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DeExtinction - Wird die Wiederbelebung ausgestorbene Tierarten bald möglich sein?


von AlinaSky
09.06.2013
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97 P

Im Jahr 1996 gelang es erstmals ein Tier zu klonen: das Schaf Dolly. Und die Forschung macht Fortschritte. Nun ist man fast so weit, ausgestorbene Arten klonen zu können und somit wiederzuerwecken – DeExtinction (Rückausrottung). 

2003 schaffte es Alberto Fernández-Arias den Pyrenäensteinbock wieder auf die Erde zu holen, allerdings nur für 10 Minuten, dann starb das Tier an einem Lungenfehler. Die Grundlage für dieses Klonen war eine Gewebeprobe, die dem letzten Tier der Art, das im Jahr 2000 starb, entnommen wurde. Diese wurde in flüssigem Stickstoff konserviert, schließlich die DNA entnommen und in die entkernte Eizelle einer Ziege eingepflanzt, die dann die Schwangerschaft austrug.

Doch nicht bei allen Tieren, die Forscher auf ihrer Liste für mögliche Deextinction-Kandidaten haben, ist die DNA so leicht herauszubekommen.

Bei einem Mammut ist das deutlich schwieriger. Um die DNA zu analysieren verwendeten die Forscher Haare von zwei Wollhaarmammuts, die sie M25 und M4 nannten. Die Haare von M4 lagen rund 20.000 Jahre im Eis die von M25 rund 60.000 Jahre. Da Haare weniger von Bakterien und Pilzen verunreinigt sind, sind sie als Quelle ideal. Die Forscher versuchen die DNA zusammen zu puzzeln und haben laut Schätzungen schon 70% des Erbguts entziffert. Gelingt es ihnen die vollständige DNA zu entschlüsseln, so könnte man möglicherweise eine Elefantenkuh als Leihmutter benutzen und so die Vision ein Mammut wiederzuerwecken erfüllen. Doch bislang ist es nur eine Vision.

Weitere Tiere, welche die Forscher wiedererwecken wollen sind der Auerochse, der Tasmanische Tiger, das Wollhaarnashorn, der Dodo, der Magenbrüterfrosch und die Wandertauben. Diese flogen früher in riesigen Schwärmen mit einer Länge von 600km und einer Breite von 1,5km über Nordamerika. 1914 starb Martha, die letzte ihrer Art im Cincinnati Zoo. „Innerhalb von 2 Jahrzehnten schrumpfte die Art von 5 Milliarden auf Null“, so Steward Brand, Mitgründer und Präsident der Long Now Foundation. Ein Forscher dieser Organisation, Ben Novak, will sie wiedererwecken, wofür er Gewebeproben von aufbewahrten Tieren aus Museen nimmt, um das Erbgut zusammen zu puzzeln. Dieses soll dann mit dem der Bindentaube, der Schuppenhalstaube  oder einer anderen nah verwandten Taubenart abgeglichen werden und die für Wandertauben spezifischen Sequenzen sollen dann eingesetzt werden, sodass Küken schlüpfen, die die Keimzellen von Wandertauben in sich tragen und aus deren Eiern, wenn sie sich fortpflanzen, Wandertauben schlüpfen. (siehe Grafik)

 

Das Verhalten sollen die Tiere von eingefärbten Brieftauben erlernen, die ihnen den Weg in die Überwinterungsgebiete und die Flugrouten zeigen sollen. Doch wird das Täuschungsmanöver, wenn es gelingt die Tiere wieder zum Leben zu erwecken, funktionieren? Und wenn die Tiere wieder leben, was bedeutet das für das Ökosystem, das jetzt hundert Jahre ohne sie zurechtgekommen ist? Ist es wirklich sinnvoll Arten zurückzuholen? Oder könnte das, wie Stenley Temple, Professor an der University of Winsconsin-Madison, befürchtet von der „Priotität des Artenschutzes [...] das Überleben existierender Arten zu sicher“ ablenken?  Er meint: „Die Leute werden sagen: Warum sollen wir diese Art nicht aussterben lassen? Wie könne sie doch später zurückholen“.

Was haltet ihr davon?

 

Hier noch ein Video von einem Vortrag von Steward Brand über DeExtinction: (anschauen lohnt sich! J )

  

Das Video ist allerdings auf Englisch. Hier noch mal mit Deutschen Untertiteln:

http://www.ted.com/talks/stewart_brand_the_dawn_of_de_extinction_are_you_ready.html

 

Quellen:

·      Philip Bethge, Tanzpartner des Waldes, in: Der Spiegel, Nr.15/8.4.13, S.126+127

·      http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/mammut-genom-erstmals-erbgut-einer-ausgestorbenen-tierart-entziffert-a-591482.html  (06.06.13 18:30Uhr)

·      http://www.heise.de/tp/artikel/39/39026/1.html?zanpid=1773283420781605889  (06.06.13 18:50Uhr)

·      http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=91871182&aref=image053/2013/04/06/CO-SP-2013-015-0127-01-GR.JPG&thumb=false

(06.06.13 19:00Uhr)

 


