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Der Permafrostboden - eine tickende Zeitbombe


von Franzi
03.03.2010
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Die riesigen Tundren Nordkanadas, Sibiriens, Alaskas, Grönlands und weiter südlich sogar bis in die Mongolei, bestehen hauptsächlich aus Perma- oder Dauerfrostboden. Dieser Boden ist ab einer Tiefe von ca. 2 Metern ständig gefroren, also auch im Sommer. Entstanden sind die Permafrostböden während der letzten Eiszeit, bei der der Boden bis in eine Tiefe von mehreren tausend Metern gefroren war (was in Sibirien teilweise immer noch der Fall ist).

Auch in Alpenregionen und sogar am Meeresgrund gibt es Böden, die permanent gefroren sind.

Für den Menschen ergeben sich aufgrund von Permafrostböden einige Probleme, da es beispielsweise sehr schwierig ist auf diesem Untergrund Häuser zu bauen. Im Sommer besteht die Gefahr, dass diese bei leicht abtauendem Boden wieder einstürzen, oder den Boden durch die von Menschen erzeugte Wärme schädigen.

Doch die wirkliche Gefahr, welche die Permafrostböden unserer Erde im Moment für uns darstellen, ist eine andere...

Begünstigt durch die von Menschen verursachte Erderwärmung kommt es nämlich immer häufiger und stärker dazu, dass diese Böden auftauen, und das in einem Maße, wie es sonst nie der Fall war. Manche Wissenschaftler sprechen diesbezüglich über eine tickende Zeitbombe: 20-25% der Böden unserer Erde sind Permafrostböden, in denen momentan noch geschätzte 1000 Milliarden Tonnen klimaschädlichen Gases gespeichert sind. Diese würden entweichen, sollte es zum Auftauen kommen.

Dabei handelt es sich nicht nur um Kohlendioxid, sondern  auch um das 300-mal klimawirksamere Distickstoffoxid, oder auch Lachgas.

Doch nicht nur die sofort entweichenden Gase machen den Experten Sorgen. Auch die Frage, was denn eigentlich mit dem Permafrostboden geschieht, wenn er kein Permafrostboden mehr ist, dürfte von Bedeutung sein. Es wird vermutet, dass sich an seiner Stelle Sümpfe bilden würden, in denen massenweise Bakterien leben. Diese produzieren Methan, ein ebenfalls sehr schädliches Klimagas. All dies würde zu einem enormen Anstieg der Konzentration von Gasen in unserer Atmosphäre führen, was die Klimaerwärmung wiederum beschleunigt und weiteres Abtauen der Böden begünstigt. Kommt es somit einmal zum Abschmelzen eines bestimmten Anteils des Permafrostbodens haben wir es mit einem Teufelskreis zu tun, aus dem es schwer sein dürfte wieder herauszufinden...

Kommt es tatsächlich zum Auftauen des Permafrostbodens wird aber nicht nur jede Menge klimaschädliches Gas frei, auch die gesamte Flora und Fauna müsste sich umstellen. In Gebieten wo es vorher trocken war, wäre es nun feucht, Seen könnte dagegen vollständig versickern.

Auch für die menschliche Infrastruktur hätte dies Folgen: teilweise ist es schon heute so, dass Eisenbahnlinien oder Flugzeug Landebahnen in Sibirien nicht mehr befahrbar sind, weil sie im abtauenden Boden absacken. So könnten auch Schäden an Öl Pipelines entstehen, was für die Natur verheerend wäre...

Einige Skeptiker (wie sie sich schließlich fast immer finden lassen) behaupten nun, dass man durch das Auftauen des Bodens an mögliche Bodenschätze herankommen würde, die Situation also nutzen könnte. Doch allein schon aufgrund der Tatsache, dass er Boden ja zunächst höchstens einige Meter auftaut, wohingegen Bodenschätze oft in hunderten Metern Tiefe liegen, macht dieses Argument sinnlos.

Leider reichen diese „paar Meter“ jedoch schon aus, um unserer Natur gewaltig zu schaden...

Wir sehen, es ist überaus wichtig zu verhindern, dass unsere Permafrostböden auftauen – nicht nur um der Natur willen, sondern auch damit wir noch etwas länger was von unserer wunderschönen Erde haben.

Quellen:

"Die Welt" 

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Kommentare (4)
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06.03.2010
Sarah25 hat geschrieben:
guter Bericht!
Wir müssen bald etwas ändern, damit es auf keinen fall so weit kommt...
:)
06.03.2010
GreenSmarty hat geschrieben:
Wie gesagt, das würde ich lieber auch vermeiden. Man steckt einfach nicht drin, egal welche Prognosen Wissenschaflter machen, Es gibt einfach zu viele Unbekannte im Klimawandel!
05.03.2010
Franzi hat geschrieben:
Das kann natürlich gut sein, so genau kann ich das nicht beurteilen. Dennoch befürchte ich dass die Nachteile in diesem Fall die Vorteile überwiegen würden.... Darauf ankommen lassen würde ich es auf jeden Fall nicht..
LG Franzi:)
03.03.2010
GreenSmarty hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht, schon erschreckend an was man beim Klimawandel alles denken muss!
Ich hoffe ich trage jetzt nicht zu viel Info in die Öffentlichkeit, aber Forscher an meiner Uni haben herausgefunden, dass Moore unter bestimmten Bedingungen sogar in der Lage sind Lachgas auf zu nehmen. Vielleicht wären die aufgetauten Böden ja auch eine Senke? Zudem könnten auf einem aufgetauten Boden sicherlich mehr Pflanzen länger wachsen, mehr Biomasse produzieren und somit mehr CO2 aufnehmen. Vielleicht haben die Leute aus dem Artikel das ja nur aus Sicht des Bodens betrachtet und die sich verändernde Flora außer acht gelassen?

Aber trotz der Gegenargumente würde ich dieses Risiko lieber nicht eingehen, ich wollte nur zeigen, man könnte auch ander herum argumentieren.
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