Bleib aktuell!


Was gibt's


Neues?


Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Der Schatz vor der Haustür?


von Peet
10.04.2012
6
0
100 P

Deutschland ist marktführend in den erneuerbaren Energien. Jenen Energien, die die Zukunft bestimmen werden. Denn fest steht: Fossile Brennstoffe sind endlich. Unser derzeitiger Wirtschaftsmotor ist momentan noch klar abhängig von diesen endlichen Rohstoffen - und das ist weltweit so.

Der Hunger nach diesen Rohstoffen steigt ständig, womit klar wird, dass wir uns eine solche Zukunft früher oder später nicht leisten können - ökologisch sowie ökonomisch.

Erneuerbare Energien sind da wohl die Wunderwaffe in jeglicher Hinsicht. Sie schaffen in Deutschland eine dezentralisierte Energieversorgung, was natürlich zu Lasten der Monopolisten wie RWE & Co geht. Ob Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft – sie alle werden mehr und mehr genutzt. Doch was als erhoffte Wende aussieht, hat einen Haken.

Seltene Erden

Derzeit produziert allein China die größte Menge. Mit rund 97% (siehe Quelle unten) ist China der unangefochtene Hersteller von seltenen Erden. Aber wozu brauchen wir die überhaupt?

Ganz einfach: Seltene Erden sind auch als Hightech-Metalle bekannt. Denn in jedem Handy, Fernseher, Laptop, IPad aber auch Windrad, Solarzelle, Brennstoffzelle oder Autobatterie stecken die begehrten Rohstoffe namens Neodym, Lantahn, Samarium und viele mehr.

Wo ist also das Problem?

Wie oben schon beschrieben, ist derzeit China größter Produzent der seltenen Erden. China, das seit Jahren wirtschaftlich immer kräftiger wächst, will nicht mehr der Billigproduzent für die westliche Welt sein, sondern dringt immer weiter auf den Hightech-Markt vor.

Das ist auch völlig legitim und lässt sich wohl nicht verhindert, hat aber den unangenehmen Nebeneffekt, dass China seine Exporte nach und nach auf seltene Erden stark einschränkt oder stark besteuert. Für den Industriestandort Deutschland, der im Bereich Maschinenbau, Chemie und eben auch im erneuerbaren Energiensektor stark vertreten ist, besteht hier das Problem.

Wie können wir unabhängiger von China werden?

Der „Run“ auf seltene Erden hat mittlerweile begonnen. Das Thema steht in der EU und vielen weiteren Ländern der Welt ganz oben. Denn die Abhängigkeit zu China ist auf Dauer keine Lösung. Die westliche Welt wird zum Spielball. Im Grunde sind seltene Erden überall zu finden - so auch in Sachsen. In Storkwitz, wo außer ein paar Häuser, einer Landstraße, einer Autobahn und jede Menge Windräder nicht viel ist, wurde schon von DDR-Bohrtrupps, die auf der Suche nach Uran waren, der Schatz in 170 Metern entdeckt.

Damals war dieses Thema allerdings kaum relevant und wurde nicht weiter beachtet. Heute hingegen könnte diese Entdeckung mehr als nur Bares sein. Denn für die heimische Produktion von Hightech-Produkten wäre die lokale Förderung von seltenen Erden ein Geschenk – natürlich vorausgesetzt, die Erden lassen sich wirtschaftlich fördern.

Die Menge an seltenen Erden hier in Deutschland ist global gesehen nicht die Sensation, doch wäre es ein Anfang im Bereich der Förderung von seltenen Erden.

Momentan wird über ein neu gegründetes Tochterunternehmen Geld von Investoren gesammelt. Politisch und wirtschaftlich wäre das natürlich in Sachsen zu begrüßen aber wie sieht es ökologisch aus?

Nicht ohne Grund sind kaum bewegte Bilder aus den Minen in China zu sehen. Denn die Förderung von seltenen Erden ist äußerst aufwendig. Aus riesigen Erd- und Gesteinsmassen muss durch ein aufwendiges Trennverfahren die seltenen Erden gelöst werden und anschließend noch bearbeitet.