[1] Zitat Stenley Temple in: Der Spiegel Nr.15/8.4.13, S.126+127 

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Kommentare (21)
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07.07.2013
Anastasia98 hat geschrieben:
Ich denke wenn wir es schaffen ausgestorbene Arten zurückzuholen wird sich kaum noch jemand dafür einsetzen die Arten die es gibt, und vorallem auch deren Lebensräume, wie z.B. Regenwälder zu schützen, was dazu führen würde das viele noch unbekannte Arten aussterben würden, die man dann nie zurückholen könnte.
02.07.2013
Paulie hat geschrieben:
ich finde auch man sollte zeit und geld in die NOCH lebenden tiere investieren. außerdem glaube ich nicht das es gut ist, die tiere zurückzuholen.. das ist evolution. Und meiner meinung nach ist der mensch ist nicht herrscher über alles. Stellt euch mal vor da geht was schief und die wissenschaftler mixen sich da so ne art "supertier" zusammen, das uns alle umbringt.. ich weiss dass sich das sehr nach zombieapokalypse anhört aber das ist doch dann ähnlich wie mit den killerbienen und so.... :o
15.06.2013
Lukas96 hat geschrieben:
Ich finde das gibt es eien ganz große Ethische Frage. Wie wit darf der mENSCH in anderes leben eingreifen. Ihc finde die idee gut doch es fängt dann nur mit tieren an. deswegen bin ich dagegen
15.06.2013
Lukas96 hat geschrieben:
Ich finde das gibt es eien ganz große Ethische Frage. Wie wit darf der mENSCH in anderes leben eingreifen. Ihc finde die idee gut doch es fängt dann nur mit tieren an. deswegen bin ich dagegen
15.06.2013
Lukas96 hat geschrieben:
Ich finde das gibt es eien ganz große Ethische Frage. Wie wit darf der mENSCH in anderes leben eingreifen. Ihc finde die idee gut doch es fängt dann nur mit tieren an. deswegen bin ich dagegen
15.06.2013
Lukas96 hat geschrieben:
Ich finde das gibt es eien ganz große Ethische Frage. Wie wit darf der mENSCH in anderes leben eingreifen. Ihc finde die idee gut doch es fängt dann nur mit tieren an. deswegen bin ich dagegen
15.06.2013
Lukas96 hat geschrieben:
Ich finde das gibt es eien ganz große Ethische Frage. Wie wit darf der mENSCH in anderes leben eingreifen. Ihc finde die idee gut doch es fängt dann nur mit tieren an. deswegen bin ich dagegen
15.06.2013
Lukas96 hat geschrieben:
Ich finde das gibt es eien ganz große Ethische Frage. Wie wit darf der mENSCH in anderes leben eingreifen. Ihc finde die idee gut doch es fängt dann nur mit tieren an. deswegen bin ich dagegen
15.06.2013
Lukas96 hat geschrieben:
Ich finde das gibt es eien ganz große Ethische Frage. Wie wit darf der mENSCH in anderes leben eingreifen. Ihc finde die idee gut doch es fängt dann nur mit tieren an. deswegen bin ich dagegen
13.06.2013
TaniaTukan hat geschrieben:
Da kommt mir noch ein anderer Gedanke: stellt euch mal vor, es gelingt wirklich, ausgestorbene tiere zu klonen und die Wissenschaft wird darin immer stärker. Der nächste Schritt liegt da doch nahe: Das "Wiederbeleben" von verstorbenen Menschen.
Das finde ich ja nun wirklich gruslig - bietet einigen Stoff für nen neuen Sience-Fiction-Film...
13.06.2013
TaniaTukan hat geschrieben:
Wirklich spannend! Irgendwie faszinierend, sich vorzustellen, der Mensch sei wie ein Gott (oder eher Mutter Natur) und könne solche Wunder vollbringen...
Auf der anderen Seite teile ich die Bedenken. Und Ansicht, wir sollten uns eher auf den Schutz der noch lebenden Arten konzentrieren, stimme ich 200% zu!
13.06.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
13.06.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
13.06.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
12.06.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
12.06.2013
Marielle hat geschrieben:
Super interessanter Artikel und toll geschrieben.
Ich bin so bei dem Thema nicht dagegen, aber auch nicht dafür...
wenn es z.B. hilft den Tiger für nachkommende Generationen zu erhalten sehe ich dem ganzen positiv entgegen. Bei anderen Tierarten, de schon seit längerem von der Erde verschwunden sind, macht es in meinen Augen keinen Sinn
11.06.2013
LSternus hat geschrieben:
Ausgestorben sind all diese Tiere, weil sie in dieser Welt keine Chancen mehr hatten, wer auch immer daran schuld war (Mensch, Klimawandel, Kontinentalverschiebung, wer auch immer)
MAn sollte sich auf die noch lebenden Arten konzentrieren!
10.06.2013
Morgentau hat geschrieben:
Ich finde auch, das ganze Geld, das in solche Forschungen investiert wird, sollte man lieber dazu verwenden, die bedrohten Tierarten zu schützen!
09.06.2013
IsabelB hat geschrieben:
Man sollte sich lieber dafür sorgen, dass die durch den Menschen gefährdeten Arten nicht aussterben, anstatt die alten Arten zurückzuholen.
Wäre das nicht irgendwie gruselig, wenn es plötzlich wieder ausgestorbene Tiere gibt, die geklont sind!?!? :o
Das ist dann doch nicht mehr natürlich.
Außerdem wäre das ja dann genau das Abbild des einzelnen Tieres, dem den die DNA-Proben entnommen wurden
09.06.2013
Ronja96 hat geschrieben:
Ich glaube auch nicht, dass es so sinnvoll ist, Tiere wieder zuruckzuholen, weil sie ja gar nicht mehr an die heutigen Bedingungen angepasst sind. Zudem kann ich mir vorstellen, dass die Menschen noch weniger Rücksicht auf die Tiere nehmen, weil man sie ja wieder zurückholen könnte.
09.06.2013
Sandsturm hat geschrieben:
Ich habe bei sowas immer Zweifel. Ich glaube nicht, dass es gut ist Tiere zurückzuholen, die auf natürlichem Wege ausgestorben sind. Was soll die heutige Erde mit einem Mammut von vor 60.000 Jahren?
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