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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Der Klimawandel ist bereits Realität – Das Beispiel am Bodensee


von Franzichen
19.03.2014
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Für alle Kritiker die denken das die Auswirkungen des Klimawandels noch in weiter ferne stehen, zeigt sich jetzt ein Beispiel direkt hier in Deutschland das schon von den Auswirkungen betroffen ist: Der Bodensee.
So ist zum Beispiel die Lufttemperatur und die Wassertemperatur seit den 1960er Jahren, jedes Jahr um 0,04 und 0,03 Grad gestiegen, was sich wenig anhört zeigt sich heutzutage aber schon in spürbaren Auswirkungen. So erwärmt sich das Wasser des Bodensees schon einen Monat früher wie im normal Fall. Dadurch entwickeln sich planktonische Algen früher und auch die Fische und Wasserflöhe die sich von Plankton ernähren werden deshalb von diesen Auswirkungen nicht ausgeschlossen bleiben.
Eine Folge die es sogar schon mal gab ist die Verbreitung von Krankheiten. Krankheiten könnten für die Fischarten des Bodensees noch gefährlicher werden, denn wegen dem wärmeren Wasser verbreiten sich dort Krankheiten schneller. So kam es 2003 zu einem Aal sterben durch einen Aal-Herpesvirus.
Auch könnte es passieren das eine Fischart unabsichtlich von Menschen eingeschleppt wird, die zum Beispiel keine hier lebenden Fressfeinde hat, was dramatische Folgen für das Ökosystem am Bodensee hätte. Generell fühlen sich nun schon am Bodensee Mittelmeerfische wohler wie die hier einheimischen Fische, was ebenfalls ein Beweis für die steigende Wassertemperatur ist.
Doch nicht nur für die Fischarten hat der Klimawandel Auswirkungen, auch für die am Bodensee einheimischen Vogelarten.
Die Leute vom Naturschutzverband Bund Baden Württemberg sorgen sich auch um die Vogelarten des Bodensees. Denn durch die wärmeren Temperaturen fühlen sich Vogelarten wie die Felsenschwalbe oder der Orpheusspötter am Bodensee heimisch, das Problem daran ist, dass diese Vogelarten eigentlich nur im Mittelmeerraum zuhause sind und so die eigentlichen, hier heimischen Vogelarten nach Norden abziehen, einerseits wegen den neuen Vögeln und andererseits weil es ihnen zu warm am Bodensee wird. Allein der Bestand der Uferschleppen, einer der am Bodensee gewöhnlichen Vogelarten, hat seit 1980 um rund 84 Prozent abgenommen.
Eine andere Folge die eintreten könnte ist: Der Bodensee kann „Atemprobleme“ bekommen. Ihr denkt euch jetzt sicher, Atemprobleme bei einem See? Ja, denn mit dem wärmerem Wasser kann es auch passieren das es im Herbst nicht mehr richtig abkühlt und dadurch wäre der Austausch von Sauerstoff zwischen den Wasserschichten gestört. Normalerweise sinkt das kälter werdende Oberflächenwasser ab und bringt so den Sauerstoff mit nach unten. Wenn dies nicht der Fall ist können die dort lebenden Bakterien nicht mehr die abgestorbenen Algen abbauen, weil sie dafür Sauerstoff brauchen. Bei solchen Veränderungen können sich mit der Zeit auch Schadstoffe wie Phosphor lösen, was dazu führen würde das der Bodensee als Trinkwasserquelle nicht mehr zu gebrauchen wäre. Zum Glück ist dieser Fall aber eher unwahrscheinlich da der Bodensee ein sehr sauberer See ist und es nur wenig Abgelagertes Phosphor gibt.
Wie groß allerdings die Auswirkungen noch sein werden lässt sich noch nicht feststellen, die Forscher müssen weiter an ihren Langzeituntersuchungen arbeiten. Für die am Bodensee einheimischen Tierarten hat der Klimawandel auf jedenfall schon Auswirkungen, wie groß diese noch weiter sein werden lässt sich aber auch nur spekulieren. Jedoch meinen einige, der Bodensee hätte momentan noch größere Probleme wie den Klimawandel, wie zum Beispiel die Verbauung des Ufers, doch wie lange der Klimawandel am Bodensee noch das kleinere Problem bleiben wird kann keiner sagen.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/klimawandel/id_57139680/klimawandel-der-bodensee-hat-atemprobleme.html

Bild: Ich (vor 2 Jahren)

 

 

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Kommentare (4)
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20.03.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für den Bericht. Was so ein geringer Temperaturunterschied schon ausmachen kann ist irgendwie erschrecken. Da möchte man über 2 Grad gar nicht nachdenken...
20.03.2014
LenaLuchs hat geschrieben:
Ein sehr interessanter, aber auch etwas schockierender Bericht...
Ich wohne selbst am Bodensee und mir ist auch schon aufgefallen, dass das Wasser viel früher warm genug zum Baden ist als vor einigen Jahren. Während ich die Wassertemperatur früher erst Anfang Juli als halbwegs angenehm empfand, war das letztes Jahr schon viel eher der Fall, nämlich im Mai. Und ich glaube, dieses Jahr kann man dann noch früher schwimmen gehen. Ich weiß nicht, ob das jetzt so viel mit dem Klimawandel zu tun hat oder doch Zufall ist, aber es ist trotzdem auffällig.
Das Aal-Sterben im Jahre 2003 habe ich auch mitbekommen, da überall tote Aale angeschwemmt wurden.
Da sieht man natürlich mal wieder, dass alle mehr oder minder vom Klimawandel betroffen sind :o
19.03.2014
LSternus hat geschrieben:
Ein Al-Herpesvirus, interessant.
Am Ende kommt der Klimawandel überall hin. Zu glauben es gehen einen nichts an, ist naiv.
19.03.2014
RichardParker hat geschrieben:
Oje, vielen Dank für den Bericht! Das klingt ja mal wieder überhaupt nicht gut! :o
Echt schlimm, was bereits 0,03 beziehungsweise 0,04 Grad Temperaturunterschied ausmachen können!
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