Dadurch werden riesige Krater in den Boden gegraben, die durchaus mehr als zehn Kilometer breite haben können. Zudem gibt es erst seit Anfang 2011 Umweltauflagen für die Förderung in China. Wie vorher produziert wurde, will ich mir gar nicht ausmalen, wobei die jetzigen Umweltauflagen wohl eher mehr Schein sind.

Die Frage die sich mir nun stellt – wie will man die seltenen Erden hier in Deutschland heben?

Zur Info: Dieser Bericht ist auf meiner Seite erschienen. Jede Woche blogge ich regelmäßig hier:

http://peterjelinek.wordpress.com/

über Themen aus Politik&Wirtschaft sowie meine Reisen, meine Fotographien und Videos - schau mal rein! Ich würde mich freuen!

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,807171,00.html

Bild: © Peter Jelinek

Weiterempfehlen

Kommentare (6)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
07.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Hm irgendwie hab ich da das Bild im Kopf von hässlichen langen Gräben und tiefen Löchern im Boden, die nicht wieder geschlossen werden und durch das Umgraben wird wieder nur die Umwelt zerstört...Gefällt mir nicht wirklich -.-
07.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
12.04.2012
TaniaTukan hat geschrieben:
ps: aber natürlich reicht das recyceln von iphones nicht für die vielen windräder, die hoffentlich in den nächsten jahren in dtl gebaut werden ;-)
12.04.2012
TaniaTukan hat geschrieben:
mir gefällt es nicht wirklich, die natur dafür umzuschaufeln, aber anders geht es nicht und ob wir nun deutschland dafür umgraben oder ein anderes land ist ja egal. wenn wir also iPhones haben wollen, müssen wir auch bereit sein, die erde vor unserer haustür umzugraben. was meiner meinung nach sehr wichtig ist, ist das recyceln von elektrogeräten - ich habe das gefühl, vor allem bei kleinen geräten wie handys etc., stecken wir da noch in den kinderschuhen und die meisten leute, die sich wiedermal ein neues gerät kaufen, schmeißen das alte einfach in die tonne...
10.04.2012
Peet hat geschrieben:
@SmileForNature: Richtig, sie sind ebenfalls endlich, aber momentan noch zahlreich vorhanden. Im Endeffekt kommt es auf das gleiche Problem hinaus wie mit dem Öl, Gas oder was auch immer. Doch ist hier eine Sache wichtig: Durch die Produktion von Gütern wie Windräder, Solarzellen etc. werden Produkte geschaffen, die deutlich nachhaltiger sind.

Zudem strebt die EU oder auch Japan ein großes Recyklingprogramm an. Denn Handys, Computer, Fernseher etc. werden momentan einfach verbrandt oder für immer auf eine Deponie gebracht. Im Endeffekt soll es früher oder später ein geschlossenes System ergeben aber das ist noch reine Utopie. ;)
10.04.2012
SmileForNature hat geschrieben:
Aber wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, sind die seltenen Erden doch auch endlich, oder? Ist das nicht auch wieder so eine Art Einbahnstraße, bei der am Ende der Rohstoff ausgegangen ist und das auch wieder irgendwelche Auswirkungen hat?
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Wie die Energiewende gelingen kann - solarthermische Kraftwerke
Wie die Energiewende geling...
Etwa 40% der Treibhausgasemissionen in Deutschland entstehen im Sektor Energie. Um den Klimawa... weiter lesen
Sensation: Weltgrößtes Meeresschutzgebiet vor der Antarktis ausgerufen
Sensation: Weltgrößtes Me...
Es ist eine wirklich bahnbrechende Entscheidung, die im australischen Hobart getroffen wurde! ... weiter lesen
Du bist Planet Erde
Du bist Planet Erde
Menschen – was ein unglaubliches Wort Man nennt uns die intelligenteste Spezies des Pla... weiter lesen
Unterschreibt die DIVESTMENT Petition für Erneuerbare Invesitionen!
Unterschreibt die DIVESTMEN...
Spätestens nach dem Pariser Klimaabkommen ist klar: Wir müssen die Nutzung fossiler E... weiter lesen
#ClimateDiploDay – dein Beitrag zur Klimadiplomatie
#ClimateDiploDay – dein B...
Die Einigung auf einen neuen weltweiten Klimavertrag in Paris im Dezember 2015 war ein historis... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil