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Wirbelstürme sind keine Ausnahme mehr. © Des Syafrizal / WWF
Der Anegada-Leguan - die seltene Echse von der kleinen Insel


von Rhino
22.07.2011
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Die Karibik steckt voller Inseln, es gibt große und kleine, und eine der kleinsten ist die Insel Anegada mit einer Fläche von nur 38 km² und die Sand- und Kalksteinwüsten dieser kaum bekannten kleinen Insel stellen die letzte Heimat für eine der seltensten Echsenarten der Welt dar, die Rede ist vom Anegada-Leguan (Cyclura pinguis). Diese muskulös gebaute Echse wird gut einen Meter lang und weist eine gräuliche Hautfärbung auf. Ein besonderes Merkmal ist der gezackte Kamm, der sich vom Rücken bis zum Schwanzende zieht. Bei den Männchen fallen außerdem zwei große Wülste auf dem Oberkopf, sowie Backenwülste auf. Die Krallen der Anegada-Leguane sind lang und eignen sich perfekt zum Graben. Die Leguane ernähren sich hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung (Blätter, Blüten, Samen und Früchte), doch gelegentlich werden auch kleine Wirbellose verzehrt. Als gesellige Reptilienart schließen sich Anegada-Leguane zu großen Kolonien zusammen. Allerdings wird die Herdenharmonie im Frühjahr schlagartig ausgesetzt, denn dann ist Paarungszeit und die Männchen liefern sich heftige Kämpfe um die Gunst der Weibchen. Zwei Wochen nach der Paarungszeit dann, legen die Weibchen ihre Eier (es sind 10-18) in Erdlöcher. Nachdem diese Eier etwa vier Monate lang von der Sonne bebrütet wurden, schlüpfen die Jungen, die nun von Geburt an erstmal auf sich allein gestellt sind. Für sie beginnt der Kampf ums Überleben, ein Kampf der immer seltener glücklich ausgeht ... 

Das Verbreitungsgebiet des Anegada-Leguans stellten einst weite Teile der Karibik dar. Heute kommt er aber nur noch auf der Insel Anegada vor. Es gibt verschiedene Gründe für den Bestandsrückgang. Zum einen zerstört die Landwirtschaft, vor allem die Viehhaltung, den Lebensraum der Echsen, zum anderen werden sie auch massiv bejagt, entweder wegen ihres Fleisches, oder für den illegalen Tierhandel. Aber auch eingeführte Arten wirken sich negativ auf den Bestand aus, immer mehr Jungtiere werden von Katzen gefressen. Heute gibt es nur noch etwa 200 Anegada-Leguane.

Leider wird derzeit kaum etwas zum Schutz dieser Art unternommen. Zwar gibt es Aufzuchtstationen, in denen junge Leguane sicher großgezogen werden können, doch diese helfen kaum, da die extreme Lebensraumzerstörung bis heute nicht gebremst wurde. Leider ist auch die Errichtung eines, von Artenschützern stark angestrebten, Nationalparks derzeit eher unwahrscheinlich, dabei ist dieser bei einer derart kleinen Population mittlerweile dringend nötig. Wir können nur hoffen, das es irgendwann doch noch gelingt ein sicheres Reservat für diese faszinierenden Echsen aufzubauen…

Dies war ein Beitrag aus der Reihe „CR-Porträts“ 

Text: Rhino (Maxim Podobed)
Bilder: Wikimedia Commons
Infos: Tierdoku.com

 

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Kommentare (12)
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25.07.2011
Rhino hat geschrieben:
LaLoba: Danke, die Bejagung ist illegal und wird mit hohen Strafen geahndet, wenn es auffliegt ;)
25.07.2011
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
25.07.2011
LaLoba hat geschrieben:
Wieder mal ein schönes Portrait! Es ist wirklich faszinierend, dass es diese Leguane nur noch auf einer kleinen Insel in der Karibik gibt! Das macht es natürlich aber leider auch sehr schwer sie zu schützen, denn wo wenig Platz ist, teilen die Menschen bekanntlich nicht gerne... Was ich allerdings nicht verstehe, ist, wie es kommt, dass die Menschen sie dazu auch noch massiv bejagen. Ist es nicht bekannt, dass die Leguane vom Aussterben bedroht sind? Werden sie nur illegal gejagt oder sogar noch legal? Naja, auf jeden Fall wieder einmal eine sehr interessante Tierart. Danke für den Bericht!
23.07.2011
Rhino hat geschrieben:
LSternus: Danke, aber das bleibt immer ne Überraschung ;)
23.07.2011
LSternus hat geschrieben:
Super Bericht. ;) Weißt du schon welches Tier du im nächsten Portät vorstellst, oder ist das ein Geheimnis.
23.07.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Super :) Dann ist die Reihe perfekt :)
23.07.2011
Rhino hat geschrieben:
ab jetzt wird bei den CR-Porträts immer unten stehen, woher die Infos zu der jeweiligen Art stammen ;)
23.07.2011
Rhino hat geschrieben:
Glühwürmchen: Danke, bisher reichten mir Wikipedia und Tierdoku (http://tierdoku.com/index.php?title=Hauptseite) als Quellen aus ;)
23.07.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Woher hast du eigentlich die vielen Infos? Du machst das gut, aber eine Quellenangabe wäre nicht schlecht ;-) Nur so als Tipp :)
23.07.2011
Rhino hat geschrieben:
anni: Danke, gute Recherche ist halt alles ;)
22.07.2011
anni95 hat geschrieben:
Nicht so ungeduldig, es ist Freitag, diesen Tag verbringen nicht alle zu Hause (nicht wie ich HöHö^^).

Gefällt mir wieder sehr gut, kannte auch dieses Tier nicht (beeindruckend, was für Tiere du ausgräbst!) und es ist mal wieder tragisch, was ihm zustößt.
22.07.2011
Rhino hat geschrieben:
ich würde mich wirklich über Kommentare freuen :) Ich brauch schließlich auch ein bisschen Motivation, damit ich wirklich 70 Porträts schaffe ;)
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