzulande ist die Katastrophe schon fast wieder vergessen :-( .

Danke für den interessanten Bericht, Lara.
22.03.2015
MarcelB hat geschrieben:
Du hast die Ereignisse gut zusammengefasst, Lara. :-)
22.03.2015
Sunlight hat geschrieben:
Wirklich traurig und erschreckend! vor allem zeigt sich hier mal wieder ganz deutlich die Kurzlebigkeit unserer Medien: vier Jahre her und schon ist die Katastrophe von Fukushima vergessen. Wie die Lage dort heute ist, hört man kaum...
Danke für den interessanten Bericht :)
22.03.2015
LisaKayss hat geschrieben:
Oh mein Gott...das ist echt erschreckend! Vielen Dank für den Bericht!
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